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Statussymbole: Körpersprache für Führungskräfte?

Lesezeit: 3 Minuten "Mein Haus! Mein Auto! Mein Boot!" Wer all das vorweisen kann, scheint bedeutender zu sein als der, der in einer gemieteten Zwei-Zimmerwohnung lebt und einen rostigen Kleinwagen fährt. Macht und Autorität zeigen sich nicht nur über die Körpersprache, sondern auch über Statussymbole, mit denen sich Führungskräfte umgeben.

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Statussymbole: Körpersprache für Führungskräfte?

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Statussymbole nur für Top-Manager?
Gilt das nur für Top-Manager, die Sie aus der Zeitung kennen!? Oder ist Statusdenken spießig und einer modernen Gesellschaft nicht mehr angemessen? Weit gefehlt, auch die "normale" Führungskraft signalisiert durch die Nutzung von Statussymbolen, wie sie für sich selbst Führung definiert.

Ein Szenario
Sie sind neu als Führungskraft und haben gerade eine Abteilung übernommen. Da Sie als letzter ins Unternehmen gekommen sind, waren leider alle Büros schon besetzt. Nun teilen Sie sich das Büro mit einem "alteingesessenen" Mitarbeitenden. Sie teilen sich auch das Telefon, den Drucker, den PC, das Faxgerät. Das Büro ist von den Arbeitsräumen Ihrer Mitarbeiter weit entfernt, von den Räumen der Unternehmensspitze sowieso.

Wie schätzen Sie die Wirksamkeit dieser Führungskraft ein? Wird man diese Führungskraft wahrnehmen? Welche Autorität wird man ihr zugestehen? Welchen Status wird diese Führungskraft im Unternehmen wohl haben? Und wie wird die Autorität dieser Führungskraft bewertet, wenn sie auch noch eine Frau ist?

Statussymbole und Macht: Mein Büro
Mächtige Menschen hatten immer schon Symbole der Macht: Der Papst den Hirtenstab, der König Krone und Zepter, der Präsident eine mindestens 6 Meter lange Limousine der Sonderklasse mit Scheiben aus Panzerglas.

Heutige Organisationen haben andere Symbole, mit denen sie Macht und Autorität demonstrieren: Die Größe und Lage des Büros, die Ausstattung mit (teurem) Mobiliar, die Verfügbarkeit von allerlei technischem Gerät, angefangen vom PC oder Laptop über das iphone bis hin zur modernen Videokonferenzanlage, die Türbeschilderung mit den Titeln der Führungskraft.

Ein eigenes Büro ist nicht nur zwingend, weil Sie als Führungskraft ungestört Gespräche mit Mitarbeitern, Kunden oder Lieferanten führen. Wie lästig und geradezu peinlich ist es, wenn Sie für solche Gespräche warten müssen, bis Ihr Büromitbewohner in der Mittagspause ist. Oder wenn Sie auf der Suche nach einem freien Raum durchs Haus irren müssen!

Ein eigenes Büro signalisiert Ihnen und Ihren Mitarbeitern auch, für wie wichtig man Sie als Führungskraft im Unternehmen hält. Sie haben und bekommen – auch im übertragenen Sinn – Raum! So, wie Sie gegebene Raumlösungen akzeptieren, signalisieren Sie, wie Sie Ihre Führungsrolle selbst definieren: als der, der "so ein bisschen schaut, dass alles läuft" oder als der, der selbstbewusst steuert, lenkt, plant und entscheidet.

Statussymbole und Macht: Mein Mitarbeiterstab
Die Anzahl der Mitarbeiter sowie deren Rang ist ein deutliches Zeichen dafür, wie machtvoll die Position einer Führungskraft im Unternehmen ist. Ein Abteilungsleiter mit 120 Mitarbeitern ist meistens mächtiger als der Teamleiter mit 3 Personen. Dabei ist es aber leider oft so, dass die Anzahl der Mitarbeiter nicht unbedingt den Arbeitsanforderungen entspricht.

Viele Aufgaben, viele Mitarbeiter – das ist an sich schon korrekt. Positionsbewusste Führungskräfte schaffen es aber offensichtlich immer wieder, mehr Mitarbeiter um sich zu scharen, als es der Anfall von Arbeiten rechtfertigen würde. So kann es – paradoxerweise – aus Gründen der Positionierung im Unternehmen geradezu kontraproduktiv sein, sich zu überlegen, wie man durch Aufgabenverteilung, Rationalisierung und Konzentrierung Personal einsparen kann.

Besonders dann, wenn andere Abteilungen im gleichen Atemzug nach mehr Personal schreien und dann (ungeprüft) bekommen.

Statussymbole und Macht: Mein Dienstwagen
Nun benötigt nicht jede Führungskraft einen eigenen Dienstwagen. Doch auch hier gilt: "Zeig mir das Auto, das du fährst, und ich sage dir, wer du bist". Wenn Sie als Führungskraft mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, ist das o.k. Vorausgesetzt es passt zur Unternehmenskultur.

Wenn Ihre hierarchisch gleichgestellten Führungskollegen mit Porsche, Mercedes und BMW zur Arbeit kommen, sollten Sie sich gut überlegen, welche Signale Sie setzen, wenn Sie mit dem Drahtesel angeradelt kommen: "Ich pfeife auf Euer Gehabe!", "Ich bin so mächtig, dass ich es mir leisten kann, mit dem Fahrrad zu kommen!" oder einfach nur nicht darüber nachgedacht?

Besonders wenn Sie weibliche Führungskraft sind, bedarf die Entscheidung über Ihr Verkehrsmittel unter dem Aspekt der Positionierung einer besonderen Aufmerksamkeit.

Vergleichen Sie als Führungskraft in Ihrem Unternehmen einmal Ihre eigenen Statussymbole mit denen gleichrangiger Kollegen in Ihrem Unternehmen. Wie sieht es bei Ihnen z. B. mit dem reservierten Parkplatz aus, mit der Möglichkeit, Dienstreisen zu machen, mit der Möglichkeit, sich selbst nach außen zu präsentieren, mit der Größe und Ausstattung Ihres Büros, Ihrer Mitarbeiterzahl.

Wenn Sie Unterschiede zwischen sich und Ihren Kollegen feststellen, sollten Sie sich klar werden, welche Position Sie im Unternehmen einnehmen wollen und dann für Ihre Position eintreten.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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