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Kollegiale Beratung für Führungskräfte: Gemeinsam voneinander lernen

Lesezeit: 2 Minuten Wenn Führungskräfte sich weiterentwickeln wollen, finden sie eine ganze Palette an Angeboten: Klassische Seminare, Workshops, Trainings oder Einzelcoaching sind Wahlmöglichkeiten. Trainings bieten das motivierende Lernen in der Gruppe, Coachings das individuelle Eingehen auf die Anliegen der Führungskraft. Doch wie kann man beides zugleich haben? Ein Modell dafür ist die kollegiale Beratung.

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Kollegiale Beratung für Führungskräfte: Gemeinsam voneinander lernen

Kollegiale Beratung für Führungskräfte: Gemeinsam voneinander lernen

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Kollegiale Beratung bietet die lebendige Möglichkeit, konkrete Anliegen und Fragestellungen aus dem Berufsalltag von Führungskräften in einer Gruppe Gleichgesinnter zu besprechen und gemeinsam Lösungsideen zu entwickeln. Dort wo mehrere Führungskräfte zusammenkommen, um über ihre Fragestellungen zu sprechen, vereint sich hohe Expertise und Kompetenz. Denn jede Führungskraft bringt ihren einzigartigen Erfahrungsschatz und ihre Kreativität mit. Warum nicht gemeinsam von diesem Erfahrungsschatz profitieren und voneinander lernen?

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Wie funktioniert kollegiale Beratung?

Der Ablauf einer kollegialen Beratung orientiert sich an einer festen Struktur. So wechselt sich die Erzählung des Falleingebers (das ist die Führungskraft, die ihr Problem vorträgt) mit Beratungssequenzen ab. Berater sind die anderen Teilnehmer der Gruppe. Sie äußern ihre Wahrnehmungen und Eindrücke, nachdem sie dem Falleingeber zugehört haben, oder machen sich in einem weiteren Schritt über mögliche Lösungsansätze Gedanken.

Wichtig ist, dass der Falleingeber eine klare Schlüsselfrage stellt, worüber „seine Berater“ diskutieren sollen. Fehlt – im Eifer des Gefechts – diese Frage, kommt es schnell dazu, dass die Berater über alles Mögliche reden und am Problem vorbei diskutieren.

Der strukturierte Ablauf einer kollegialen Beratung ist kein sturer Formalismus

Die Alltagserfahrung, die wir alle in „normalen“ unmoderierten Gesprächsrunden machen, zeigt meist, dass die Teilnehmer vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen, sich gegenseitig im Redefluss unterbrechen und am Ende niemand so genau weiß, worum es eigentlich ging. Oder dass langatmige Ausführungen kaum zu bremsen sind.

Der strukturierte Ablauf von kollegialen Beratungen ermöglicht erst, sich auf das Wesentliche im Anliegen der Führungskraft zu konzentrieren und zielorientiert nach Lösungen zu suchen. Hilfreich ist es, am Anfang die Hilfe eines versierten Moderators in Anspruch zu nehmen, dessen Job es ist, auf die Einhaltung der Struktur zu achten. Später, wenn die Gruppe Übung hat, kann sie die kollegialen Beratungen eigenständig durchführen.

Die Vielfalt der Sichtweisen und Ideen macht’s

Wo mehr Ohren hören und mehr kluge Köpfe ihre Erfahrungen einbringen, wächst die Vielfalt an Aspekten und damit an Ideen beträchtlich. Genau darauf baut das Prinzip der kollegialen Beratung. Die falleinbringende Führungskraft erfährt neue, ihr vielleicht ungewohnte Sichtweisen, hört, wie andere mit ähnlichen Problemen umgehen und kann ihre Perspektive mit Hilfe ihrer „Berater“ wechseln. Oder aber auch einfach nur Bestätigung finden, dass sie auf dem richtigen Weg ist.

Beratung ist jedoch nie in dem Sinn zu verstehen, dass die Berater sagen, was „richtig oder falsch“ ist oder „was man tun muss“. Ratschläge – selbst gut gemeinte – sind nicht Ziel einer kollegialen Beratung. Die falleingebende Führungskraft bleibt immer eigenverantwortlich für ihre Entscheidungen. Das gilt es von allen Teilnehmern zu respektieren.

Die Zusammensetzung der Gruppe wirkt sich auf die Arbeitsfähigkeit aus

Optimalerweise besteht eine kollegiale Beratungsgruppe aus 4-10 Teilnehmern. Diese Größenordnung gewährleistet ausreichende (Ideen-)Vielfalt bei einer überschaubaren Anzahl von Personen. Die Teilnehmer einer kollegialen Beratung sollten aus vergleichbaren beruflichen Kontexten kommen, z.B. Führungskräfte einer Hierarchieebene.

Bereichernd wirkt, wenn die Personen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen stammen und so der Blick über den Tellerrand gefördert wird. Dabei können die Teilnehmer Angehörige aus unterschiedlichen Unternehmen oder aber auch aus der gleichen Organisation sein. Teilnehmer in Konkurrenzsituationen oder hierarchischer Abhängigkeit voneinander machen ein vertrauensvolles Arbeiten in einer kollegialen Beratungsgruppe unmöglich.

Eine kollegiale Beratungsgruppe muss miteinander wachsen – wie ein Team

Deswegen ist es empfehlenswert, wenn sich die Teilnehmer 4-6 Mal im Jahr zu kollegialen Beratungen treffen. Die Dauer eines Beratungsfalles beträgt 30-60 Minuten, so dass bei jedem Treffen 2-3 Fälle bearbeitet werden können.

Mit einiger Übung in der kollegialen Beratung lernen die einzelnen Teilnehmer, sich selber besser zu reflektieren und ihre eigenen Fähigkeiten selbstbewusster einzuschätzen. Auf der Gruppenebene erfahren die Teilnehmer wertschätzenden Umgang miteinander und das Lernen voneinander in vertrauensvoller Offenheit.

Bildnachweis: Monkey Business / stock.adobe.com

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