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Ob und wann Sie eine Abmahnung aus der Personalakte entfernen

Lesezeit: 2 Minuten Mit einer Abmahnung erteilen Sie einem Auszubildenden die gelbe Karte. Konkret sagen Sie ihm: Stopp, das war ein Fehlverhalten. Und wenn es noch einmal auftritt, dann kann oder wird eine Kündigung folgen. Um eine Abmahnung nicht zu vergessen, wird sie in der Personalakte abgeheftet. Aber wie lange?

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Ob und wann Sie eine Abmahnung aus der Personalakte entfernen

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Es gibt grundsätzlich keine feste Frist, wann eine Abmahnung aus der Personalakte entfernt werden kann oder muss. Manch ein Azubi hätte das natürlich gerne – gerade dann, wenn er monate- oder jahrelang beanstandungsfrei arbeitet und sein Fehlverhalten von früher als einmalig einzustufen ist.

Nach Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts hat ein Arbeitnehmer oder Auszubildender somit keinen Anspruch darauf, dass eine Abmahnung aus der Personalakte entfernt wird. Allerdings kann es Ausnahmefälle geben, bei denen ein Arbeitnehmer die Entfernung verlangen darf. Das gilt, wenn das gerügte Verhalten mittlerweile vollständig bedeutungslos geworden ist. Dann hat der Arbeitgeber oder Ausbildungsbetrieb kein berechtigtes Interesse mehr an der Dokumentation der Pflichtverletzung. Zudem muss die Abmahnung ihre Warnfunktion verloren haben.

Abmahnung aus der Personalakte nehmen? In der Ausbildung kaum möglich

Aber kann eine Abmahnung im Rahmen einer Ausbildung ihre Warnfunktion verlieren und das gerügte Verhalten völlig bedeutungslos geworden sein? Das ist eher als unwahrscheinlich einzustufen. Denn eine Ausbildung ist nur zwischen 2 und 3,5 Jahre lang. Da kommt es wohl eher selten vor, dass eine Abmahnung, die zu Beginn der Ausbildung ausgesprochen wurde, ihre Abschreckung und Warnfunktion verloren hat. Der Azubi müsste schon sehr überzeugend dargelegt haben, dass ein solches Fehlverhalten auf keinen Fall mehr infrage kommt. In die Waagschale ist auch zu werfen, dass dem Azubi Werte zu vermitteln sind.

Eine Abmahnung, die bei einem Fehlverhalten ausgesprochen wurde, sollte also durchaus aufrecht erhalten bleiben. Darüber hinaus ist das Recht des Ausbildungsbetriebs nachvollziehbar, die gesamte Ausbildung zu dokumentieren – also auch jede Abmahnung. Hieraus ließe sich gegebenenfalls schon ein berechtigtes Interesse ableiten.

Aus meiner Sicht macht es aber dennoch Sinn, sich im Einzelfall großzügig zu zeigen und die Abmahnung im Interesse des Auszubildenden aus der Personalakte zu entfernen. Wenn Sie nämlich im Laufe der Jahre mit dem Azubi außerordentlich zufrieden waren und ihn gerne übernehmen und zusätzlich motivieren wollen, dann kann die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte ein Vertrauensbeweis sein, der zum richtigen Zeitpunkt kommt. In Zeiten des Fachkräftemangels kann sich das als richtige Maßnahme entpuppen. Bedenken Sie aber, dass Sie nach Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte keine Kündigung mehr auf der Basis dieser Abmahnung aussprechen können.

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