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Umgang mit typischen Ausreden rund um das Handy

Lesezeit: 3 Minuten Mails werden "nur eben kurz" beantwortet und Einträge bei Facebook nebenbei mitgelesen. In Besprechungen und bei Treffen mit Kollegen ist das nicht nur unhöflich. Die Konzentration leidet unter den Ablenkungen und Unterbrechungen. Einfach wäre es, wenn alle ihr Handy ausmachen oder wegpacken. Doch wie geht man damit um, wenn es heißt: "Wieso, ich will doch gar nicht telefonieren!"? Hier erfahren Sie es!

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Umgang mit typischen Ausreden rund um das Handy

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Umgang mit typischen Ausreden rund um das Handy

Lesezeit: 3 Minuten

Kennen Sie das? Sie treffen sich mit Kollegen zur Kurzbesprechung und alle legen ganz selbstverständlich ihre Handys auf den Tisch. Da Sie sich auf eine störungsfreie Arbeitssitzung eingestellt haben, liegt Ihr Handy im Büro. Als Sie einen entsprechenden Hinweis machen, werden die Geräte stumm geschaltet bzw. Sie hören „ist sowieso leise gestellt“.

Etwas irritiert bemerken Sie, dass zwischendurch immer wieder Blicke auf das Display erfolgen. Ein Kollege beantwortet schnell eine Mail – „dauert nur eine Minute, macht einfach weiter!“. Eine andere Kollegin liest unauffällig in Facebook mit.

Da Sie als einzige Person dieses Verhalten merkwürdig finden, beschließen Sie, es zu ignorieren. Doch innerlich regen Sie sich fürchterlich darüber auf. Und Sie überlegen, ob Sie sich mit diesem unhöflichen und unprofessionellen Vorgehen wirklich abfinden müssen.

Es ist nicht schwer, das Handy auszuschalten

Viele Menschen haben sich an die ständige Erreichbarkeit gewöhnt. Sie selbst handhaben das anders. Eigentlich haben Sie wenig Lust, darüber nachzudenken, warum der andere offensichtlich in einer klar definierten Situation fast zwanghaft „on“ sein muss. Wahrscheinlich ist es ein Mix aus der Angst, etwas zu verpassen, Neugierde oder um die eigene Bedeutung vor sich selbst und anderen durch häufige Anrufe, SMS, E-Mails zu „beweisen“.

Sie merken, dass ein hoher Grad an Ablenkung und Unterbrechung für alle Beteiligten eintritt. Denn während Sie einen Punkt ausführen, schaut ein Kollege auf sein Display. Doch selbst wenn der Check keine neuen Nachrichten ergab, ist die Ablenkung da.

Ich will nicht telefonieren, aber…

Wenn man das Thema „Handy weg oder aus“ anspricht, wird oft gesagt: „Es ist stumm gestellt“ oder „Ich telefoniere doch gar nicht“. Im Laufe des Gesprächs wird dann trotzdem immer wieder draufgeschaut. Es ist einfach menschlich. Hier also meine Vorschläge, wie Sie in verschiedenen Situationen auf die Ausreden reagieren könnten. Denn wenn Sie darum bitten, das Handy auszuschalten, und es erfolgt eine der nachfolgenden Antworten, wissen die meisten nicht, wie sie darauf reagieren sollen.

„Ich benutze mein Handy als Uhr“

Abhilfe: Wenn die Person keine Armbanduhr trägt, weisen Sie auf eine Wand- oder Tischuhr hin. Bieten Sie an, auf die Zeit zu achten und auch Zwischenzeiten zu nennen oder die verbleibende Dauer des Meetings anzusagen. Extremlösung: Sie nehmen Ihre eigene Uhr ab und platzieren sie gut sichtbar auf dem Tisch.

„Ich lege es immer auf den Tisch“

Abhilfe: Sagen Sie deutlich, dass nach Ihrer Erfahrung das Handy auf dem Tisch eine Ablenkung darstellt und dass Sie keine Ablenkung wünschen. Sprechen Sie immer im Ich-Modus. Sagen Sie es freundlich. Belehren Sie den anderen nicht, das steht Ihnen nicht zu! Sagen Sie eher „Ich würde mich freuen, wenn…“

Bedanken Sie sich dafür und gehen Sie sofort zum Thema über. Keine weiteren Ausführungen zu dem Handyverhalten, keine Rechtfertigungen für Ihr Vorgehen.
Extremlösung: Nachdem Sie Ihren Wunsch geäußert haben, lehnen Sie sich entspannt zurück und schauen Sie freundlich. Atmen Sie und warten Sie, bis der andere das Gerät wegpackt oder wirklich ausschaltet. Die Gefahr besteht, dass es plötzlich nicht um das Handyverhalten, sondern um Macht geht.

„Ich will nicht telefonieren, aber…“

Es gibt noch eine Menge mehr an typischen Antworten, weshalb das Handy in Griff- und Sichtweite bleiben muss. Und weshalb zwischendurch – auch und gerade wenn keine Meldungen eingehen – danach gegriffen werden muss. Lesen Sie zwei weitere Beispiele.

„Ich warte noch auf eine dringende Antwort.“

Abhilfe: Fragten Sie ganz sachlich: „Okay, und das hat auch etwas mit diesem Projekt/unserem Thema hier zu tun?“ Wann dann ein „naja“ oder „nicht so ganz“ gemurmelt wird, sagen Sie einfach wieder „okay“ und schauen die Person einfach nur gelassen und abwartend an, bis das Handy ausgemacht oder weggepackt wird. Extremlösung: Fragen Sie konkret nach: „Für welchen Punkt unseres Themas denn?“

„Ich muss für meine Kunden erreichbar sein.“

Abhilfe: Betonen Sie, dass dies für alle Beteiligten gilt. Bitten Sie darum, dass die Priorität wie bei allen anderen der aktuellen Besprechung gilt. Verdeutlichen Sie, wie die Besprechung/das Ergebnis sein wird, wenn sich jeder Teilnehmer dieses Recht herausnimmt. Notfalls klären Sie, wie die Regeln lauten.
Extremlösung: Nicken Sie und sagen Sie dann „Das gilt für uns alle hier!“ Und dann wieder: warten, atmen, sachlich bleiben.

Jetzt sind Sie dran – Umgang mit Menschen, die ständig ihr Handy checken

Überlegen Sie, wie Sie zukünftig mit beschriebenen oder ähnlichen Situationen umgehen. Vielleicht helfen Ihnen die Vorschläge, Ihr Recht auf störungsfreie Handyzonen gegenüber einem Gegenüber auszudrücken. Vielen Menschen ist überhaupt nicht bewusst, wie ihr Verhalten auf andere wirkt.

Das Handyverhalten, das vielfach zu beobachten ist, entwickelt sich oft schleichend. Sagen Sie deshalb deutlich, wie Sie sich die Bedingungen für ein Treffen vorstellen. Vielleicht haben Sie gute Strategien oder Ideen, wie man auf solche oder ähnliche Situationen reagieren kann? Dann schreiben Sie doch einen kurzen Kommentar. Und vielleicht schreiben Sie auch, welche typischen Ausreden Sie sich schon anhören mussten.

Gutes Gelingen! Ihre Wera Nägler, Expertin für Büroorganisation

Bildnachweis: Antonioguillem / stock.adobe.com

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