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Traditionelle Händler führen im Online-Markt

Lesezeit: 2 Minuten In den Jahren 1998 und 1999 prophezeiten viele Experten revolutionäre Veränderungen der Handelsstrukturen. Internet-Unternehmen schossen wie Pilze aus dem Boden. Inzwischen beherrschen nicht diese reinen Internet-Händler den Online-Markt, sondern so genannte Multi-Channel-Unternehmen wie Tchibo, Otto, Quelle und Neckermann.

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Traditionelle Händler führen im Online-Markt

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Ausnahmen bestätigen die Regel, so etwa der weltgrößte Online-Händler Amazon. Die Gründe: Reine Online-Händler haben Fehler gemacht. Vielen mangelte es an kaufmännischem Know-How oder im Bereich der Logistik, zum Beispiel beim Vertrieb.

"Wir beobachten, dass der stationäre Handel mit dem Online-Markt immer stärker veschmilzt", sagt Olaf Roik, E-Business-Experte beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). "In wenigen Jahren werden die Grenzen vollständig aufgelöst sein, vor allem beim so genannten Multi-Channeling. Das ist eigentlich nichts Besonderes. Es geht immer um den Vertrieb, nur dass wir verschiedene Vertriebswege nutzen: stationär und online gemeinsam."
 
Nach Angaben des HDE wurden in Deutschland nur 2,1 Prozent des gesamten Einzelhandlesumsatzes (510.000 Milliarden Euro) über das Internet abgewickelt. Soll sich jeder kleine Händler nun so schnell wie möglich einen Shop im Online-Markt einrichten? Dazu meint HDE-Experte Olaf Roik: "Jeder Händler sollte sich mit dem Online-Markt auseinandersetzen und dort, wo er Erfolg versprechend ist, in das Internet-Geschäft investieren."
 
Doch vorher sollte er sich überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, sich um die Kernbereiche seines Ladens zu kümmern, also um die Warenpräsentation, Beratung, Sortiments- und Ladengestaltung. "Da glauben wir, hapert es noch bei vielen."
 
Auch Kai Hudetz vom E-Commerce-Center (ECC) Handel in Köln erklärt: "Es wäre unredlich, den meisten Händlern Hoffnung zu machen, dass sie durch E-Business mit einem guten Online-Markt hohe Umsätze erzielen können. Ich kenne einen Kaffeehändler, der hatte nach drei Monaten zwei Bestellungen. Und eine davon war noch eine Fehlbestellung."
 
Doch es gibt Ausnahmen. "Wir haben Kontakt zu einem kleinen Unternehmen, das Porzellan, Kristall, Bestecke etc. verkauft." Die drei Gründer haben es geschafft über den Online-Markt weltweit zu verkaufen und machen nun zwei Drittel ihres Umsatzes online. Der Trick: Viele Amerikaner suchen zum Beispiel Hummel-Figuren. Per Suchmaschine findet man sie bei www.rautmann.de.
 
User informieren sich vor Laden-Einkauf online
In jedem Fall lohnt sich die Internet-Präsenz – auch ohne perfektes Shop-System. Denn Internet-Nutzer informieren sich bei knapp 30 Prozent ihrer Laden-Einkäufe zuvor im Netz. Dazu gehören immerhin 60 Prozent der Bevölkerung zwischen 14 und 69 Jahren (Quelle: GfK).
 
Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung von über 1.200 Internet-Nutzern des ECC Handel. Die User wurden nach ihrem letzten Einkauf im Internet oder in einem Ladengeschäft befragt. Immerhin 10 Prozent der Internet-User kauften tatsächlich im Geschäft des Händler, auf dessen Seiten sie sich informierten.
 
Auch bei Käufen auf dem Online-Markt recherchieren User in der realen Welt knapp 30 Prozent ihrer Einkäufe. Allerdings haben sich nur 2,6 Prozent von dem Händler beraten lassen, bei dem sie auch online orderten.

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