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Nicht jede Auseinandersetzung am Arbeitsplatz ist Mobbing

Lesezeit: < 1 Minute Nicht jede Auseinandersetzung unter Arbeitskollegen am Arbeitsplatz ist automatisch ein typischer Fall von Mobbing. Vielmehr ist es bei der Zusammenarbeit mit anderen Menschen normal, dass sich Reibungen und Konflikte ergeben. Darauf hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Hostein in seinem Urteil vom 19.03.2002 hingewiesen.

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Nicht jede Auseinandersetzung am Arbeitsplatz ist Mobbing

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Im konkreten Fall hatte die Mitarbeiterin eines Pflege- und Altenheims von ihrer ehemaligen Vorgesetzten ein Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 2.500 Euro verlangt. Sie warf der Vorgesetzten vor, sie über Monate hinweg ständig schikaniert und "gemobbt" zu haben. Dadurch sei sie an einer schweren Depression erkrankt. Im Übrigen sei sie in ihrem Persönlichkeitsrecht und in ihrer Ehre verletzt worden. Zur Begründung verwies die Klägerin darauf, dass ihr Geburtstagskuchen in der Ecke vertrocknet, einer ihrer PC-Einträge gelöscht worden und sie mit den Ellenbogen geschubst worden sei und ihr die Vorgesetzte gesagt habe, sie bespreche gar nichts mehr mit ihr.

Das Landesarbeitsgericht verwies jedoch darauf, dass nicht jede Auseinandersetzung am Arbeitsplatz den Tatbestand des Mobbing erfülle. Wichtig für den Mobbing-Vorwurf sei ein systematisches Vorgehen. Im vorliegenden Fall konnten die Arbeitsrichter allerdings kein System erkennen. (Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 19.03.2002; Az.: 3 Sa ½)

Tipp:
Mobbing ist eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Arbeitskollegen oder zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Dabei ist die angegriffene Person unterlegen und wird von einer oder mehreren anderen Personen systematisch, oft über einen längeren Zeitraum hinweg mit dem Ziel des Ausstoßens aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei Mobbing einzuschreiten.

Der Vorwurf des Mobbings wird gern und häufig verwendet. Für den Arbeitgeber ist es deshalb wichtig, die Umstände sorgsam zu überprüfen, bevor er in einem konkreten Fall von Mobbing spricht. Nur eine genaue Klärung des Sachverhalts, bei der alle Beteiligten zu Wort kommen sollten, darf Grundlage möglicher arbeitsrechtlicher Maßnahmen sein.

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