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Miniserie Abfindung – Teil 4: Wie berechne ich die Abfindung?

Lesezeit: 2 Minuten Abfindungen sind leider nicht steuerfrei. Daher ist es für Sie wichtig, die Ihnen ggfs. zustehende Abfindung richtig zu berechnen, um kein Geld zu verschenken. Das ist aber leider nicht so einfach, wie man denkt.

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Miniserie Abfindung – Teil 4: Wie berechne ich die Abfindung?

Miniserie Abfindung – Teil 4: Wie berechne ich die Abfindung?

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Leider gibt es dabei kein Patentrezept für die Höhe der Abfindung. Es kommt – wie so häufig – auf den Einzelfall an. Besonders relevant sind dabei aber einige Faktoren, mit denen Sie überprüfen können, ob Sie nicht über den Tisch gezogen werden.

Faustformel: 0,5 Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit

Eine strenge mathematische Formel für die Berechnung der Abfindung gibt es nicht. Als Faustformel gilt 0,5 Monatsgehälter pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Das ist auch der Wert, den das Gesetz für die Abfindung aufgrund des § 1a Kündigungsschutzgesetz (betriebsbedingte Kündigung und Angebot einer Abfindung bei Verzicht auf Kündigungsschutzklage) vorsieht.

Folgende Faktoren sprechen eher für eine höhere Abfindung

Es gibt einige Faktoren, die häufig dafür sprechen, dass eine höhere Abfindung heraus gehandelt werden kann. Dazu gehören:

  • lange Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • keine vorherigen Beanstandungen
  • Arbeitnehmer hat keinerlei Mitverantwortung für den Wegfall des Arbeitsplatzes
  • unsichere Beweislage für den Arbeitgeber
  • gute Leistungen des Arbeitnehmers.

Folgende Faktoren verschlechtern Ihre Position bei der Verhandlung über die Abfindungshöhe

Im Gegenzug gibt es einige Faktoren, die Ihre Position als Arbeitnehmer bei der Verhandlung erschweren. Dazu gehören insbesondere:

  • schlechte Leistungen des Arbeitnehmers
  • Arbeitsverhältnis hat noch keine lange Dauer
  • vorherige Abmahnungen
  • Beschwerden von Mitarbeitern/Kollegen/Kunden
  • Existenzgefährdung des Unternehmens.

Mein Tipp: Auf Abfindungen entfallen keine Sozialversicherungsabgaben (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Krankenversicherung). Das ist sowohl für Sie als auch für den Arbeitgeber vorteilhaft. Es spricht nichts dagegen, den Arbeitgeber darauf hinzuweisen und deshalb auf eine höhere Abfindung zu trennen.

Abfindung und Steuern

Was gerne übersehen wird ist, dass die Abfindung versteuert werden muss. Früher gab es einen Freibetrag, der inzwischen aber abgeschafft wurde. Abfindungen sind also voll steuerpflichtig. Erleichterungen bringt die sog. Fünftelregelung. Wird die Abfindung in einem Jahr gezahlt, so findet die sog. Fünftelregelegung Anwendung. Das bringt Ihnen Steuervorteile. Ohne diese Regelung würde die Abfindungszahlung aufgrund der Steuerprogression nachteilig sein. Denn dann „explodiert“ in diesem Jahr das Einkommen. Die Folge ist, dass ein höherer Steuersatz fällig wird. Die Fünftelregelung führt dazu, dass sich nur ein Fünftel der Abfindungszahlung progressiv auf den Steuersatz auswirkt.

Bildnachweis: underdogstudios / Adobe Stock

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