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Reality-Marketing: Beenden Sie die heile Welt

Lesezeit: 1 Minute Reality-Marketing hört auf mit Augenwischerei und präsentiert die "Realität" so, wie sie ist. Was sich nach wirtschaftlichem Selbstmord anhört, könnte ein wichtiger Marketing-Trend der kommenden Jahre werden: "Vorbereiten auf ein Leben nach Ford", so lautet der Titel eines Dokumentarfilms, der derzeit via Internet verbreitet wird. Er erzählt die Geschichte von Ford-Mitarbeitern, deren Werk geschlossen wird. Das Besondere daran: Der Autohersteller selbst hat den Film finanziert und strahlt ihn aus. Beim Reality-Marketing wird nichts beschönigt, nichts zensiert.

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Reality-Marketing: Beenden Sie die heile Welt

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Neuer-Trend "Reality-Marketing"
Unter anderem sind auf der von Ford finanzierten Seite (www.fordboldmoves.com) Kommentare über "geistlose Produkte" und das "Management-Karussell" zu finden. Prognose: Auch andere Unternehmen verabschieden sich künftig von der Praxis, in ihrer Werbung eine heile Welt zu präsentieren, und setzen stattdessen auch schonungsloses Reality-Marketing. Weitere Beispiele:
  • Um den Jetta zu bewerben, zeigt Volkswagen in den USA nicht die üblichen Kurvenfahrten entlang einer Küstenstraßen, sondern einen Autounfall.
  • Ragu, eine Art amerikanische Mirácoli-Sauce, wurde jahrelang in der Werbung als hochwertige Delikatesse angepriesen – ohne Erfolg. Dann gestand sich der Hersteller ein, dass kein Erwachsener freiwillig die Sauce isst, vermarktete Ragu fortan als Produkt für Kinder – und kehrte so eine jahrelange Talfahrt um.
  • Die Londoner Polizei zeigt in ihren TV-Werbespots keine schneidigen Bobbys mehr, sondern altgediente Polizisten, die etwa davon berichten, wie schrecklich es ist, an einer Tür zu klingeln und einem Mann zu erklären, dass Frau und Kind bei einem Autounfall gestorben sind. Die Anzahl der Interessenten bei einer Telefonhotline stieg um 50 Prozent. 6.000 Polizisten wurden mit der düsteren Kampagne rekrutiert.
Trendletter-Prognose "Reality-Marketing"
Der Konsument von morgen ist mit Reality-TV aufgewachsen, umgeben von authentischen, kaum inszenierten Bildern. Diesen Big-Brother-Ansatz erwartet er auch von der Werbung. Für eine heile Welt ist in der Werbung künftig nur noch als ironischer Ansatz Platz.
Konsumenten finden die ungeschminkte Wahrheit ohnehin in Blogs, auf YouTube oderMySpace – Produktdefekte, fehlerhafte Pressemitteilungen, zweifelhafte Marketingmaßnahmen. Liefern Sie als Unternehmen die Fakten dagegen selbst, behalten Sie das Zepter in der Hand.
Doch Vorsicht: Reality-Marketing bewegt sich auf einem schmalen Grad zwischen Ehrlichkeit und unnötiger Markenbeschädigung. Fords schonungslose Selbstgeißelung hat schon 1,2 Mio. Zuschauer gefunden. Doch wie viele davon werden sich beim nächsten Autokauf für einen Ford entscheiden? Die Wirkung von Reality-Marketing ist dementsprechend umstritten.

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