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Kostenrechnung in Handelsunternehmen

Lesezeit: 2 Minuten Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Kostenrechnung in Handelsunternehmen, zeigt deren Besonderheiten auf und stellt ein Excel-Berechnungsschema für die Vorwärtskalkulation, Rückwärtskalkulation und Differenzkalkulation vor.

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Kostenrechnung in Handelsunternehmen

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Anders als für Industrieunternehmen wird auf die Besonderheiten der Kostenrechnung in Handelsunternehmen in der Literatur kaum eingegangen. Daher finden Sie hier einige grundlegende Informationen zur Kostenrechnung in Handelsunternehmen.

Die Kostenrechnung in Handelsunternehmen

Für die Kostenrechnung in Handelsunternehmen unterscheidet man zunächst wischen Vorwärts- und Rückwärtskalkulation. Bei der Vorwärtskalkulation wird der Verkaufspreis ermittelt. Hierzu geht man von den Einzelkosten aus, addiert hierzu die Gemeinkosten und berücksichtigt anschließend einen darauf den Gewinnzuschlag als prozentuale Größe. Demgegenüber wird bei der Rückwärtskalkulation der Angebotspreis als Datum interpretiert, sodass es bei dieser zweiten Form der Kostenrechnung in Handelsunternehmen vor allem darum geht, den höchstmöglichen Einkaufspreis zu berechnen.

Neben diesen beiden Kalkulationsarten der Kostenrechnung in Handelsunternehmen geht es natürlich auch darum, dem Management Entscheidungshilfen für die Kostenbeeinflussung und Grundlagen für die kurzfristige Erfolgsermittlung zu liefern.

Die Vor- und Nachkalkulation in Handelsunternehmen

Bei der Vorkalkulation liegt Kostenträgerstückrechnung zeitlich vor Beginn der Leistungserstellung. Demgegenüber soll mithilfe der Nachkalkulation festgestellt werden, ob die Planvorgaben der Vorkalkulation eingehalten wurden. Die Nachkalkulation kann somit immer erst nach Beendigung des Leistungsprozesses durchgeführt werden.

Kalkulationsarten in Handelsunternehmen

Im Rahmen der Kostenrechnung in Handelsunternehmen lassen sich Vorwärtskalkulation, Rückwärtskalkulation und Differenzkalkulation unterscheiden.

Vorwärtskalkulation in Handelsunternehmen

Die Kostenrechnung im Handel wird fast ausschließlich nach dem folgenden Schema durchgeführt:

Abbildung 1: Das Kalkulationsschema in Handelsunternehmen

Listeneinkaufspreis des Lieferanten
– Rabatt (v.H.)
– Bonus (v.H.)
+ Mindermengenzuschlag
———————————–
= Zieleinkaufspreis
– Skonto (v.H.)
———————————–
= Bareinkaufspreis
+ Bezugskosten
———————————–
= Einstandspreis
+ Handlungskosten (v.H.)
———————————–
= Selbstkosten
+ Gewinnaufschlag (v.H.)
———————————–
= Barverkaufspreis
+ Kundenskonto (i.H.)
———————————–
= Zielverkaufspreis
+ Kundenrabatt (i.H.)
———————————–
= Netto-Verkaufspreis
+ Mehrwertsteuer (v.H.)
———————————–
= Brutto-Verkaufspreis
=====================

Zu den Handlungskosten gehören vor allem Personalkosten, Mieten, Steuer, Versicherungsaufwendungen, Verwaltungskosten, Energiekosten, Vertriebs- und Werbekosten etc. Diese Kosten werden mithilfe des Handlungskostenzuschlagsatzes berücksichtigt, der in der Praxis wie folgt ermittelt wird:

Handlungskostenzuschlagsatz = (Summe Gemeinkosten / Wareneinsatz) x  100

Durch Addition von Einstandspreis und Handlungskosten ergeben sich die Selbstkostenpreise der Kalkulationsobjekte, die mit dem Handlungskostenzuschlagsatz als Prozentwert vom Einstandspreis pauschal berechnet werden.

Der Gewinnzuschlag hängt von Faktoren wie der Branchenzugehörigkeit, dem Wettbewerbsumfeld, unternehmensindividuellen Vorstellungen und weiterer Faktoren ab.

Um den Verkaufspreis zu ermitteln, sind noch Kundenskonto, Kundenrabatt und eventuell zu zahlende Verkaufsprovisionen zu berücksichtigen. Hierbei ist zu beachten, dass einige Positionen nicht "von hundert" sonder "im Hundert".

Ein komplettes Schema zur Ermittlung des Verkaufspreises finden Sie in der Excel-Datei Kostenrechnung in Handelsunternehmen.

Die Rückwärtskalkulation in Handelsunternehmen

Die Rückwärtskalkulation dient der Ermittlung des Einkaufspreises und folgt dem folgenden Schema:

Brutto-Verkaufspreis
– Mehrwertsteuer (a.H.)
———————————–
= Netto-Verkaufspreis
– Kundenrabatt (v.H.)
———————————–
= Zielverkaufspreis
– Kundenskonto (v.H.)
———————————–
= Barverkaufspreis
+ Gewinnaufschlag (a.H.)
———————————–
= Selbstkosten
– Handlungskosten (a.H.)
———————————–
= Einstandspreis
+ Bezugskosten
———————————–
= Bareinkaufspreis
– Skonto (i.H.)
———————————–
= Zieleinkaufspreis
– Rabatt (i.H.)
– Bonus (i.H.)
+ Mindermengenzuschlag
———————————–
Angebotspreis des Lieferanten
=====================

Die Differenzkalkulation in Handelsunternehmen

Eine Differenzkalkulation ist immer dann erforderlich, wenn das Handelsunternehmen weder Einkaufs- noch Verkaufspreis beeinflussen kann. Um den Gewinnzuschlag zu berechnen, werden durch die Vorwärtskalkulation der Selbstkostenpreis und durch Rückwärtskalkulation der Barverkaufspreis ermittelt. Aus der Differenz ergibt sich der Gewinn für den zu kalkulierenden Artikel.

Angebotspreis des Lieferanten
– Rabatt (v.H.)
– Bonus (v.H.)
+ Mindermengenzuschlag
———————————–
= Zieleinkaufspreis
– Skonto (v.H.)
———————————–
= Bareinkaufspreis
+ Bezugskosten
———————————–
= Einstandspreis
+ Handlungskosten (v.H.)
———————————–
= Selbstkosten

Differenz = Gewinn

= Barverkaufspreis
———————————–
+ Kundenskonto (v.H.)
= Zielverkaufspreis
———————————–
+ Kundenrabatt (v.H.)
= Netto-Verkaufspreis
———————————–
+ Mehrwertsteuer (a.H)
Brutto-Verkaufspreis

Der Kalkulationszuschlag in Handelsunternehmen

Die Differenz zwischen den Verkaufspreisen und den Einstandspreisen aller verkauften Waren ergibt den Rohgewinn des Handelsunternehmens. Im Rahmen der Kostenrechnung in Handelsunternehmen berechnet man daraus einen kombinierten Aufschlagsatz, mit dessen Hilfe man vom Einstandspreis auf den Verkaufspreis und umgekehrt schließen kann. Dieser Kalkulationszuschlag wird wie folgt ermittelt:

Kalkulationszuschlag = ((Nettoverkaufspreis – Anschaffungskosten) / Anschaffungskosten) x 100

Die Handelsspanne in Handelsunternehmen

Die Handelsspanne eines Handelsunternehmens wird ermittelt, indem die Differenz zwischen dem Nettoverkaufspreis einer Ware und deren Anschaffungskosten zum Nettoverkaufspreis in Beziehung gesetzt wird:

Handelsspanne = ((Nettoverkaufspreis – Anschaffungskosten) / Nettoverkaufspreis) x 100

Handelsspanne und Kalkulationszuschlag weisen somit die gleichen Bezugsgrößen auf. Daher kann die Kostenrechnung in Handelsunternehmen bei Vorliegen eines Zuschlagsatzes auch den jeweils anderen berechnen:

                                Kalkulationszuschlag x 100
Handelsspanne = ————————————
                               100 + Kalkulationszuschlag

                                        Handelsspanne x 100
Kalkulationszuschlag = —————————–
                                       100 – Handelsspanne

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