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Massclusivity – Eine schöne Illusion

Lesezeit: 2 Minuten In unserer krisengeschüttelten Konsumwelt startet gerade die Karriere von Massclusivity. Ein Luxustrend, der uns mit der schönen Illusion umschmeichelt, aus der Masse herauszustechen. Ohne dieses Gefühl, für rare Augenblicke, in begrenzten Zeiträumen und unter ganz besonderen Gegebenheiten auserwählt zu sein, können viele Zeitgenossen sich den Alltag in der Massenkultur schlechterdings nicht mehr vorstellen.

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Massclusivity – Eine schöne Illusion

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Edelmarken, die diesen Singularisierungs-Effekt in uns hervorrufen, können damit rechnen, dass sie sich in einem krisenfesten Business befinden. Massclusivity begegnet uns an vielen Orten. Hier eine kleine Auswahl:

Geheimlogen für Gourmets
Wer Zugang haben möchte zu exklusiven Köstlichkeiten, muss heutzutage einfach dazugehören. Hier spielen immaterielle Werte wie Kennerschaft und Lebensstil – und nicht der schnöde Mammon – die Hauptrolle:

– Sein Grappa ist weltberühmt, die Etiketten entwirft der Meister selbst, und er verewigt sich ganz nach Lust und Laune mit kleinen Gedichten auf seinen edlen Grappa-Flaschen. Der italienische Winzer Romano Levi ist der Mozart des Grappa und hat in den 60er Jahren den Trend des verknappten Luxuskonsums kreiert. [adcode categories=“unternehmen“] Der kauzige Winzer aus der norditalienischen Langhe leistet sich den Luxus, seine edlen Brände nur dann zu verkaufen, wenn ihm der Sinn danach steht. Wer einen "echten Levi" ergattert, darf sich exklusiv beschenkt fühlen.  

– In das Grazer Restaurant von Gerry Wruss kommt nicht jeder rein. Wruss, ein Kenner der Grundbestandteile eines guten Essens, lässt nur Insider an seinen vier Tischen Platz nehmen. Hier muss man sich den Zugang zum Besonderen hart erarbeiten – eigentlich klappt das nur über Mund-Propaganda.

Regelmäßig fährt Wruss von Graz auf italienische Märkte, um dort die Ingredienzien für seine wunderbaren Linseneintöpfe oder seine Polenta einzukaufen. Ansonsten ist Wruss‘ Küche stark regional orientiert – gutes Essen ist in der Landschaft und bei den Menschen vor Ort verwurzelt.

Einen Namen hat das Lokal ("Markt Trattoria Gerry Wruss") – die Webseite hat uns niemand verraten ….

Access-Comfort
Wer sich das Teuerste vom Teuren leisten kann, bekommt Highservice-Luxus kostenlos dazu:

– Maybach-Kunden z.B. werden in den Wagen eingewiesen, erhalten selbstverständlich den Maybach-Dunhill-Golfsack und den Maybach-Reise-Humidor aus Kalbsleder.

Doch wer einen Maybach kauft, bekommt auch einen kostenlosen Kundenmanager hinzu: Der so genannte "Personal Liaison Manager" ist jederzeit – rund um die Uhr – für seine Kunden erreichbar; ein Tastendruck am Autotelefon genügt, um den Kontakt herzustellen.

– American Express und Eurocard/Mastercard mit ihren Premium-Kreditkarten Centurion und World Signia bieten Dienstleistungen nach dem Fullservice-Prinzip an: Sie leben – wir kümmern uns um den Rest. Es geht darum, Individualität zu suggerieren und dabei exklusive Gemeinschaften – freilich ohne Vergesellschaftungszwang – zu kreiren.

– Heiner Tamsen vereint als erster Autoverkäufer Aston Martin, Bentley, Rolls Royce, Ferrari, Maserati und Lamborghini unter einem Händler-Dach. Die Membercard des wohl sortierten Autohauses entscheidet stets darüber, wer mal wieder zu den exklusiven Loungings in den teuren Showroom eingeladen wird.

Was den Freund von Massclusivity allerdings irritieren dürfte – zur Eröffnung der Hamburger Filiale waren als Stargäste eingeladen: Jörg Wontorra und Dieter Bohlen.

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