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Sonderzuwendungen: Worauf Sie 2003 bei der Zahlung von Weihnachtsgeld bei Teilzeitkräften besonders achten müssen

Lesezeit: 2 Minuten Durch die zahlreichen Änderungen zum 1.4.2003 bestehen in einigen Betrieben Unsicherheiten darüber, ob und wie viel Weihnachtsgeld Sie den 400-Euro-Kräften zahlen können, ohne dass dadurch die Grenze überschritten wird und der Mitarbeiter möglicherweise in die Gleitzone "abrutscht".

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Sonderzuwendungen: Worauf Sie 2003 bei der Zahlung von Weihnachtsgeld bei Teilzeitkräften besonders achten müssen

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Was generell gilt:
Für Sie als Arbeitgeber besteht keine grundsätzliche Verpflichtung, Weihnachtsgeld zu zahlen. Es sei denn, ein für Ihr Unternehmen geltender Tarifvertrag oder mit dem Mitarbeiter getroffene arbeitsvertraglichen Regelungen sehen eine solche Zahlung ausdrücklich vor.
Beachten Sie auch die so genannte "betriebliche Übung"
Haben Sie Ihren Mitarbeitern in den vergangenen Jahren ohne Vorbehalt Weihnachtsgeld gezahlt, können Sie jetzt die Zahlungen nicht einfach wieder einstellen. Ihre Mitarbeiter haben einen Anspruch darauf. Was Sie aber machen können, ist Folgendes: Sie können ab diesem Jahr für die kommenden 3 Jahre die Zahlungen unter Vorbehalt stellen. Nach 3 Jahren ist die betriebliche Übung dann gebrochen.

Vorsicht Falle:
In der Vergangenheit haben einige Unternehmen mit ihren Teilzeitkräften und Aushilfen vereinbart, dass kein Weihnachtsgeld gezahlt wird, um ein Überschreiten der Grenze von 400 ⁅Euro zu verhindern. Grundsätzlich steht dem auch nichts im Wege.
Ausnahme:
Regelt ein Tarifvertrag das Bestehen eines Anspruches, ist eine solche Vereinbarung nichtig. Das gilt auch, wenn Sie mit Ihrem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung geschlossen haben, die Weihnachtsgeldzahlungen ausdrücklich vorsieht. Und: Zahlen Sie Ihren Vollzeitkräften Weihnachtsgeld, haben auch Ihre Teilzeitkräften einen Anspruch darauf.
Weihnachtsgeld erhöht das Einkommen – Achtung, Steuerpflicht!
Sobald das monatliche Einkommen 400 Euro ⁅übersteigt, ist Ihr Mitarbeiter aber nun sozialversicherungspflichtig und steuerpflichtig. Das gilt auch dann, wenn durch die Zahlung von Weihnachtsgeld die Grenze überschritten wird.
Beispiel:
Ein Mini-Jobber erhält von Januar bis November 400 Euro monatlich. Im Dezember bekommt er zusätzlich zu den 400 Euro Weihnachtsgeld in Höhe von 150 Euro. Das hat zur Konsequenz, dass der monatliche Durchschnittsverdienst steigt:
400 Euro monatliches Einkommen
x 12 Monate
+ 150 Euro Weihnachtsgeld
: 12 Monate
= 412,50 Euro monatlicher Durchschnittsverdienst.
Im Durchschnitt verdient der Beschäftigte nun 12,50 € pro Monat mehr. Die 400-€-Minijobgrenze wurde damit überschritten, und er wird sozialversicherungspflichtig, wenn auch noch in der so genannten Gleitzone bis 800 € nur mit stufenweiser Anhebung. Außerdem wird der Minijob steuerpflichtig – der Arbeitgeber muss das Einkommen unter Vorlage einer Lohnsteuerkarte versteuern.
Sonderfall 2003
Für Januar bis März galt eine Einkommensgrenze von 325 Euro. Dies müssen Sie bei Ihrer Durchschnittsberechnung beachten!
Das heißt für Sie und Ihren Mitarbeiter:
Haben Sie und Ihr Mitarbeiter bislang die Einkommensgrenzen voll ausgenutzt, und sind Sie verpflichtet, Weihnachtsgeld zu zahlen, wird der Mitarbeiter im Rahmen der Gleitzonenregelung sozialversicherungspflichtig. Die Abgabenpflicht kann in diesem Fall nur umgangen werden, wenn die zu leistenden Arbeitsstunden so weit reduziert werden, dass das monatliche Einkommen zuzüglich des Weihnachtsgeldes nicht mehr als durchschnittlich 400 Euro beträgt.
Achtung:
Haben Sie einen 400-Euro-Minijobber trotz der Zahlung von Weihnachtsgeld sozialversicherungsfrei belassen, besteht auch im Nachhinein Sozialversicherungspflicht. Die vollen Sozialversicherungsbeiträge müssen Sie nachzahlen. Den Arbeitnehmeranteil können Sie sich rückwirkend nur für drei Monate von Ihrem Mitarbeiter wiederholen.

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