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Urlaubsabgeltung: Wann Sie zahlen müssen und wann nicht

Wird ein Arbeitsverhältnis beendet, ist dies mit viel Papierkrieg verbunden. Alle bestehenden gegenseitigen Ansprüche müssen erfüllt werden. Für Sie als Arbeitgeber bedeutet dies viel Rechnerei. Ein Posten, der dabei immer wieder auftaucht, ist die Urlaubsabgeltung.

Urlaubsabgeltung: Wann Sie zahlen müssen und wann nicht

Die Urlaubsabgeltung ist ein Ersatz für den mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr möglichen Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung. Nicht verwechseln dürfen Sie die Urlaubsabgeltung mit dem Urlaubsgeld. Damit wird ein zusätzlicher Betrag gemeint, der neben der Vergütung während des Urlaubs (=Urlaubsentgelt) gezahlt wird. Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) sieht in § 7 BUrlG einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung vor. Bestehender Resturlaub soll in Geld ausbezahlt werden. Damit soll dem Arbeitnehmer die Möglichkeit gegeben werden, eine seinem Urlaubsanspruch entsprechende Erholungsfreizeit zu finanzieren.

Diese 4 Voraussetzungen müssen für Urlaubsabgeltung erfüllt sein

Ein Anspruch auf Urlaubsabgeltung nach § 7 Abs. 4 BUrlG besteht nur unter den folgenden Voraussetzungen:

1.Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Das Arbeitsverhältnis muss beendet worden sein. Aus welchem Grund die Beendigung beruht, ist unerheblich. Zu denken ist insbesondere an die folgenden Fälle:

– Kündigung, auch außerordentliche Kündigung,
– Aufhebungsvertrag,
– Ablauf einer Befristung
– Erreichen einer Altersgrenze

Dagegen ist Tod des Arbeitnehmer kein ausreichender Grund. Der Urlaubsanspruch setzt voraus, dass eine Befreiung von der Arbeit möglich ist. Gleiches gilt für den Anspruch auf Urlaubsabgeltung. Dies sollten Sie wissen, um etwaige Ansprüche der Erben abzuweisen.

2. Bestehen eines Urlaubsanspruchs
Dem Arbeitnehmer muss noch Urlaub zustehen, den er wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen konnte. Gleichgültig ist, ob es sich um Urlaub aus dem laufenden Urlaubsjahr oder übertragenen Urlaub handelt. Sie müssen feststellen, wie viel Urlaub dem Mitarbeiter überhaupt zustand und wie viele Tage er schon genommen hatte.

3. Hat Ihr Mitarbeiter den Anspruch auf Urlaubsabgeltung rechtzeitig beantragt?
Wie der Urlaubsanspruch unterliegt auch der Anspruch auf Urlaubsabgeltung zeitlichen Beschränkungen. Mit dem Urlaubsanspruch verfällt auch ein eventueller Abgeltungsanspruch. Resturlaub verfällt am Jahresende, der Urlaub ist nämlich grundsätzlich im Kalenderjahr zu nehmen und von Ihnen zu gewähren. Eine Urlaubsübertragung kommt nur in Betracht, wenn der Urlaub ganz oder teilweise aus betrieblichen Gründen nicht gewährt werden konnte. Der Urlaub verfällt auch dann nicht, wenn der Arbeitnehmer aus persönlichen Gründen am Urlaubsantritt gehindert war (Krankheit). Der übertragene Urlaub verfällt entgültig, wenn er bis zum 31.3. des neuen Jahres nicht beantragt und genommen wird. Sie müssen den Urlaub nicht von sich aus gewähren.

4. Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers
Eine Urlaubsabgeltung gibt es nur, wenn die Urlaubsgewährung überhaupt möglich gewesen ist. Das setzt voraus, dass der Arbeitnehmer arbeitsfähig war. Wer arbeitsunfähig erkrankt oder gar erwerbsunfähig ist, kann keine Arbeitsleistung erbringen und damit nicht durch Urlaubsgewährung von der Arbeitspflicht freigestellt werden. Bleibt der Arbeitnehmer über das Ende des Urlaubsjahres und auch im Übertragungszeitraum, also bis zum 31.3. des Folgejahres, krank, dann gibt es auch keine Urlaubsabgeltung.

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