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Sie sind unzufrieden mit Ihrem WEG-Verwalter? Dann handeln Sie!

Lesezeit: 2 Minuten Immer wieder hört man, dass Eigentümergemeinschaften mit ihrem Verwalter unzufrieden sind. Er reagiert nicht auf Anrufe oder E-Mails, vergisst Termine oder setzt gemeinschaftliche Beschlüsse nicht um. Früher oder später kommt dann die Frage auf, ob man sich nicht besser von dem Verwalter trennt.

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Sie sind unzufrieden mit Ihrem WEG-Verwalter? Dann handeln Sie!

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Sind Sie mit der Arbeit Ihres WEG-Verwalters nicht (mehr) zufrieden, ist der erste Schritt, das persönliche Gespräch zu suchen. Machen Sie ihm klar, dass Sie mit seiner Arbeit nicht zufrieden sind und was Sie konkret von ihm verlangen. Bringt ein solches Gespräch aber nicht den gewünschten Erfolg, sind rechtliche Schritte gefragt.

Abmahnung als letzte Chance möglich

Möchten Sie Ihrem Verwalter noch eine Chance geben, können Sie ihn zunächst nur abmahnen. In der Abmahnung legen Sie ihm sein Fehlverhalten dar und machen ihm klar, welches ordnungsgemäße Verhalten Sie von ihm erwarten. Außerdem kündigen Sie seine Abberufung und die Kündigung des Verwaltervertrages für den Fall an, dass er weiterhin pflichtwidrig handelt. Setzt Ihr Verwalter sein pflichtwidriges Verhalten dennoch fort, sollten Sie sich von ihm trennen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Pflichtverletzung Ihres Verwalters ausreichend für eine Abberufung aus wichtigem Grund ist, können Sie sich eine Abmahnung zunutze machen.

Begeht der Verwalter nämlich den Pflichtverstoß trotz Abmahnung erneut, kann das einen wichtigen Abberufungsgrund darstellen. So hat es das Landgericht Düsseldorf in einem Fall entschieden, in dem ein Verwalter trotz Abmahnungen die Beschlüsse zur Instandsetzung nicht umgesetzt hat (Urteil v. 27.01.10, Az. 16 S 45/09).

Abberufung ohne wichtigen Grund

 Unter welchen Voraussetzungen Sie Ihren Verwalter abberufen können, hängt von der Gestaltung des Verwaltervertrags ab. Haben Sie einen unbefristeten Vertrag geschlossen, können Sie Ihren Verwalter normalerweise jederzeit ohne Nennung eines Grundes abberufen und den Vertrag nur unter Einhaltung der Kündigungsfrist beenden.

Wichtig: Achten Sie dann aber unbedingt darauf, dass Sie zeitgleich mit der Abberufung den Verwaltervertrag kündigen. Die Abberufung berührt nämlich die Kündigung des Verwaltervertrages zumindest dann nicht, wenn Sie nicht aus wichtigem Grund kündigen. Wenn Sie sich dann auf die Abberufung Ihres Verwalters beschränken, hat das zur Folge, dass Sie ihm weiterhin sein Honorar zahlen müssen, weil der Verwaltervertrag fortbesteht.

In der Praxis werden die Verwalterverträge allerdings meistens für eine bestimmte Zeit geschlossen. Außerdem enthalten sie Regelungen, die für die Abberufung des Verwalters einen wichtigen Grund verlangen.

Ein wichtiger Grund für die Abberufung Ihres Verwalters liegt vor, wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Verwalter und Wohnungseigentümern so schwer gestört ist, dass den Eigentümern eine Fortsetzung der Vertragsverhältnisses bis zum Ende der Vertragszeit nicht zugemutet werden kann (BGH, Urteil v. 20.01.12, Az. V ZR 55/11). Dies kann in den folgenden Situationen der Fall sein:

Auskunftsverweigerung: Der Verwalter verweigert den Eigentümern die Einsicht in die Verwaltungs- oder Abrechnungsunterlagen ohne sachlichen Grund.

 Beschlüsse: Der Verwalter setzt Beschlüsse der Gemeinschaft kontinuierlich nicht um.

 Beschluss-Sammlung: Der Verwalter führt die Beschluss-Sammlung nicht ordnungsgemäß (§ 26 Abs. 4 WEG).

 Eigentümerversammlung: Der Verwalter weigert sich pflichtwidrig, die Eigentümerversammlung einzuberufen.

 Gebäudeversicherungsschutz: Der Verwalter zahlt die Beiträge für die Gebäudeversicherung nicht, sodass die Gemeinschaft den Versicherungsschutz verliert.

 Gemeinschaftliche Gelder: Der Verwalter verwendet die gemeinschaftlichen Gelder entgegen der gefassten Beschlüsse.

 Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit des Verwalters

 Jahresabrechnung: Verzögerung um einen nicht mehr erträglichen Zeitraum oder systematische Verschleierung von Abrechnungsfehlern

 Straftat: Verurteilung wegen eines Vermögensdelikts

Bildnachweis: Butch / stock.adobe.com

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