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Macht und Herrschaft in Organisationen

Lesezeit: 2 Minuten Macht und Herrschaft sind wichtige Kategorien in der Organisationslehre und in der Organisationssoziologie. Erstaunlich ist, dass die Definitionen und Beschreibungen des Soziologen Max Weber als Analysekategorien in der betrieblichen Praxis Kontinuität bewahrt haben.

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Macht und Herrschaft in Organisationen

Macht und Herrschaft in Organisationen

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Max Weber: Macht und Herrschaft

Macht und Herrschaft sind wichtige Kategorien, um Strukturen und Prozesse im Unternehmen zu beschreiben. Nicht allen Führungskräften und Beschäftigten ist dabei bewusst, wie hoch der Einfluss des Soziologen Max Weber bei der Begriffsbildung war.

Wirtschaftssoziologische Begriffsbildungen

Max Weber ist ein Gigant unter den deutschen Soziologen des vergangenen Jahrhunderts, seine Schriften reichen von der Entstehung der protestantischen Ethik bis zur Handlungstheorie. Von großer Bedeutung für Betriebe und Unternehmen waren – und sind – seine präzisen wirtschaftssoziologischen Begriffsbildungen und Erläuterungen.

Macht im Kontext der Soziologie Max Webers

„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“.

Zur Erläuterung ist es wichtig zu betonen, dass Max Weber unter einer sozialen Beziehung, das  „aufeinander gegenseitige Beziehen“ versteht und der Begriff der Chance als reale Option im Sinne der Wahrscheinlichkeitsrechnung gesehen werden muss.

Herrschaft im Kontext der Soziologie Max Webers

„Herrschaft soll heißen, die Chance, für den Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“

Wie man im Vergleich sieht, ist der Begriff Macht bei Max Weber amorph. Es bezieht sich allerdings auch auf konkrete Organisationsmitglieder. Herrschaft ist in diesem Zusammenhang mit konkreter Machtausübung verbunden, hat aber als Definition nicht per se negative Konnotationen und Anklänge.

Macht und Herrschaft als Analysekriterien in Organisationen und im Personalmanagement

Die Analyse von Machtkonstellation findet in soziometrischen Testverfahren wieder, Organigramme dienen als Struktogramme für formale Macht- und Herrschaftsbeziehungen. Interessant sind aber auch die Prozesse der informalen Machtbildung: Wie bedeutsam ist das Urteil der Sekretärin für den Entscheidungsprozess im Personalmanagement oder in anderen Ebenen des Betriebes?

Grenzen von Macht und Herrschaft im Weberschen Sinne

Nicht immer ist es möglich Macht und Herrschaftselemente einzelnen konkreten Personen zuzuordnen. Macht ist in den heutigen Organisationen wesentlicher diffuser und breiter verteilt und angelegt als noch vor einigen Jahrzehnten. Macht kann als systemtheoretischer Begriff auch unabhängig von Personen, mehr im Sinne von Betriebsteilen oder Entscheidungszentren betrachtet werden. Gleichwohl bietet eine saubere Definition von Macht und Herrschaft die Chance (im Sinne Max Webers), nicht aneinander vorbei zu reden und eine gemeinsame Interpretationsgrundlage für organisatorische Prozesse zu finden.

Bildnachweis: Andrey Popov / stock.adobe.com

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