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Mikrokredite: Wie funktionieren sie und wer kann sie beantragen?

Mikrokredite ermöglichen Existenzgründern und Kleinunternehmern mit wenig Startkapital den Schritt in die Selbständigkeit. Aber wie funktionieren Mikrokredite und wer kann sie eigentlich beantragen?

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Mikrokredite: Wie funktionieren sie und wer kann sie beantragen?

Ursprünglich sind Mikrokredite Kleinstkredite in Höhe von bis zu 1.000 Euro an Kleingewerbetreibende in Entwicklungsländern. Berühmt gemacht hat sie der Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus aus Bangladesch, einem der ärmsten Länder der Welt, der 1976 die revolutionäre Idee hatte, mit nur 27 Dollar das Projekt „Grameen Bank“ zu iniziieren, um zinslose Mikrokredite an die Allerärmsten seiner Landsleute zu vergeben, damit sie sich eine Existenz aufbauen und somit der Armut entfliehen konnten.

In Bangladesch reichten damals wenige Dollar schon aus, um Bambusfasern zu kaufen, womit sich Körbe flechten ließen, die der Kreditnehmer dann auf Märkten verkaufte oder um eine Nähmaschine und Stoffe zu erwerben, um als Schneiderin zu arbeiten. Yunus und seine Grameen Bank, die 1983 offiziell gegründet wurde und mittlerweile weltberühmt ist, haben einen langen Weg zurückgelegt: Von 27 Dollar, die 1976 an 42 Personen verliehen wurden, zu mittlerweile Milliarden von Dollars, die an Millionen Familien vergeben wurden.

Der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton sagte bereits in den 1990er Jahren, dass Yunus den Nobelpreis verdienen würde – Muhammad Yunnus wurde 2006 der Friedensnobelpreis für sein Werk verliehen.

Mikrokredite zur Existenzgründung in Deutschland
Auch in Deutschland gibt es seit ein paar Jahren Mikrofinanzierer, die Existenzgründern und Kleinunternehmern Kredite bis zu 20.000 Euro ermöglichen, die sie von ihrer Hausbank oft nicht bekommen, da sie zu wenige Sicherheiten vorweisen, die für eine Kreditvergabe notwendig sind, weil sie aus der Arbeitslosigkeit kommen, Schufaeinträge haben oder nach Ansicht der Bank für eine Existenzgründung schlichtweg zu alt sind.

Im Jahr 2004 wurde das Deutsche Mikrofinanz-Institut (DMI) gegründet, eine Organisation, die über akkreditierte Beratungsunternehmen, die sogenannten Mikrofinanzierer, Mikrokredite vergibt. Diese Mikrofinanzierer geben eine Kreditempfehlung ab, betreiben jedoch selbst keine Bankgeschäfte. Die Vergabe des Kapitals erfolgt durch die sozial-ökologische GLS-Bank in Bochum.

Ein Mikrokredit kann nicht bei der Bank direkt beantragt werden, sondern muss ausschließlich über ein Mikrofinanzinstitut erfolgen, auch beantwortet die Bank keine Kreditanfragen, da der Mikrofinanzfonds der Bank nicht an den einzelnen Vergabeentscheidungen für Mikrokredite beteiligt ist.

Die Schritte zum Mikrokredit
Der Zinssatz für eine Mikrofinanzierung, der vom Mikrofinanzfonds Deutschland und der GLS-Bank festgelegt wird, beträgt derzeit etwa 10% p. a. Der erste Schritt zum Mikrokredit: Kreditempfehlung eines akkreditierten Beratungsunternehmen.

Möchte man als Existenzgründer oder Kleinunternehmer einen Mikrokredit beantragen, muss man sich zunächst an ein vom DMI akkreditiertes Beratungsunternehmen zur Mikrofinanzierung wenden, um eine Empfehlung für einen Mikrokredit zu erhalten. An die GUM, Gesellschaft für Unternehmensberatung und Mikrofinanzierung in München beispielsweise.

Die GUM bewertet Existenzgründungen mit dem Ziel, diese bei Tragfähigkeit zu fördern, was heißt, eine Empfehlung für einen Mikrokredit zu geben. Dabei unterstützt die GUM mbH insbesondere Personen die arbeitslos oder von der Arbeitslosigkeit bedroht sind oder in anderer Weise sozial oder wirtschaftlich benachteiligt sind und durch die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit neue berufliche Perspektiven entwickeln können.

Wer in Baden-Württemberg eine ausgereifte Geschäftsidee hat und ein Unternehmen gründen will, dazu aber einen Mikrokredit benötigt, kann sich an die ebenfalls vom DMI akkreditierten Monex e.V. wenden, einen Mikrofinanzierer mit Büros in Stuttgart und Mannheim.

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