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Kennzeichen der 4 industriellen Revolutionen

Lesezeit: 3 Minuten Der Mensch strebt danach, seine Lebensweise durch technische Errungenschaften ständig zu verbessern. Erfindungen innovativer Visionäre sind untrennbar mit industriellen Weiterentwicklungen verbunden, die zu großen gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen geführt haben.

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Kennzeichen der 4 industriellen Revolutionen

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Im Folgenden sollen Ihnen die vier industriellen Revolutionen vorgestellt werden, die unser tägliches Leben bis heute maßgeblich prägen.

Die erste industrielle Revolution – Abkehr von der Agrargesellschaft

Bis zum Beginn der Französischen Revolution war die Gesellschaft in Europa von einer rigiden ständischen Struktur geprägt, die für die Menschen strenge Zwänge und Einschränkungen bedeutete. Bis ins späte 18. Jahrhundert waren die Menschen, die den unteren Gesellschaftsschichten angehörten, ständig von Hungersnöten und Seuchen bedroht, während der privilegierte Adel unermesslichen Reichtum genoss.

Die erste industrielle Revolution, die von Großbritannien ausging und sich allmählich in ganz Europa ausbreitete, führte allmählich zum Untergang der von der Agrarwirtschaft beeinflussten ständischen Gesellschaftsordnung und den damit verbundenen Einschränkungen für Bürger, Arbeiter Handwerker und Bauern. Die erste industrielle Revolution wurde durch zukunftsweisende technische Erfindungen eingeleitet, die eine Arbeitsteilung und Massenanfertigung in großen Betrieben ermöglichten.

Zu den bahnbrechenden Errungenschaften, die die Industrialisierung im späten 18. und 19. Jahrhundert ständig vorantrieben, gehörten unter anderem die von James Watt erfundene Dampfmaschine, der von Edmund Cartwright konstruierte mechanische Webstuhl sowie die von George Stevenson entwickelte Dampflokomotive. Diese neuen Maschinen übernahmen nun viele Arbeiten, die zuvor nur durch den schweren körperlichen Einsatz der Menschen oder durch Handarbeit durchgeführt werden konnten. Dies brachte effizientere Produktionsweisen und eine signifikante Verbesserung der Qualität unterschiedlicher Erzeugnisse.

Viele Güter konnten nun deutlich schneller und billiger produziert und in weiterer Folge auch verkauft werden, was sie für eine größere Massen an Menschen zugänglich machte. Gleichzeitig führten die Umwälzungen in der Produktion jedoch auch zu erheblichen sozialen Missständen, denn viele Menschen wanderten auf der Suche nach Arbeit in die großen Industriezentren ab und lebten dort in Armut, ausgebeutet von kapitalistischen Großunternehmern und ohne jegliche soziale Absicherung.

Die zweite industrielle Revolution – die Blütezeit der Autoindustrie

War es im Zuge der ersten industriellen Revolution bis etwa 1850 zu einer teilweisen Mechanisierung von körperlicher Arbeit und Handwerk gekommen, setzte die zweite industrielle Revolution mit der gezielten Nutzung der Elektrotechnik ein. Diese Phase der Industrialisierung, die von 1880 bis 1930 andauerte, fand in erster Linie in den Vereinigten Staaten und Deutschland statt. Sie wurde durch Erfindungen wie die Glühbirne, den elektrischen Generator und die von Werner von Siemens gebaute Dynamomaschine, aus der später der Elektromotor entwickelt wurde, vorangetrieben.

Durch die Entwicklung des Fließbandes entstanden immer mehr Großfabriken, die in unterschiedlichen Industriesparten eine Massenproduktion ermöglichten. War die erste Phase der Industrialisierung hauptsächlich von Errungenschaften im Bereich der Produktion und Verarbeitung von Textilien und Stahlerzeugnissen geprägt, trat zu Beginn der zweiten industriellen Revolution die Automobil- und Chemieindustrie in den Vordergrund.

Die dritte industrielle Revolution – hochspezialisierte Arbeitsweise durch Computertechnik

Die zweite industrielle Revolution wurde in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts durch die von Soziologen und Ökonomen als "mikroelektronische Revolution" bezeichnete Phase der Industrialisierung abgelöst. Sie wurde durch bahnbrechende Entwicklungen im Bereich der Computertechnik und Mikroelektronik eingeleitet und führte in vielen Bereichen zu einer vollautomatisierten Produktionsweise, die bis heute andauert.

Zu den wichtigsten Merkmalen der dritten industriellen Revolution zählen nicht nur eine hochspezialisierte Arbeitsteilung und die Fertigung vieler Güter durch Roboter, sondern auch eine zunehmende Vernetzung der einzelnen Staaten und ihrer wirtschaftlichen Beziehungen zugunsten einer Internationalisierung.

Die vierte industrielle Revolution – Digitalisierung der Wirtschaft und Industrie

Im Jahr 2011 wurde von der deutschen Bundesregierung ein Zukunftsprojekt definiert, das seit einigen Jahren unter den Begriffen "Industrie 4.0" oder "Intelligente Produktion" bekannt ist. Es soll komplexe Prozesse innerhalb der Produktion und Logistik ermöglichen, die durch einen Informationsaustausch zwischen Objekten mit künstlicher Intelligenz umgesetzt werden können.

Bildnachweis: © Jim Vallee/123rf.com

Dies soll eine neue Ära in der Industrie einläuten, in der kundengerechte Fertigung und rentable Produktion von Einzelstücken ebenso möglich sind wie der Einsatz digitalisierter Arbeitssysteme, die durch das hochspezialisierte Wissen der Mitarbeiter optimal genutzt werden können. Industrie 4.0 ist daher als industrielle Revolution konzipiert, in der der Mensch wieder eine wesentliche Rolle in einem individualisierten Produktionsprozess spielt.

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