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Umgangsformen im Büro – Duzen oder Siezen?

Umgangsformen im Büro – Duzen oder Siezen?
geschrieben von Burkhard Strack

Die Medien sind im Moment voll von Berichten über den richtigen Umgangston im Büro. Ob „Du“ oder „Sie“ besser ist, scheint eine der wichtigsten Fragen der Mitarbeiterführung im Moment zu sein. Trotzdem bleibe ich beim „Sie“!

In diesen Branchen ist das „Sie“ verbreiteter

Wie so oft ist ein reines Schwarz-Weiß-Denken falsch. Als Faustformel kann man festhalten, dass in eher konservativen Branchen wie zum Beispiel der Finanzbranche das Siezen verbreiteter ist als etwa in jungen Start-up-Unternehmen aus der digitalen Welt.

IKEA tue es, Otto tut es ….

Der endgültige Auslöser dieser Diskussion dürften Berichte über die Firma Otto sein, in der das Duzen bis hin zur Geschäftsleitung eingeführt wurde. Und zwar quer über alle Ebenen. Auch andere große Unternehmen haben eine entsprechende Duzkultur eingeführt. Der informelle Ton soll die Teambildung stärken, Hierarchien abbauen und ein menschliches Miteinander ermöglichen.

… Ich tue es nicht

Aus meiner Sicht ist das ein etwas falscher Ansatz. Für die Mitarbeiterführung sind Werte wie Verlässlichkeit, Beständigkeit, Fairness, Transparenz, Respekt und Wertschätzung nach meiner Überzeugung wichtiger als die Frage, ob Mitarbeiter ihre Vorgesetzten duzen oder siezen. Ganz schlimm finde ich es übrigens, wenn gemischt wird und Vorgesetzte ihre Mitarbeiter duzen, aber darauf bestehen, dass sie selbst gesiezt werden. Das hat mit Respekt und Wertschätzung nur wenig zu tun.

Der informelle Ton kann schneller dazu führen, dass man sich in eben diesem Ton auch einmal vergreift. „Sie Armleuchter“ kommt einem halt schwerer über die Lippen als „Du Armleuchter“. Das gilt sowohl für die Kommunikation von Chef gegenüber Mitarbeitern als auch umgekehrt. Eine Wertschätzung, die nur auf dem „Du“ basiert und nicht auch an anderen Stellen gelebt wird, ist nach meiner Meinung nichts wert.

Wertschätzung ohne „Du“ –das geht!

Und Wertschätzung geht auch ohne „Du“. Das wird deutlich am Beispiel der beiden FDP-Politiker Gerhart Baum und Burkhard Hirsch. Oft werden sie als das „liberale Gewissen der Republik“ bezeichnet. Obwohl sie selbst von sich sagen, dass sie seit 60 Jahren befreundet sind, siezen sie sich. Ihrer Freundschaft und gegenseitigen Wertschätzung tut das keinen Abbruch. Eine Wertschätzung, die nur auf dem „Du“ basiert und nicht auch an anderen Stellen gelebt wird, ist nach meiner Meinung nichts wert.

Ich habe in meinem bisherigen Berufsleben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, Untergebene und Vorgesetzte zu siezen. Bei Mitarbeitern auf gleicher Ebene – gegenseitige Sympathie vorausgesetzt – spricht aus meiner Sicht nichts gegen das Duzen. Auch, wenn man mich als „kommunikativen Dinosaurier“ bezeichnet, sehe ich keinen Grund, im Zuge der aktuellen Diskussionen hieran etwas zu ändern.

Was sagen Sie dazu: Duzen Sie oder Siezen Sie? Finden Sie das Siezen heutzutage überholt oder gehören Sie zum „alten Eisen“? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Bildnachweis: Suteren Studio / stock.adobe.com

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing.