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So soll das Umsatzsteuer-System revolutioniert werden

Das Bundesfinanzministerium hat sich mit einem internen Schreiben vom 16.2.2004, Az IV B 2 – S 7050 -87/03, an die jeweiligen Finanzminister der Länder gewandt, in dem es gravierende Änderungen bei der Umsatzsteuer ankündigt.

So soll das Umsatzsteuer-System revolutioniert werden

Umsatzsteuer wird von Ihnen vorfinanziert
Von Ihnen höre ich in der Redaktionssprechstunde immer wieder, dass die Zahlungsmoral z.Zt. mehr und mehr zu wünschen übrig lässt. Sie müssen auf die Bezahlung Ihrer Rechnungen immer länger warten. Zusätzlich werden Sie als Unternehmer vom Fiskus noch als Bank missbraucht, da Sie die Umsatzsteuer bereits an das Finanzamt zahlen müssen, bevor Sie das Geld überhaupt in Ihren Händen halten. Denn nach der bestehenden Rechtslage müssen Sie Ihre Umsätze in dem Voranmeldungszeitraum anmelden, in dem Sie eine Lieferung oder Leistung ausgeführt haben. Hierbei ist es vollkommen gleichgültig, wann Sie von Ihrem Kunden das Geld erhalten.Bei falscher Voranmeldungen droht Ärger
Um dieses Problem zu umgehen und noch unternehmerisch handlungsfähig zu bleiben, greifen einige Unternehmer zu einem immer öfter anzutreffenden Trick: Der Umsatz wird erst in einem späteren Zeitraum angemeldet, wenn der Kunde tatsächlich gezahlt hat. Dies kann gefährlich werden: Wird bei Ihrem Kunden z.B. eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung oder Umsatzsteuer-Nachschau durchgeführt, können Sie sicher sein, dass Ihre Rechnungen zu Kontrollzwecken ausgewertet werden. Kommt der Fiskus dahinter, gibt´s Probleme, da ein solches Verhalten schnell als Steuerverkürzung bzw. Steuerhinterziehung angesehen werden kann.Die unehrlichen Unternehmer verschaffen sich Wettbewerbsvorteile
Die Umsatzsteuer sichert dem Staat z.Zt. das höchste Steueraufkommen. Steuerunehrliche Unternehmer verschaffen sich den ehrlichen Unternehmern gegenüber Wettbewerbsvorteile, da sie günstigere Preise anbieten können. Zwischenzeitlich wurde dies auch vom Fiskus festgestellt, da das Umsatzsteuer-Aufkommen seit dem Jahr 2000 stetig sinkt.

Die Ist-Versteuerung soll kommen
Um die ehrlichen Unternehmer zu schützen und den Umsatzsteuer-Ausfällen vorzubeugen, hat die Finanzverwaltung vorgeschlagen, die Umsatzsteuer nicht mehr nach dem bisherigen Prinzip der Soll-Versteuerung zu erheben, sondern auf die Ist-Versteuerung umzustellen. Nach dem Willen der Finanzverwaltung kommt es dann nicht mehr darauf an, wann Sie eine Lieferung oder Leistung erbracht haben. Vielmehr wird nur noch darauf abgestellt, wann Ihr Kunde seine Rechnung bezahlt und das Geld bei Ihnen eingeht.

Ihre Mithilfe ist gefragt
Zusätzlich soll ein elektronisches Kontroll-Verfahren (Cross-Check) installiert werden. Das Cross-Check-Verfahren setzt voraus, dass Sie als Unternehmer Ihre Eingangs- und Ausgangsumsätze ab einem bestimmten Betrag an eine Zentralbehörde melden. Mit welcher Datenmenge hier zu rechnen ist, ist vollkommen unbekannt. Zu diesem Zweck werden z.Zt. bei Betriebs- und Umsatzsteuersonderprüfungen auf freiwilliger Basis Fragebögen verteilt, auf denen die Anzahl der täglichen Rechnungen nach Beträgen abgefragt wird.

 

 

 

 

Vorfinanzierung ist hinfällig
Sollte die Änderung erfolgen, entfällt Ihre Vorfinanzierung der Umsatzsteuer und Sie bzw. Ihr Unternehmen verfügt über eine erheblich höhere Liquidität. Im Gegenzug dürfen Sie die Vorsteuer aus einer Rechnung auch erst dann geltend machen, wenn Sie die Rechnung gezahlt haben.

Tipp:
Da dem Fiskus die Steuern wegbrechen, ist davon auszugehen, dass es in den nächsten Monaten zu verstärkten Kontrollen vor allem im Umsatzsteuerbereich kommen wird. Stellen Sie sich gerade in diesem Bereich auf Nachfragen ein. Die Zielrichtung ist vorgegeben: In möglichst kurzer Zeit viele Fälle aufzudecken, in denen Unternehmer bei den Umsatzsteuer-Voranmeldungen tricksen. Hierfür wurden die Prüfungsdienste (Umsatzsteuer-Nachschau, Umsatzsteuer-Sonderprüfung, Betriebsprüfung, Flankenschutz-Fahnder etc.) erheblich aufgestockt.

 

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