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Sprechen Sie Ihre Kunden in der Werbung richtig an

Lesezeit: 2 Minuten In Bayern tut "man" sich relativ leicht: Mit "Du" ist wenig verkehrt gemacht. Doch allgemein ist in TV-Spots, Anzeigen und Online-Werbung eine Tendenz zum "Du" festzustellen. Mag das wirklich jede und jeder Verbraucher(in)?

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Sprechen Sie Ihre Kunden in der Werbung richtig an

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Bevor Sie sich entscheiden welche Form Sie verwenden werden, sollten Sie eine Abwägung bezüglich Ihres Produktes und Ihrer Zielgruppe machen.

Das gute alte "Sie"

Damit ist kaum was falsch zu machen, zumindest in deutschen Landen: Siezen Sie einfach die Empfänger Ihrer Botschaft. Denn auf diese Weise wird jene professionelle Distanz gewährt, wie sie in Mittel-Europa als "normal" anerkannt wird. Ein zu schnell verwendetes "Du" kann schnell (zu) intim werden.

Natürlich gibt es Branchen oder auch Regionen, in denen eher ein "Du" üblich ist – doch das wissen Sie selbst am besten. Sichern Sie sich ggf. ab, indem Sie z. B. im Gespräch mit Kunden danach fragen. Sollte da vermehrt das "Du" bevorzugt werden, können Sie diese Handhabung beruhigt auf Ihre Werbung übertragen, weil Werbung sich nahe an eben dem direkten Kontakt orientieren sollte.

Und entscheiden Sie, was Sie tun wollen – sagen Sie Ihrer Werbeagentur, welche Ebene sie wählen soll. Andernfalls landen Sie häufig beim Vermeiden direkter Ansprache, was schade wäre: Wenn Sie den Verbraucher direkt adressieren, ist dieser viel aufmerksamer als bei allgemeiner Anrede.

Sogar ein Wirtschafts-Verlag geht zum "Du" über

Gemeint ist der GABAL-Verlag in Offenbach, der seinen Slogan umgestellt hat: "GABAL. Dein Verlag. Motivierend. Sympathisch. Pragmatisch.". Möglich, dass die neue Zielgruppe der Management- und Trainings-Literatur immer jünger wird, doch auch diese wollen eventuell nicht von jedermann geduzt werden.

Wenn Ihre Werbung eher Augen zwinkernd humoristischen Anklang nutzt, mag das mit dem "du" auch eher funktionieren, siehe etwa Müllermilch. Es geht immer darum, sich zu überlegen, was die Zielgruppe von ihrem Dienstleister erwartet. Zudem geht es darum, eine Beziehung zu dem Kunden herzustellen, ohne die nötige professionelle Distanz zu verlieren. Wie Sie sehen, ist das also eine Gratwanderung.

Wie vermeiden Sie diesen Zwiespalt komplett?

Ein von mir betreuter Verlag im Corporate Publishing hat kürzlich im Rahmen eines Komplett-Relaunch u. a. seinen Slogan verändert, in "Dein Wohlbefinden in guten Händen." Klingt zunächst gut, jedoch sind die Zielpersonen seiner Medien (gestreut via Apotheken) meist älter.

Der Verleger selbst war hin- und her gerissen, spielte mit der Version "Ihr Wohlbefinden" – und kehrte doch zu "Dein Wohlbefinden" zurück, trotz meines Protestes. Nun, inzwischen hat (er nach ersten Tests) die von mir ins Spiel gebrachte und eindeutig favorisierte Version komplett eingeführt: "Mein Wohlbefinden in guten Händen".

Womit der Leser bestens identifizieren kann. Überlegen Sie also in diesem Sinne, wie Sie bei Ihren Kunden (und potenziellen Neukunden) passend landen können. Fragen Sie sie, versetzen Sie sich in sie hinein, z. B. mithilfe einer Empathie-Karte.

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