Businesstipps Unternehmen

Kalkulation: Richtig Rechnen

Lesezeit: 2 Minuten Wer heute erfolgreich als Unternehmer arbeiten will, darf nicht nur etwas von Verkaufen oder bloßem Arbeiten verstehen. Erfolgreiche Unternehmer dürfen nicht nur in Umsätzen, Gewinnen und Leistungen, sondern müssen auch in Wirkungsbeiträgen, Kosten und Kapazitäten denken. Oft hapert es am Rechnungswesen, das stark vernachlässigt wird oder erst Monate später vorliegt. Denn Umsatz ist nicht gleich Gewinn.

2 min Lesezeit

Kalkulation: Richtig Rechnen

Lesezeit: 2 Minuten
Vor allem weniger kaufmännisch vorbelastete Gründer vergessen dies schnell. Wer eine Firma erfolgreich führen will, benötigt eine ordentliche Buchführung und eine penible Kostenrechnung. Wer sonst beantwortet Ihnen folgende Fragen?
  • Zu welchem Preis kann ich mein Produkt/meine Dienstleistung anbieten?
  • Wo liegt für mich die Preisuntergrenze?
  • Wie hoch sind meine jährlichen Fixkosten, die unabhängig von den einzelnen Aufträgen oder Produkten entstehen?
  • Welchen Mindestumsatz muss ich machen, um im Monat kostendeckend zu arbeiten?
  • Mit welchen Produkten oder Dienstleistungen mache ich den größten Gewinn?
  • Wo kann ich Kosten einsparen?
  • Wo sind in der Firma Verlustquellen, und wie können diese beseitigt werden?
Kostenrechnung und Kalkulation sind daher ein Mittel zur größtmöglichen Wirtschaftlichkeit. Um Ihre Preise zu kalkulieren, benötigen Sie somit zunächst sämtliche Kosten. Hier zeigt sich ein Problem: Da Sie für künftige Aufträge kalkulieren, müssen Sie auch von künftigen Kosten ausgehen. Die Kosten der Vergangenheit können für Sie nur ein Anhaltspunkt sein. Deshalb müssen Sie in der Kostenrechnung mit Planzahlen rechnen. Dabei orientieren Sie sich an den Vergangenheitswerten und der voraussichtlichen Teuerung. In der Gründungs- oder Aufbauphase können Sie sich auf Vergangenheitszahlen nicht stützen. Lediglich Branchenwerte stehen Ihnen zu diesem Zweck zur Verfügung. Als Existenzgründer müssen Sie jedoch trotzdem kalkulieren und zudem die Zahlen für Ihr erstes Wirtschaftsjahr berechnen und zum Teil auch die anfallenden Kosten anhand Ihrer Planungen schätzen. Gehen Sie bei den Kosten von folgenden Bereichen aus:

Personalkosten
Dabei müssen Sie nicht nur das Bruttogehalt Ihrer Mitarbeiter berücksichtigen, sondern auch:

  •  Weihnachtsgeld
  •  Urlaubsgeld
  •  Vermögenswirksame Leistungen
  •  Gesetzliche soziale Aufwendungen (Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung)
  •  Freiwillige Sozialleistungen
  •  Sachgemeinkosten
  •  Zinskosten, Abschreibungen
  •  Kalkulatorische Kosten (Abschreibung).

Sachgemeinkosten

  •  Miete, Pacht, Heizung
  •  Gas, Strom, Wasser
  •  Versicherungen, Steuern, Beiträge
  •  Kfz-Kosten
  •  Werbung, Reisekosten, Repräsentation
  •  Instandhaltung, Maschinen und Geräte
  •  Bürobedarf, Telefon
  •  Steuerberatung, Rechtsberatung, Buchführung
  •  Sonstige Kosten

Zinsen
Die Zinskosten Ihrer Firma für den Kapitaldienst erhalten Sie von Ihrer Bank oder Sparkasse.

Abschreibungen (AfA= Absetzung für Abnutzung)
Bei dem Kostenpunkt Abschreibungen handelt es sich um Kosten für den Wertverlust Ihrer Investitionen. Diese ermitteln Sie, indem Sie die Anschaffungskosten einer Maschine oder eines Geräts durch die durchschnittliche Nutzungsdauer dividieren.

Achtung!
Bei Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) sind die Gehälter für den Geschäftsführer als Fixkosten in der Buchführung berücksichtigt. In Personengesellschaften (KG, OHG) und Einzelunternehmungen dagegen erhält der Inhaber aus steuerlichen Gründen kein Gehalt. Seinen Lebensunterhalt deckt der Firmenchef durch den erzielten Gewinn (Entnahmen). Das führt bei der Kalkulation dazu, dass ein so genannter kalkulatorischer Unternehmerlohn angesetzt werden muss, um ein fiktives Gehalt des Firmenchefs zu berücksichtigen. Ein Anhaltspunkt für den kalkulatorischen Unternehmerlohn ist das Gehalt eines fremden Mitarbeiters für vergleichbare Tätigkeiten inklusive aller Lohnnebenkosten.

Auch beim Eigenkapital, das der Firmenchef seinem Unternehmen zur Verfügung stellt, muss bei der Kalkulation ein ähnlicher Kniff angewendet werden. Denn während die Zinsen für Fremdkapital tatsächlich bezahlt und als Betriebsaufwand gebucht wird, ist dies für das Eigenkapital aus steuerlichen Gesichtspunkten nicht möglich. Durch so genannte kalkulatorische Zinsen wird dieser Nachteil ausgeglichen.

Die bisherigen Schritte sind für alle Branchen gleich. Branchenunterschiede gibt es nur bei der Ermittlung der Kalkulationswerte. Nachfolgend zwei Beispiele:

1. Unternehmen, die überwiegend menschliche Arbeitsleistung verkaufen, wie etwa Handwerksbetriebe und Dienstleister, kalkulieren meist mit so genannten Stundenverrechnungssätzen. Dazu ermittelt die Firma neben ihren Gesamtkosten die Anzahl der Arbeitsstunden pro Mitarbeiter und Jahr. Dividiert man nun die Gesamtkosten durch die verrechenbaren Stunden des Betriebs, erhält man den so genannten Stundenverrechnungssatz. Diesen Satz muss die Firma bei Aufträgen erzielen, um wenigstens kostendeckend zu arbeiten.

2. Händler dagegen kalkulieren mit einem so genannten Handelsaufschlag auf ihre Waren. Dieser berechnet sich nach folgender Formel:
Handelsaufschlag = Gesamtkosten x 100 : Wareneinsatz

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: