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In diesen Fällen ist eine Abmahnung nicht erforderlich

Lesezeit: < 1 Minute Sie kennen den Grundsatz, dass eine Kündigung in vielen Fällen nur möglich ist, wenn vorher eine Abmahnung ausgesprochen wurde. Erst, wenn der Mitarbeiter einen vergleichbaren Fehler erneut macht, ist eine Kündigung möglich. Dabei gibt es eine Reihe von Ausnahmefällen, in denen Sie auf eine vorherige Abmahnung verzichten können.

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In diesen Fällen ist eine Abmahnung nicht erforderlich

In diesen Fällen ist eine Abmahnung nicht erforderlich

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Ausnahme 1: Kündigung liegt nicht im Verhalten des Arbeitnehmers begründet

Eine Abmahnung ist nur erforderlich, wenn es um einen sogenannten verhaltensbedingten Kündigungsgrund geht. Mit der Abmahnung soll der Arbeitnehmer ja schließlich darauf hingewiesen werden, dass er etwas falsch macht, sich falsch verhält, und über die Konsequenzen informiert werden. Insofern ist eine Abmahnung nicht erforderlich, wenn

  • die Kündigung aus betriebsbedingten Gründen erfolgt, zum Beispiel weil der Arbeitsplatz weg rationalisiert wird)
  • es sich um einen personenbedingten Grund handelt (zum Beispiel Krankheit).

Ausnahme 2: Störungen im Vertrauensbereich

Aber auch bei verhaltensbedingten Kündigungsgründen ist nicht in jedem Fall eine Abmahnung erforderlich. Ausnahmsweise kann auf diese verzichtet werden, nämlich dann, wenn massive Störungen im Vertrauensbereich vorliegen. Typische Beispiele sind Straftaten am Arbeitsplatz, die dazu führen, dass das Vertrauen nicht wiederhergestellt werden kann. Vorsicht: Hier kommt es immer sehr auf die Umstände des Einzelfalls an. So hat das Bundesarbeitsgericht zum Beispiel entschieden, dass auch bei der Unterschlagung von Pfandbons mit geringem Wert nicht ohne Abmahnung gekündigt werden darf, wenn das Arbeitsverhältnis viele Jahre beanstandungs frei bestanden hat.

Im Zweifel: Liebet abmahnen

Die Rechtsprechung legt großen Wert auf die Feststellung, dass immer nur im Einzelfall entschieden werden kann, ob eine Abmahnung erforderlich war oder nicht. Für Sie als Arbeitgeber stellt dies natürlich ein Risiko dar. Denn wenn das Gericht nachträglich zu der Entscheidung kommt, dass eine Abmahnung ausreichend gewesen wäre, fallen Sie mit der Kündigung ohne Abmahnung auf die Nase. Wenn Sie nicht ganz sicher sind, ob Sie bei einem verhaltensbedingten Grund statt einer Kündigung vorher eine Abmahnung aussprechen müssen, sollten Sie dies im Zweifel eher tun oder sich rechtlich beraten lassen.

Bildnachweis: FM2 / stock.adobe.com

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