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Kunststoff und Plastik – in der Industrie ein wichtiges Material

Lesezeit: 4 Minuten Obgleich Kunststoff und Plastik mittlerweile ständig in den Medien präsent sind, sind diese Materialien aus unserem Leben und auch aus Fertigungsprozessen kaum noch fortzudenken. Kunststoffe haben für die Produktion oft grandiose Eigenschaften und bieten Möglichkeiten, die beispielsweise durch den Ersatz durch Metall gar nicht aufrechterhalten werden könnten.

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Kunststoff und Plastik – in der Industrie ein wichtiges Material

Kunststoff und Plastik – in der Industrie ein wichtiges Material

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Auf der anderen Seite haben diese Stoffe aber Nachteile für die Umwelt – gerade dann, wenn sie falsch entsorgt werden oder unnötig verwendet wurden. Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal genauer an und erklärt, was jeder selbst machen kann, um weniger Kunststoff zu verwenden.

Was ist Kunststoff genau?

Schon diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Man braucht sich nur kurz in seinem direkten Umfeld umzusehen, um zu erkennen, dass es unglaublich viele verschiedene Kunststoffarten gibt. Mal bruchsicher, mal biegsam, transparent, UV-filternd, nicht lichtdurchlässig, hitzebeständig, nicht hitzebeständig … Es gibt nicht den einen Kunststoff. Das gibt es zu wissen:

Kunststoff:

  • Bestandteile– Kunststoffe werden künstlich hergestellt, bestehen aber aus chemischem Blickwinkel aus organischen Stoffen. Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Chlor sind enthalten.
  • Produktion– Hier gibt es zwei Optionen. Entweder werden sie durch die Umwandlung von Naturprodukten, zu denen Zellulose, Milcheiweiß und Kautschuk gehören, hergestellt, alternativ kommt die »Erdölvariante« zur Geltung. In einem Syntheseprozess werden Erdgas, Erdöl oder Kohle zu Kunststoffen verarbeitet.
  • Varianten– Wie gesagt, gibt es verschiedene Kunststoffe. Die Duroplaste beispielsweise sind hart und besitzen sehr engmaschige Moleküle. Beim Erwärmen weichen sie nicht auf und können auch später nicht mehr verformt werden. Elastomere hingegen sind elastisch. Thermoplaste bieten unterschiedliche Festigkeitsgrade und gelten als weich und biegsam. Im höheren Temperaturbereich werden sie zu einer flüssigen Masse.

Plastik:

  • Bestandteil– Plastik wird aus Erdöl hergestellt, welches destilliert, aufgespalten und später durch die Synthese zu Plastik verarbeitet wird.
  • Herstellung– Es gibt drei Verfahren. Bei der Polymerisation werden kleinere Moleküle zu einem großen Molekül geformt. Hieraus entstehen PS, PP und PE. Bei der Polykondensation werden unterschiedliche Stoffe zu einem Molekül zusammengeführt. Die Polyaddition beruht ebenfalls auf dem Zusammenführen mehrerer Stoffe, wobei hier, anders als bei der Polykondensation, kein Nebenstoff entsteht.

Je nach Fertigungsverfahren, dem Einsatz von Stoffen und Nebenprodukten entstehen die verschiedenen Plastik- und Kunststoffformen.

Wofür wird es gebraucht?

Diese Frage lässt sich mit einer Gegenfrage beantworten: Wofür nicht? In der Tat werden Kunststoffe und Plastik heute für nahezu alle Anwendungsgebiete genutzt, wobei auf einige Beispiele sicherlich verzichtet werden könnte. Allgemein kommen Kunststoffe und Plastik jedoch in folgenden Bereichen vor:

  • Automobil-/Flugzeugindustrie– Das waren noch Zeiten, in denen Autos aus Stahl und Aluminium bestanden. Die heutigen Modelle sind wesentlich leichter, robuster, gleichzeitig sparsamer, was wiederum auf den Einsatz von Kunststoffen und Plastik zurückzuführen ist. Auch Flugzeuge bestehen zu großen Teilen aus Kunststoffen.
  • Möbelindustrie– Sobald ein Möbelstück ein Furnier besitzt oder in knalligen Farben erstrahlt, ist Plastik enthalten. Das klassische Furnier ist nichts anderes als eine mit Holzoptik oder Farbe bedruckte Plastikfolie, die aufgeklebt wird. Und auch Sofas oder andere Sitzmöbel bestehen zu wesentlichen Teilen aus Kunststoffen: Die Polsterung ist, sollte sie nicht aus Federkernen bestehen, schlichtweg Schaumstoff, also Kunststoff.
  • Elektrogeräte– Kühlschränke, Mikrowellen, Unterhaltungselektronik, der Laptop, der Computer oder das Smartphone – die meisten dieser Geräte besitzen zumindest ein Gehäuse aus Kunststoff.
  • Kleidung– Jegliche Kleidungsstücke mit Mikrofasern oder Polyesterbestandteilen basieren auf Kunststoffen.
  • Verpackungen– Genau dieses Einsatzgebiet ist, oftmals zurecht, in Verruf geraten. Fakt ist, dass viele Verpackungen aus Kunststoff bestehen, wobei etliche dieser Verpackungen sinnvoll sind. Weniger sinnvoll sind doppelt verpackte Gegenstände.

Dies sind nur wenige Beispiele der ständigen Einsatzbereiche von Kunststoffen und Plastik. Aus der Medizin sind die Stoffe gar nicht mehr fortzudenken, da sie die Hygienestandards erlauben, die wir heute haben. Zudem bieten Kunststoffe die Möglichkeit, künstliche Gelenke oder auch Zahnersatz anzubieten. Künstliche Knie- oder Hüftgelenke bestehen beispielsweise aus Kunststoffen, auch die Kronen beim Zahnersatz werden aus einem Kunststoff-Keramik-Gemisch hergestellt.

Wie lässt sich Kunststoff in unserem Alltag vermeiden?

Für die meisten Menschen ist es undenkbar, vollständig auf Kunststoff zu verzichten, da dies die Entsorgung von knapp 90 – 95 Prozent des eigenen Hausrats bedeuten würde. Fakt ist aber, dass auf spezielle Arten von Plastik verzichtet werden kann– und sollte:

  • Plastiktüten– sie richten mit den größten Schaden für die Umwelt an, dabei ist es ein Leichtes, auf sie zu verzichten. Sie lassen sich mühelos durch Baumwolltaschen oder wenigstens Permanenttragetaschen ersetzen.
  • Obsttüten– auch sie sollten vermieden werden. Wer loses Obst und Gemüse kauft, kann für wenige Euros Baumwollnetze im Internet finden, die die Tüten komplett ersetzen. Die Netze sind waschbar, durchsichtig und umweltfreundlich.
  • Doppelte/unnütze Verpackungen– hier müssen Verbraucher gezielt Produkte vermeiden. Zu diesen Verpackungen gehören mitunter die unnütz in Folie eingeschweißten Gurken, Obst und Gemüse, welches erst eingeschweißt und schließlich noch in einer Plastikschale verpackt ist. Aktuell ergeben sich neue Unsinnigkeiten im Bereich des Waschmittels. Die Waschmittelpods, die erst noch in Nachfüllpacks erhältlich waren, werden von manchen Herstellern nur noch in Plastikboxen verkauft – ohne dass diese Boxen später aufgefüllt werden können.

Der beste Weg im Alltag ist, bewusster mit Kunststoffen und Plastik umzugehen und stets auf eine korrekte Entsorgung zu achten. Gerade die achtlos fortgeschmissenen Bonbon- oder Schokoladenfolien schädigen die Umwelt, da sie regelmäßig in Flüsse oder Bäche geweht werden. In vielen Bereichen ist es mit ein wenig Aufwand auch möglich, auf Kunststoff zu verzichten. Viele Getränke, Joghurts oder Quarks gibt es bereits wieder in Gläsern, die natürlich auch nur dann zum Umweltschutz beitragen, wenn sie über Glascontainer entsorgt werden.

Kunststoff und Plastik – in der Industrie ein wichtiges Material
Jeder kann mithelfen, Plastikmüll zu vermeiden

Fazit – Achtsamkeit statt Verteufelung

Es ist nicht möglich, vollständig auf Kunststoff oder Plastik zu verzichten. In vielen Industriezweigen ist die Verwendung der einzelnen Kunststoffe das notwendige Mittel zur Herstellung von Produkten und die Medizin von heute wäre ohne Kunststoffe oder Plastik nicht möglich. Dennoch sollte jeder bei sich selbst darauf achten, wie mit den Stoffen umgegangen wird. Gerade Plastiktüten aller Art sollten vermieden werden, hier gibt es längst wesentlich bessere Alternativen. Und werden die eingeschweißten Gurken schlichtweg nicht mehr gekauft, besteht die Hoffnung, dass die Lieferanten feststellen, dass sie auf die Folie verzichten sollten.

Bildnachweis: vitalliy / stock.adobe.com
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