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Materialkosten: Erfassung von Materialverbrauchsmengen (Teil 2)

Lesezeit: 2 Minuten Zur Ermittlung der Materialkosten sind die Materialverbrauchsmengen systematisch zu erfassen. Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

2 min Lesezeit

Materialkosten: Erfassung von Materialverbrauchsmengen (Teil 2)

Lesezeit: 2 Minuten

Eine systematische Erfassung der Materialverbrauchsmengen ist Voraussetzung für die Ermittlung von Materialkosten. 

Erfassung von Materialverbrauchmengen ohne Bestandsführung
Die Erfassung von Materialverbrauchmengen ohne Bestandsführung zur Bewertung von Materialkosten ist das einfachste Verfahren zur Feststellung des mengenmäßigen Materialverzehrs. Man geht von der Annahme aus, dass die Materialzugänge zeitnah verbraucht werden:

Materialverbrauchsmenge = Materialzugangsmenge

Diese Methode ist zwar sehr einfach, für eine monatlich durchzuführende Kostenrechnung aber zu ungenau, denn Zugangs- und Verbrauchsmengen stimmen in diesem kurzen Abrechnungszeitraum nur in den seltensten Fällen überein. 

Geeignet ist diese Methode zur Bestimmung von Materialkosten allenfalls für Materialarten, die sehr selten oder einmalig für einen bestimmten Verwendungszweck und sofortigen Einsatz beschafft werden, sodass Lagerung und Bestandsführung entfallen.

Bestimmung von Materialkosten durch Inventurverfahren
Das Inventurverfahren berücksichtigt auch Bestandsveränderungen innerhalb der Abrechnungsperiode. Der mengenmäßige Materialverbrauch als Basis zur Bestimmung der Materialkosten lässt sich wie folgt ermitteln: 

Anfangsbestand
+ Lagerzugänge
– Inventurbestand
= Materialverbrauch der Periode

Durch Inventuraufnahmen werden sowohl die Anfangs- als auch die Endbestände einer Abrechnungsperiode festgestellt. Ferner müssen als Voraussetzung für den Einsatz des Inventurverfahrens die Materialzugänge mithilfe von Liefer- oder Wareneingangsscheinen erfasst werden.

Die arbeitsaufwendigen monatlichen Bestandsaufnahmen stellen einen großen Nachteil des Inventurverfahrens dar. Weiterhin sind keine genauen Rückschlüsse auf Lagerverluste möglich, und die Zuordnung von Materialverbrauchsmengen zu einzelnen Kostenstellen und Kostenträger erfordert zusätzliche Angaben.

Das retrograde Verfahren
Der Materialverbrauch und damit die Bestimmung von Materialkosten lässt sich durch ein retrogrades Verfahren am fertigen Produkt durch Rückwärtsrechnung feststellen. Dies setzt allerdings voraus, dass der Verbrauch für jedes Produkt einmal (durch Schätzung, Berechnung und so weiter) exakt erfasst wurde und als Sollverbrauch festgehalten wird.

Der Materialverbrauch als eine Komponente zur Bestimmung der Materialkosten ergibt sich dann durch Multiplikation der produzierten Stückzahlen mit den Soll-Materialverbrauchsmengen pro Stück.

Nutzung von Materialentnahmescheinen
Das am besten geeignete Verfahren zur Erfassung der Materialverbrauchsmengen erfolgt mithilfe von Materialentnahmescheinen. Man bezeichnet diese Vorgehensweise auch als Skontrationsmethode oder Fortschreibungsmethode.

Bei diesem Verfahren zur Bestimmung von Materialkosten werden alle Materialarten über Materialbestandskonten abgerechnet. Für jede Materialentnahme wird ein Materialentnahmeschein ausgestellt, der insbesondere folgende Angaben enthalten sollte:

  • Materialartenbezeichnung
  • Materialnummer
  • Lagerort
  • Verbrauchsmenge
  • Preis pro Mengeneinheit
  • Wert
  • Kontierungsangaben (z. B. Kostenstelle, Kostenart, Auftrags- oder Artikel Nr.)
  • Ausgabevermerke (Datum, Name)
  • Quittung des Empfängers
  • Buchungsvermerke (Datum, Name)

 Die Erfassung der Materialentnahmen mit den entsprechenden Angaben macht sowohl kostenträgerbezogene Soll-Ist-Vergleiche als auch Kontrollberechnungen bezogen auf einzelne Kostenstellen möglich.

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