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Smalltalk im Karl May-Jahr

Lesezeit: 2 Minuten Ihr Smalltalk-Gesprächspartner weiß es vielleicht schon längst: 2012 ist Karl May-Jahr. 1842 wurde der Schriftsteller im sächsischen Hohenstein-Ernstthal geboren. Am 30. März 1912 ist er in Radebeul gestorben. Seine Lebensgeschichte ist das, was die Amerikaner eine Rags to Riches-Story nennen.

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Smalltalk im Karl May-Jahr

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Im Karl May-Smalltalk dürfen Sie ein wenig den Oberlehrer geben

Wenn Ihr Smalltalk-Gegenüber nun kein Amerikaner ist? Erklären Sie ihm den Begriff: Rags sind Lumpen. Riches sind Reichtümer. Rags to Riches heißt übertragen: Vom Tellerwäscher zum Millionär.

Teller hätte Karl May vielleicht gerne gewaschen. Statt dessen musste er Geldbeutel und Zigarrenetuis herstellen, bevor er in die Schreibstube wechseln durfte. Drei Jahre verbrachte May mit solch niederen Tätigkeiten auf Schloss Osterstein in Zwickau.

Erzählen Sie im Smalltalk von Karl Mays bescheidenen Anfängen

Hört sich nach einer noblen Adresse an: Falls Ihr Smalltalk-Partner das denkt, klären Sie ihn auf. Schloss Osterstein war in Wirklichkeit ein düsterer Gefängnisbau. Zu der Zuchthausstrafe mit Arbeitseinsatz war May wegen mehrfachen Betrugs verurteilt worden. Eigentlich hätte sie noch ein Jahr länger dauern sollen. Doch wegen guter Führung wurde der Delinquent vorzeitig entlassen. Wieder in Freiheit, begann May nicht etwa Erfolgsromane zu schreiben.

Setzen Sie den Smalltalk mit dem noch bescheideneren weiteren Werdegang fort

Durch einen Schicksalsschlag – den Tod der geliebten Großmutter – ließ May sich erneut aus der Bahn werfen. Er setzte seine kriminelle Karriere fort. Das Register seiner Straftaten wurde immer länger. Kleinere Diebstähle mochten der Not geschuldet sein. Nicht aber seine Hochstapeleien und Amtsanmaßungen.

May klebte sich einen falschen Bart an. Er gab sich als Polizist aus, um in Handwerksbetrieben angebliches Falschgeld zu beschlagnahmen. Am Ende landete er wieder im Knast. Diesmal musste er die vollen vier Jahre im sächsischen Zuchthaus Waldheim absitzen.

Hinter Gittern machte May nach eigenen Angaben eine Läuterung durch. Tiefer konnte er ohnehin kaum sinken. Immerhin arbeitete sich May vom Zigarrendreher zum Gefängnisbibliothekar hoch.

Endlich geht es im Smalltalk – und mit May – aufwärts

In Ihrem Smalltalk über Karl May geht es weiter aufwärts. Schriftsteller war der Freigänger aber immer noch nicht. Im Entlassungsjahr gelang es ihm jedoch, eine Erzählung zu veröffentlichen: Die Rose von Ernstthal hatte zumindest so viel Erfolg, dass sie den Verleger Heinrich Gotthold Münchmeyer auf den immer noch unter Polizeibeobachtung Stehenden aufmerksam machte. Münchmeyer brauchte einen Redakteur, May Geld. Ab 1875 entspann sich eine Zusammenarbeit.

In der wurde der kreative Teil des Duos immer unzufriedener. May schrieb und schrieb. Er lieferte Geschichte um Geschichte, Roman um Roman. Münchmeyer riss alles an sich Samt den Rechten, um es zu vermarkten. Größtenteils zu des Verlegers Vorteil: Der Autor wurde nach Selbsteinschätzung mit Almosen abgespeist.

Beenden Sie den Smalltalk mit Mays Rache an seinem Verleger

Dreißig Jahre später servierte ein endlich reich gewordener Schriftsteller seinem ungeliebten Patron die Rechnung. Freilich nur literarisch. Ein Schundverlag hieß die Schrift. Später folgte noch das Pamphlet Ein Schundverlag und seine Helfershelfer.

Beide Schriften wurden erst nach Mays Tod veröffentlicht. So viel Negatives über Karl May?, wird Ihr Smalltalk-Gegenüber jetzt vielleicht einwenden. Zur Antwort könnte er bekommen: May war ein genialer Schriftsteller. May war aber auch ein unglücklicher Mensch. Das sogar zeitlebens. Auch darüber sollte im Karl May-Jahr gesprochen werden.

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