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Lernen Sie die Macht der Stimme zu nutzen

Lesezeit: 3 Minuten "Das ist der Nachrichtensprecher mit der attraktiven Stimme" oder "Der Moderator von dieser Sendung im Radio macht das einfach großartig". Wer hat sich das nicht schon einmal gedacht? Und mancher Hollywood-Streifen wird in Deutschland auch wegen der unglaublich guten Stimme des Synchron-Sprechers ein Erfolg.

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Der erste Eindruck

Was wäre ein Verkäufer, wenn er sein Gegenüber nicht mit einer kräftigen und vollen Stimme von den Waren, die er im Angebot hat, überzeugt. Mit einer leisen, piepsigen Stimme bleibt der Verkäufer auf seinen Waren sitzen.

Albert Mehrabian hat eine geniale Regel zu diesem Thema aufgestellt: die 7 – 38 – 55 Regel. In der Rhetorik hat diese Regel einen sehr hohen Stellenwert und besagt das: Der Eindruck, der beim ersten Treffen in den ersten Sekunden entsteht, entscheidet über Erfolg und Misserfolg – der Rest ist eigentlich nur noch Feinarbeit.

Ihr Eindruck bei der Person gegenüber wird zu 7% durch gesprochene Worte bestimmt, 38% gehen auf die Stimme und den Tonfall zurück während 55% die Körpersprache ausmachen. Damit soll aber nicht der falsche Eindruck entstehen, dass nur 7% verbal und 93% nonverbal sind.

Um die Regel weiter zu analysieren, muss man noch tiefer in die Psychologie des Menschen greifen. In den ersten Sekunden entscheiden wir, ob wir jemanden sympathisch finden oder ob dahinter falsches Getue steckt und wir demjenigen lieber aus dem Weg gehen sollten.

Unser Unterbewusstsein sagt uns, was zu tun ist – man kann es gleichsetzen mit dem siebten Sinn, der jeder von uns besitzt, oder dem Bauchgefühl. Unsere Sensoren sagen uns, wenn uns jemand täuschen möchte, dazu gehört das gesprochene Wort, die Stimme oder Stimmlage und die Körpersprache. Ein Mensch kann ein guter Redner sein – die Stimme jedoch überzeugt uns nicht wirklich von der Sache. Sehen wir die geknickte Körperhaltung dazu, ist das Fazit, das wir dem Redner kein Wort von dem glauben, was er sagt, auch wenn es sich dabei um die Wahrheit handelt.

Ohne Stimmtraining geht es nicht

Es nützt also nichts, wenn man gut reden kann, die Wörter zwar in einer guten Reihenfolge sagt, dennoch an der Stimme scheitert. Wir hatten schon berühmte Redner wie Ghandy, Kennedy oder auch Barack Obama. Alle treten mit einer guten Wortwahl, einer ausgeprägten Stimme und einer hervorragender Körpersprache auf. Das jüngste Beispiel kommt aus der Kirche – der neue Papst. Er sagte nur wenige Worte, war nur eine kurze Zeit zu sehen – doch bewegte er schon eine ganze Welt.

Die Stimme ist ein wichtiges Instrument zum Erfolg. Zahlreiche Seminare beschäftigen sich weltweit mit Rhetorik, Kommunikation und Körpersprache. Wenn man am Anfang seiner Karriere als Redner steht, ist es sinnvoll ein Seminar zu besuchen, um überhaupt mit den Grundkenntnissen vertraut zu werden. Je nach Aufwand können hierfür ein paar Wochenenden verloren gehen.

Auch ein Redner muss sich einem Stimmtraining stellen. Wenn man einige Zeit nichts liest oder sich einer anspruchsvollen Unterhaltung stellt, vergisst das Gehirn das Gelernte. Deshalb ist es wichtig, immer und immer wieder ein Stimmtraining zu machen. Das Stimmtraining kann einfach und ohne große Zeitverluste durchgeführt werden. Beim Stimmtraining werden die Tonlage, Schnelligkeit und andere Eigenschaften trainiert. Wie das geht?

Man nimmt dazu am besten ein Aufzeichnungsgerät, das eine hohe Qualität bei Aufnahme und Wiedergabe hat. Inhaltlich sind dem Stimmtraining keine Grenzen gesetzt. Gedichte, Lieder, Sprüche oder die eigenen Gedanken können dabei gesprochen werden – so als würde man jemand anderem etwas erzählen. Dann hört man sich selbst beim Reden zu und versetzt sich hierbei in die Lage des Zuhörers.

Was würde ich machen, wenn ich das Gesprochene höre? Stimmt der Tonfall? Stimmt die Betonung der einzelnen Wörter? Wie sieht es mit der Artikulation aus? Spreche ich zu schnell? All diese Fragen kann man sich bei einer Tonbandaufzeichnung selbst beantworten. Bei einer Videoaufzeichnung sieht man seine eigene Körpersprache. Wenn das immer wieder wiederholt und verbessert wird, dann ist man auf dem richtigen Weg zum Erfolg. Denn man selbst ist nicht nur Redner, sondern auch Zuhörer.

Stimmtraining – richtiges Atmen

Die Grundtechnik besteht aus Atmung und Sprechen. Punkt eins – Lungen stärken. Ausdauertraining ist die geeignetste Methode; wenn es dann noch im Freien zum Beispiel im Wald geschieht, ist es umso besser. Wer viel redet, braucht viel Sauerstoff. Aufrecht stehen und gerade sitzen stärkt die Bauchmuskeln und das Rückgrat. Die Ausgangsposition ist Beine schulterbreit spreizen, Arme entspannen und hängen lassen – wechseln zwischen Bauchatmung und Brustatmung. Beim Einatmen kurz die Luft anhalten, während beim Ausatmen die Luft in kurzen Stößen herausströmen kann.

Im Stimmtraining fehlt jetzt noch die Sprechübung, die das Zwerchfell trainiert. Q, T, P und S sind hervorragende Konsonanten dafür. Die Buchstaben werden ohne „e“ ausgesprochen also nicht „Pe, Qu,Te“, sondern nur P, Q, T, S. Mit dieser Übung absolviert man ein hervorragendes Stimmtraining.

Bei regelmäßiger Anwendung wird schon nach einiger Zeit deutlich, dass dadurch eine stärkere Stimme entstanden ist. Zwei Stunden Reden am Stück wird ein Kinderspiel. Gesangsübungen verstärken nicht nur die Stimme, sondern sorgen auch für mehr Selbstsicherheit.

Dazu muss es jedoch kein teurer Gesangsunterricht sein – der Kirchenchor in der Nähe tut es auch. Auch erfolgreiche Sänger müssen täglich trainieren – sonst würde Joe Cocker noch nach all den Jahren nicht so erfolgreich seine eindrucksvolle Reibeisenstimme präsentieren können! Oder den berühmten Rednern würde schon nach einer halben Stunde reden die Luft wegbleiben – das ist die Macht der Stimme.

Bildnachweis: highwaystarz / stock.adobe.com

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