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Mehr Technik-Unterricht in der Schule – worauf kommt es an

Lesezeit: 2 Minuten Kaum ist die Diskussion in den Medien um den Facharbeitermangel abgeebbt, belebt eine Studie der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) das Thema wieder. Das Ergebnis: Die Schule muss es mit Technik-Unterricht und Förderung in den MINT-Fächern leisten, Kinder für Natur und Technik zu begeistern und damit den Grundstein legen, dass sich in Deutschland wieder mehr Menschen mit Technik beschäftigen.

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Mehr Technik-Unterricht in der Schule – worauf kommt es an

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Schon früh Technik-Unterricht in der Schule
Studienleiter und acatech-Präsidiumsmitglied Ortwin Renn erklärte, die mehr als 1000 Modellprojekte von Verbänden, Stiftungen oder Unternehmen zur Förderung von Technikinteresse könnten wenig ausrichten, solange es keinen Technik-Unterricht an den deutschen Schulen von Anfang an gebe. Ob Technik als eigenes Schulfach oder in andere Fächer integriert sei, sei zweitrangig, wird in dem Bericht betont.

"Nur dort können Kinder entsprechend ihrer Begabung frühzeitig und kontinuierlich bis in die Oberstufe an Technik herangeführt und Wissen aufgebaut werden. Die Einführung von Technik-Unterricht an Schulen ist daher nicht nur sinnvoll, sie ist längst überfällig", ist in der Erklärung zu lesen.

Noch besser wäre, die Förderung des Technik-Interesses würde schon im Sandkasten beginnen und dann kontinuierlich ausgebaut werden.

Gibt es wirklich keinen Technik-Unterricht in der Schule?
Schauen wir uns genauer an, was mit Technik-Unterricht gemeint ist. In diesem Zusammenhang werden die MINT-Fächer hervorgehoben: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. 

In der Bezeichnung Naturwissenschaften verbergen sich v.a. Physik, Chemie und Biologie. – Die Lehrpläne und Stundentafeln von Grundschulen und weiterführenden Schulen widerlegen die Behauptung, es gäbe keinen Technik-Unterricht an Schulen. Er ist auf verschiedene Fächer aufgeteilt. In der Grundschule ist er in den Sachunterricht integriert.

Die Lehrpläne und Schulbücher sorgen dafür, dass auch in den ersten Schuljahren bereits "chemische Experimente“ wie das Vermengen, Verbinden und Trennen von Stoffen oder die Aggregatszustände im Unterricht behandelt werden. "Biologie-Stunden“, in denen das Meerschweinchen von zu Hause mitgebracht werden darf oder Tiere im Video beobachtet werden, sind die Lieblingsstunden der Grundschüler.

Mathematik ist ein Hauptfach von Anfang an und bleibt es bis an das Ende der Schulzeit. Auch der Umwelterziehung wird an den Schulen breiter Raum eingeräumt: Es gibt kaum eine deutsche Schule, die nicht eine Umwelt-AG hat oder jährlich Umweltprojekte oder -tage durchführt.

Auf den Fokus kommt es an
Wie immer die Studie zu ihren Ergebnissen gekommen ist, an Schulen würde der Technik-Unterricht erst ab Klasse 8 beginnen – Sie finden am Ende nähere Angaben dazu – als Schulpraktikerin ist meine Meinung: Technikunterricht gibt es an unseren Schulen von Anfang an. Doch in der Tat leistet er offensichtlich nicht das, was er soll und v. a. in dem wünschenswerten Ausmaß. Vielleicht deshalb,

  • weil er zusammenhanglos und unauffällig in eine Reihe anderer Fächer   "eingestreut" ist. – Auch eine Grundschule kann schon ein "technisches Profil" zulegen und für Schüler und Eltern den Roten Faden sichtbar machen und das Image der technisch ausgerichteten Fächer heben.  
  • weil Lehrer in Fächern, die zu technischem Unterricht Gelegenheit geben, den pflegerischen Aspekt in den Vordergrund rücken und den technischen aussparen, wie Biologie und Umwelterziehung. Meine Empfehlung an die Lehrer ist, beides gleichrangig zu behandeln.
  • weil Lehrer in der Grundschule ihren so wichtigen pädagogischen Auftrag manchmal überbetonen. Die Schule hat die Aufgabe, Kompetenzen zu vermitteln. Die Fachkompetenz darf nicht die einzige sein, aber sie ist Voraussetzung für verantwortliches Handeln in der sozialen Umwelt und später im Beruf, also sollten Sie sie nicht vernachlässigen.

Fazit: Nicht neue Fächer braucht die Schule. Vielmehr sollten die vorhandenen im Sinn der Technik-Förderung genutzt werden. Hier ist noch ein breites Forschungsfeld für die Wissenschaftler, deren Ergebnisse den Lehrern konkret helfen könnten, den Technikunterricht wirkungsvoller durchzuführen.

Information: Die Studie wurde von der Georgmarienhütte GmbH finanziert und von acatech in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart durchgeführt. Zwischen März 2007 und Juni 2010 untersuchten die Wissenschaftler Ziele und Wirkung von 317 Modellprojekten zur Förderung des Technikinteresses. Dabei ging es vor allem um Aktivitäten im Elementar- und Primärbereich, um schulische und außerschulische Förderung in der Sekundarstufe und um Projekte für spezifische Zielgruppen.

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