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Streitpunkt: Lüften im Büro im Winter

Lesezeit: 2 Minuten Frischluftfanatiker trifft auf "Frostbeule" – und schon tun sich Abgründe im sonst so friedlichen Gemeinschaftsbüro auf. Den einen ist es sofort zu kalt, die anderen können in dem "Mief" nicht denken. Wie finden Sie da eine gute Lösung? Denn das Reizthema, wie kalt oder warm es sein soll, hat auch mit dem "Wohlfühlen" zu tun. Die Herausforderung ist: Es muss allen damit gutgehen.

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Streitpunkt: Lüften im Büro im Winter

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Kennen Sie das? Draußen ist es kalt und ungemütlich. Entsprechend freuen Sie sich, dass Sie den Tag im Büro statt mit Kundenbesuchen verbringen. Sie teilen sich zu dritt das Büro und die Stimmung ist gut. Nach einiger Zeit werden Sie jedoch merklich unkonzentriert. Ihr Kollege gähnt auffallend oft.

Bei Ihrer Frage „Können wir zwischendurch das Fenster aufmachen und mal Frischluft reinlassen?“ schreckt Ihre Kollegin hoch. Sie findet es gerade richtig gemütlich. Die Vorstellung, jetzt einen Schwall Kaltluft einströmen zu lassen, lässt sie sofort protestieren.

An schlechtes Raumklima haben wir uns schon zu sehr gewöhnt

Menschen verbrauchen Sauerstoff. Oft wird vergessen, dass auch Kopierer und Drucker das Raumklima negativ beeinflussen. Und dass PC und Notebook die entstandene Abluft zum Kühlen des Gerätes ausbläst. Das entzieht Sauerstoff und bringt ungesunde Stoffe, die im Raum bleiben.

Als ungesunder Faktor kommen dann in vielen Büros noch Materialausdünstungen aus Teppich, Laminat, Büromöbel und dem Kunststoff der Elektrogeräte hinzu. Ebenso Industriekleber und Lacke. Diesen teils ungesunden Cocktail riechen wir meist gar nicht mehr. Doch er sorgt für schlechtes Raumklima. Und darauf reagieren wir.

Beispielsweise mit Unkonzentriertheit, Abgeschlagenheit am Nachmittag oder Kopfschmerzen. Ich als Kontaktlinsenträgerin merke das dann schnell an meinen ungewohnt trüben Linsen oder auffällig trockenen Augen. Frischluft und innerhalb weniger Minuten sehe ich wieder „klar“.

Gerüche im Büro? Da helfen oft nur Frischluft und ein klares Wort

In vielen Büro sind sie ein (Dauer-)Thema oder sogar offener Streitpunkt: Gerüche. Ob es sich um Essengeruch wie Metbrötchen oder Harzerkäse handelt oder um den großzügigen Einsatz von Parfüm und Rasierwasser. Viele würden am liebsten sofort alle Fenster aufreißen. Wer in der „Dunstglocke“ sitzt, bemerkt es oft nicht einmal. In manchem Büro gibt es die zwei Fraktionen „für gemütlichen Mief“ und „für ausreichend Frischluft“.

Nachweisbar messen kann man die Zusammenhänge zwischen Wärmelast, Personenzahl, Bürofläche und Luftwechselrate. Doch das ist oft weniger der Streitpunkt. Und auch wenn jemand durch das Lüften im Durchzug sitzt, muss es besonders rücksichtsvolle Lösungen geben.

Oft spielt mehr das „ich fühle mich aber nur so wohl und kann nur so arbeiten“ eine größere Rolle. Doch Gemeinschaftsbüro heißt: Kompromisse aushandeln, die alle ausreichend zufrieden stellen, ohne dass jemand zu 100 Prozent gewinnt.

So lüften Sie auch im Büro richtig

  • Während der Heizperiode sollten Sie das Fenster nicht auf Dauerkipp-Stellung haben. Schon gar nicht, wenn der Heizkörper angestellt ist. Dann heizen Sie im wahrsten Sinne des Wortes für draußen.
  • Bewährt hat sich das zwei- bis viermalige Stoßlüften.
  • Kurzes Querlüften bei weit geöffneten, gegenüberliegenden Fenstern ist die effektivste Methode, einen kompletten Luftaustausch herzustellen.
  • Dann die Fenster wieder schließen.

Dieses Vorgehen müsste die „Frischluftfanatiker“ ebenso zufrieden stellen wie die „Frostbeutel“. Sie werden einen Kompromiss finden müssen, der alle Beteiligten zufrieden stellt. Wenn Sie nach „Mehrheitsbeschluss“ vorgehen, bekommen Sie auf Dauer ebenso wenig Frieden in ein Gemeinschaftsbüro wie mit dem „Minderheitenschutz“.

Wenn es gar nicht anders geht, vereinbaren Sie feste Zeiten und Dauer, zu denen gelüftet werden. Dabei kann Kollege „Frostbeule“ entscheiden, ob er oder sie beim Lüften Erledigungen außerhalb des Büros erledigt.

Jetzt sind Sie dran – Frischluft im Büro

Menschen haben unterschiedliche Konstitutionen und Befindlichkeiten. Vermeiden Sie, gerade wenn es um Temperatur und Frischluft geht, als Besserwissen aufzutreten. Niemand muss lächerlich gemacht werden, weil er trotz Wollpullover friert, während Sie hemdsärmelig im Raum sitzen. Wenn Sie als Kolleginnen und Kollegen gut zusammen arbeiten wollen, brauchen Sie Lösungen für alle und keine „Gewinner“ und „Verlierer“.

Wenn es nicht anders geht, lösen Sie das Thema Frischluft im Winter mathematisch, wie ich das nenne: Beispielsweise alle zwei Stunden zehn Minuten bei weit geöffneten Fenstern stoßlüften.

Bildnachweis: britta60 / stock.adobe.com

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