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So wird Ihr Kindergarten Schritt für Schritt zur „Lernwerkstatt“

Lesezeit: 2 Minuten Kinder lernen am nachhaltigsten, wenn sie interessiert sind, wenn sie mit allen Sinnen beteiligt und selbst tätig sind, also durch eigenes Ausprobieren. Der Kindergarten kann als "Lernwerkstatt" fungieren und durch Staunen wird Lernen zum Erlebnis.

2 min Lesezeit
So wird Ihr Kindergarten Schritt für Schritt zur „Lernwerkstatt“

So wird Ihr Kindergarten Schritt für Schritt zur „Lernwerkstatt“

Lesezeit: 2 Minuten

Lernen mit allen Sinnen

Kinder brauchen für ihre Entwicklung Erfahrungen aus erster Hand, sie müssen mit allen Sinnen spüren, tasten, fühlen, riechen, schmecken, hören und sehen. Leider wird ihnen das immer mehr erschwert. Die zubetonierte Umwelt lässt immer weniger Freiraum, der Verkehr macht „draußen spielen“ zu einem lebensgefährlichen Unterfangen, und moderne Geräte wie beispielsweise die Spülmaschine verhindern, dass Kinder bei Haushaltstätigkeiten wichtige Erfahrungen machen.
Umso wichtiger ist deshalb, dass der Kindergarten eine Umgebung darstellt, in der Kinder mit allen Sinnen tätig sein können, die ihre Neugier herausfordert, in der sie experimentieren, forschen, bauen und vieles mehr machen können. Denn nur eigene Erfahrungen vermitteln Sicherheit und befähigen, sich auf sich selbst zu verlassen, etwas Neues auszuprobieren, Dinge kritisch zu prüfen und zu hinterfragen, Probleme mutig anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. 

1. Schritt: Eigenes Lernverhalten beschreiben

Das Bestreben der Kinder, lernen und Erfahrungen machen zu wollen, wird oft von Erzieherinnen verhindert, weil sie – oft zu Recht – negative Folgen befürchten. Das können vergleichsweise harmlose Folgen wie nasse oder dreckige Kleider sein, aber auch aufgeschlagene Knie oder Schlimmeres. Ängste, die das Erfahrungslernen von Kindern verhindern, begründen sich meist aus der eigenen Lernbiografie.
Diskutieren Sie deshalb mit Ihrem Team: 

  • Hat uns in der Kindheit das Lernen Spaß gemacht? Wann und warum? 
  • Welche Spiele waren schön, aufregend, gefährlich?
  • Konnten wir spielen, was wir wollten? Wer hat uns reglementiert und wie? Was haben wir dabei empfunden? 
  • Konnten wir Neues und Ungewöhnliches ausprobieren?
  • Haben wir uns mit anderen Kindern getroffen? Wo?
  • Gab es bei den Treffen unterschiedliche Altersgruppen?
  • Haben wir mit Mädchen und Jungen zusammen gespielt?
  • Bekamen wir viel – alles – erklärt?
  • Hatten wir Vorbilder? Was haben wir von ihnen gelernt? Wie?
  • Wurden wir bestraft? Wofür?
  • Durften wir uns dreckig machen?
  • Wurden wir ausgelacht, bloßgestellt, verspottet?

Aus den eigenen Erfahrungen in der Kindheit leiten wir unser Verständnis von „Lernen“ ab. Auf dem Weg zum Kindergarten als „Lernwerkstatt“ ist es wichtig, das eigene Verständnis zu erweitern und zu entdecken, wo und wie in der Einrichtung Lernen möglich ist, wo und wie aber auch Lernen verhindert wird. Erstellen Sie dazu auch eine Liste.

2. Schritt: „Lernverhinderungen“ aufspüren

Prüfen Sie die im ersten Schritt erstellte Liste kritisch: Wo, wann und wie können die Kinder das tun, was Sie und Ihr Team als Lernsituationen aufgelistet haben?

3. Schritt: Die Fähigkeit zum „Staunen“ nutzen

„Das Staunen ist die Saat, aus der das Wissen wächst.“ (Georg Christoph Lichtenberg). Auch für die griechischen Philosophen Platon und Aristoteles ist das Staunen der Anfang aller Erkenntnis und der Beginn der Wissenschaft. Am Anfang des entdeckenden Lernens steht das Staunen, das Erstaunen über etwas bisher Unbekanntes. Aus der Motivation, darüber mehr zu erfahren, begründen sich Lerneifer und Kreativität.

Geben Sie dem Staunen eine neue Chance

Zunächst sollten Sie und Ihr Team Ihre Einrichtung unter diesem Gesichtspunkt untersuchen: Gibt es in den Räumen Gegenstände und Materialien, die zum Staunen anregen? Nehmen Sie sich dazu mindestens eine Stunde Zeit. Versuchen Sie, die Einrichtung mit „Kinderaugen“ zu sehen, also auch aus der Kinderperspektive. Gehen Sie dazu unbedingt in die Hocke, oder setzen Sie sich auf den Boden, damit Sie die Dinge aus der Perspektive der Kinder sehen.

4. Schritt: Anlässe zum Staunen schaffen

Schaffen Sie für sich und die Kinder neue „Staunanlässe“. Bitten Sie Ihre Mitarbeiterinnen, etwas in den Räumen anzubringen, hineinzustellen oder auch herauszunehmen, was zum Staunen einlädt. Beachten Sie auch dabei den Standort, die Höhe und die Zugriffsmöglichkeit. Denken Sie an alle Sinne: Staunen mit den Augen, den Ohren, mit der Nase, den Händen, den Füßen und durch Schmecken.

Bildnachweis: cicisbeo / stock.adobe.com

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