Businesstipps Steuern & Buchführung

Umsatzsteuer: Wann Gutscheine umsatzsteuerpflichtig sind

Gutscheine sind ein beliebtes Mittel, um Kunden stärker ans Unternehmen zu binden bzw. Kunden für evtl. entstandene Unannehmlichkeiten zu entschädigen. Umsatzsteuerlich stellt sich für Unternehmen dabei die Frage, wann eine umsatzsteuerpflichtige Leistung vorliegt. Also ob bereits die Ausgabe des Gutscheins der Umsatzsteuer unterliegt oder erst dessen Einlösung. Eine Verfügung der Oberfinanzdirektion (OFD) Karlsruhe (Verfügung vom 29.02.2008, Az. S 7270 Karte 3) schafft Klarheit.

Umsatzsteuer: Wann Gutscheine umsatzsteuerpflichtig sind

Danach sind diese beiden Fälle bei der Umsatzsteuer zu unterscheiden:

1. Allgemeiner Gutschein (Auswahl aus dem Sortiment)
Gibt ein Unternehmen Gutscheine aus, die nicht zum Bezug von hinreichend bezeichneten Leistungen berechtigen, handelt es sich lediglich um den Umtausch eines Zahlungsmittels (z. B. Bargeld) in ein anderes Zahlungsmittel (Gutschein). Die Hingabe des Gutscheins selbst stellt keine Lieferung dar. Eine Anzahlung (§ 13 Abs. 1 Satz 1 UStG) liegt ebenfalls nicht vor, da die Leistung nicht hinreichend konkretisiert ist. Erst bei Einlösung des Gutscheins unterliegt die Leistung der Umsatzsteuer.

2. Konkreter Gutschein (bestimmte Ware aus dem Sortiment)
Werden dagegen Gutscheine über bestimmte, konkret bezeichnete Leistungen ausgestellt, unterliegt der  gezahlte Betrag als Anzahlung der Umsatzsteuer. Übersteigt später der Verkaufspreis den Wert des Gutscheins, muss dann auch noch der Differenzbetrag der Umsatzsteuer unterworfen werden.

Praxis-Tipp: Wird ein Gutschein endgültig nicht eingelöst, kann das Unternehmen die Umsatzsteuer gemäß § 17 Abs. 2 Nr. 2 Umsatzsteuergesetz berichtigen.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: