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Kleinunternehmer: Wie Sie geeignete Mitarbeiter finden

Lesezeit: 3 Minuten Sind Sie, wie die meisten Kleinunternehmer, allein oder mit nur einem Partner in die Selbstständigkeit gestartet? Und merken nach einigen Wochen und Monaten, dass Sie die Arbeit einfach nicht mehr allein bewältigen können, dann steht Ihnen jetzt eine schwierige Aufgabe bevor: Sie müssen einen geeigneten Mitarbeiter für Ihr Kleinunternehmen finden. Lesen Sie hier, wie Sie diesen finden und wie Sie sich als Kleinunternehmer für potentielle Bewerber interessant machen.

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Kleinunternehmer: Wie Sie geeignete Mitarbeiter finden

Lesezeit: 3 Minuten

Als Kleinunternehmer brauchen Sie einen Mitarbeiter, der
1. die benötigten Qualifikationen mitbringt,
2. menschlich zu Ihnen passt,
3. bereit ist, für ein Kleinunternehmen zu arbeiten, und
4. das Gehalt akzeptiert, das Sie ihm zahlen können.

Da Sie als Kleinunternehmer, sicherlich anfangs nur 1-2 Mitarbeiter beschäftigen und mit diesen eng zusammenarbeiten werden, sind die Punkte 1 und 2 besonders wichtig. Dabei ist das ,,Menschliche" von der Sympathie bis hin zur Verträglichkeit der Charaktere und Arbeitsweisen mindestens genauso wichtig wie die Qualifikation des Mitarbeiters.

Aus Sicht des Mitarbeiters sind die Punkte 3 und 4 oft noch wichtiger. Für ihn ist es ein größeres Risiko bei einem Kleinunternehmer zu arbeiten – der wahrscheinlich auch weniger bezahlt – als in einem großen etablierten Unternehmen.

Um als Kleinunternehmer gute Mitarbeiter für Ihren jungen Betrieb zu begeistern, gestalten Sie die Arbeitsplätze bei Ihnen attraktiv: Locken Sie mit einer interessanten Arbeit, mehr Freiheiten und einem gutes Betriebsklima. Ein einigermaßen marktübliches Gehalt sollten Sie dennoch anbieten, um nicht nur solche Mitarbeiter anzuziehen, die anderswo keine Chance auf einen Job haben.

Mitarbeitersuche – Ihre Aufgaben als Kleinunternehmer:

1. Aufgabenprofil für Ihr Kleinunternehmen erstellen
In Kleinunternehmen ist das Aufgabenspektrum oft wesentlich breiter und die Anforderungen mitunter deutlich höher, als es die teilweise recht eng definierten klassischen Berufsbilder vorsehen. Nehmen Sie sich deshalb die Zeit, genau zu überlegen, welche Aufgaben der neue Mitarbeiter übernehmen soll, welche Qualifikationen er benötigt, welche Persönlichkeitsmerkmale günstig wären, für wie viele Stunden/Woche Sie Unterstützung brauchen und was Sie dafür zahlen können.

2. Mitarbeitersuche für Kleinunternehmen
Ganz wichtig: Lassen Sie sich bei der Mitarbeitersuche nicht von der derzeitigen Stellung bzw. dem formalen Ausbildungsabschluss irritieren, wenn der Bewerber dem Aufgabenprofil für Ihr Kleinunternehmen entspricht.

Setzen Sie bei der Mitarbeitersuche auf Mundpropaganda. Vielleicht kommt jemand aus Ihrem Bekanntenkreis für den Job in Ihrem Kleinunternehmen infrage. Vielleicht kennt auch jemand in Ihrem Bekanntenkreis einen potentiellen Kandidaten. Fragen Sie aktiv nach!
Vorteil der Mundpropaganda: Sie können die Eignung und den Charakter bei Bekannten deutlich besser einschätzen als bei einem völlig Fremden, den Sie im Vorstellungsgespräch zum ersten Mal sehen.  
Nachteil: Sie riskieren, dass jemand beleidigt ist, wenn Sie ihn letztlich doch nicht einstellen.

Kommen Sie mit Mundpropaganda nicht zum Ziel, machen Sie Ihr Jobangebot auch Fremden bekannt. Teure Anzeigen in überregionalen Zeitungen und in den großen kostenpflichtigen Online-Stellenbörsen können Sie sich als Kleinunternehmer jedoch in aller Regel sparen. Inserieren Sie lieber in den Stellenmärkten der lokalen Tages- und Wochenzeitungen.

Achten Sie darauf, Ihre Stellenanzeige möglichst entsprechend Ihres Anforderungsprofils zu formulieren Vergessen Sie nicht hineinzuschreiben, was Sie (trotz oder gerade als Kleinunternehmer) zu bieten haben. Wichtig: Formulieren Sie die Anzeige geschlechtsneutral und diskriminierungsfrei.

Ist bei den Bewerbern kein geeigneter Kandidat dabei, gehen Sie die Bewerbungsunterlagen noch mal kritisch durch und notieren Sie sich, was diesen Kandidaten gefehlt hat. Anschließend überprüfen Sie Ihre Stellenanzeige, ob diese Anforderungen klar genug formuliert waren und schalten eine angepasste Anzeige erneut.

3. Vorauswahl treffen
Jetzt geht es darum die Bewerbungsunterlagen zu sichten und die Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch zu bitten. Beim ersten Sichten der Bewerbungsunterlagen dürfen Sie ruhig nach den Äußerlichkeiten gehen:

– Ist die Bewerbungsmappe sauber, ordentlich und in einwandfreiem Zustand? Schlampige Mappen sind ein K.O-Kriterium.
– Sind Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse komplett vorhanden?
– Ist das Anschreiben von der Rechtschreibung hereinwandfrei und auf Ihre Anzeige zugeschnitten formuliert? (Hier könnten Sie Abstriche machen, wenn die Aufgabe keinen Schriftverkehr erforderlich macht)

Beim zweiten Blick sollten Sie den Lebenslauf und die Zeugnisse näher untersuchen:

– Wenn ein Foto vorhanden ist: Handelt es sich um ein professionelles Bewerbungsfoto?
– Welche Ausbildung und Berufserfahrung hat der Bewerber?
– Welche sonstigen Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzt sie oder er?
– Was sagen die Zeugnisse über die Arbeitseinstellung, die Leistungen und die Persönlichkeit aus?

Wer Ihnen auch nach dem zweiten Blick noch tüchtig und sympathisch vorkommt, den sollten Sie zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch zu sich ins Unternehmen einladen. Stellen Sie dem Bewerber im Vorstellungsgespräch gezielte Fragen:

1. Was reizt sie/ihn an der Stelle? Warum möchte sie/er den Job haben?
2. Was hat ihr/ihm bei der bisherigen Tätigkeit besonders gut gefallen? Was gar nicht?
3. Wie hat sie/er bestimmte Probleme in der Vergangenheit gelöst?

Der Antwort auf Frage 3 sollten Sie besonderes Gewicht zumessen. Daraus können Sie nämlich ersehen, was für den Kandidaten schwierig ist und inwieweit er selbstständig auf Probleme reagieren kann.

4. Schnuppertag im Kleinunternehmen
Haben sich einige oder wenigstens ein Bewerber für Ihr Kleinunternehmen herauskristallisiert, lad en Sie diese zu einem Schnuppertag ein. Das ist der beste Weg, um die Eignung zu testen. Schließlich sind Sie als Kleinunternehmer, besonders darauf angewiesen, dass Sie mit Ihrem neuen Mitarbeiter gut klarkommen und ihm 100% vertrauen können.

Der Bewerber soll für ein paar Stunden bei Ihnen ,,hereinschnuppern", um zu sehen, wie ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aussieht und welche Aufgaben zu erledigen sind. Im Arbeitsalltag können Sie sich ausgiebiger kennenlernen als bei einem Vorstellungsgespräch. Achten Sie vor allem darauf, welche persönliche Ausstrahlung der Kandidat hat (positiv, aktiv, fröhlich, schwungvoll oder passiv, zögerlich, eher negativ?) und wie intensiv er sich für die gezeigten bzw. erklärten Arbeiten und Aufgaben interessiert (je mehr, desto mehr Einsatz können Sie von ihm erwarten).

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