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Neu als Führungskraft: Kumpel oder Chef?

Lesezeit: 3 Minuten Sollen Sie Führungskraft werden und stehen vor einem der wichtigsten Schritte Ihrer beruflichen Entwicklung? Die neue Führungsrolle bringt anspruchsvolle Herausforderungen mit sich, die mit bisher erfolgreichen Verhaltensweisen oft nicht mehr zufriedenstellend bewältigt werden können. Kommen Sie aus den eigenen Reihen, ist diese Herausforderung ungleich höher: Früher gleichrangiger Teil des Teams, möglicherweise befreundet mit dem ein oder anderen Teammitglied, sind Sie nun plötzlich "Chef" oder "Chefin".

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Neu als Führungskraft: Kumpel oder Chef?

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Als Führungskraft brauchen Sie Loyalität
Die Haltung der Mitarbeiter gegenüber ihrem neuen Chef oder ihrer neuen Chefin ist entscheidend dafür, ob ein Team gute oder weniger gute Leistungen erbringen will. Sind Sie willkommen als Teamleitung oder haben Ihre Kollegen und Kolleginnen Vorbehalte? Gibt es gar Neid um die Besetzung Ihrer Position, weil sich ein anderer Kollege ebenfalls Hoffnungen darauf gemacht hat?

Hier hilft nur eins: Transparenz schaffen. Führen Sie – ziemlich zeitnah nach Ihrer Einsetzung als Führungskraft – das Gespräch mit jedem einzelnen Ihrer Mitarbeiter. Klären Sie miteinander die gegenseitigen Erwartungen. Fragen Sie, wie sich Ihre Mitarbeiter die Zusammenarbeit vorstellen. Machen Sie deutlich, was Sie als Führungskraft vom Team und vom einzelnen Mitarbeiter wünschen.

Sprechen Sie auch ganz offen mit Ihrem ehemaligen Konkurrenten. Sie brauchen seine Loyalität, sonst tickt möglicherweise eine Zeitbombe im Team. Ein klärendes Gespräch über die (unter Umständen als Gesichtsverlust erlebte) Besetzung der Position und darüber, wie Sie beide trotzdem respektvoll miteinander arbeiten können, kann ein erster Schritt sein, diese Loyalität aufzubauen.

Als Führungskraft brauchen Sie Authentizität
Sie als "Neue" oder "Neuer" werden immer auch am Vorgänger gemessen: Sei es, dass Sie als neue Führungskraft in sehr große Fußstapfen treten müssen, weil Ihr Vorgänger außerordentlich gute (Führungs-)Arbeit geleistet hat. Sei es, dass auf Ihnen (zu) große Hoffnungen auf Veränderung lasten.

Anspornende Vorbilder zu haben ist hilfreich. Seien Sie sich aber immer bewusst: Ihr Vorgänger und Sie sind Menschen mit unterschiedlichen Haltungen, (Lebens-)Philosophien und Eigenarten. Was für Ihren Vorgänger richtig war, muss für Sie nicht passen. Achten Sie deshalb darauf, was als Führungskraft für Sie wichtig ist, welche Schwerpunkte Sie setzen wollen.

Die Klarheit darüber haben junge Führungskräfte zu Beginn ihres Führungsjobs häufig nicht, gerade auch dann nicht, wenn sie zum ersten Mal Führungsaufgaben übernommen haben. Nehmen Sie sich deshalb ganz bewusst die Zeit, Fragen zu Ihrem individuellen Führungsverständnis zu durchdenken. Ein aufmerksamer Gesprächspartner oder auch ein Coach können hier sehr unterstützend sein. 

Als Führungskraft brauchen Sie Rückendeckung
Die Gefahr ist groß, dass Sie es – gerade in der Anfangszeit als neue Führungskraft – allen recht machen wollen, dass Sie mit einem Schlag alles verbessern möchten und gleichzeitig von allen akzeptiert und respektiert werden wollen. Sie wollen Ihrem eigenen Vorgesetzten natürlich auch zeigen, dass er sich mit Ihnen für den/die Richtige entschieden hat.

So legen Sie los, schaffen "Baustellen" im Team, die Sie immer schon angehen wollten, und bringen so erst einmal das ganze Team durcheinander und gegen sich auf. Und auch der Vorgesetzte lässt nicht lange auf sich warten mit der Frage, was denn im Team los sei. Auch hier ist Transparenz gefragt: Klären Sie mit Ihrem Vorgesetzten, welche Erwartungen er an Sie hat.

Sie sagen: "Wieso? Ich weiß doch, was mein Chef von mir will? Gute Arbeit natürlich!". Das ist für eine funktionierende Abstimmung zwischen Ihnen und Ihrem Vorgesetzten aber zu wenig! Besprechen Sie in jedem Fall mit ihm Ziele, Schwerpunkte und Rahmenbedingungen für die Führungsarbeit, die Sie im Team tun wollen und sollen.

Als Führungskraft brauchen Sie Mut
Kennen Sie das als neue Führungskraft auch? Sie sagen zu sich selber (und zu Ihrem Team): "Wir sind ja alle gleich. Ich organisiere nur so ein bisschen das Team." Oder: Sie lassen sich darauf ein, nur mal so nebenbei die Führungsaufgabe wahrzunehmen, ansonsten aber die Sacharbeit so wie vorher zu erledigen.

Führungskraft sein ist ein Job, der mit Aufgaben, Rechten und Pflichten verbunden ist. Als (neue) Führungskraft reicht es nicht, nur "nett" zu Ihren Mitarbeitern zu sein. Sie haben die Aufgabe, das Team zu leiten, zu planen und Entscheidungen zu treffen.

Wenn Sie Entscheidungen im Team gemeinsam vorbereiten, fördert das die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Aber: Die Entscheidung selbst ist immer Führungsaufgabe, und die Führungskraft sind allein Sie! Entscheidungen zu treffen und damit Verantwortung zu tragen, auch wenn damit manchmal die "Harmonie" im Team gestört wird, braucht oft Mut. Diesen Mut finden Sie, wenn Sie sich über Ihre Rolle als Führungskraft klar werden können.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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