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Grundlegende Überlegungen zur Selbstständigkeit

Lesezeit: 5 Minuten Für viele ist der Schritt in die Selbstständigkeit ein einschneidender Schritt, der wohl überlegt sein muss. Worauf Sie achten sollten und welche grundlegenden Gedanken Sie sich vor der Entscheidung "Mache ich mich selbständig oder nicht?" machen müssen, erfahren Sie hier.

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Grundlegende Überlegungen zur Selbstständigkeit

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Nie mehr Ärger mit dem Chef oder den Kollegen, die Chance endlich sein eigener "Herr" zu sein, selbst zu entscheiden wann man arbeitet, Urlaub macht oder nicht und endlich die Möglichkeit, jeden Cent in die eigene Tasche zu wirtschaften – dies alles sind tolle Aussichten und oftmals ausschlaggebende Gründe dafür, das Abenteuer "Selbstständigkeit" zu wagen. Sicherlich sind diese Gedanken schon sehr verlockend und lassen viel Spielraum für "Träumereien", doch wer hier nicht aufpasst, läuft schnell Gefahr, dass der Traum von der Selbstständigkeit zum Alptraum wird.

Damit das nicht passiert sollte die grundlegende Motivation darin liegen, sich durch eine gute durchdachte Geschäftsidee langfristig auf dem Markt zu etablieren. Aber nicht nur das Etablieren auf dem Markt sichert das existenzielle Überleben des eigenen Unternehmens. Im Zeitalter rasch wachsender Märkte, wo morgen schon nicht mehr gefragt sein kann was heute noch der Renner ist, ist es von großer Bedeutung, sich der Herausforderung zu stellen in neue Märkte zu expandieren. Wer dazu bereit ist, wird später einmal Erfolgserlebnisse erfahren und sich selbstverwirklichen können, wie es ein Angestellter vermutlich nie erfahren wird.

Das Wichtigste und auch der erste Schritt hierbei stellen Sie als Existenzgründer selbst dar. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich selbst einer kritischen Prüfung unterziehen und folgende Fragen ehrlich beantworten:

  • Habe ich genügend Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen?
  • Kann ich gut auf geregelte Arbeitszeiten und Urlaubszeiten verzichten?
  • Kann ich andere für meine Ideen begeistern?
  • Wie sieht meine derzeitige finanzielle Lage aus und verfüge ich über eigenes Starkapital?
  • Bin ich psychisch wie auch physisch in der Lage Krisen durchzustehen?
  • Stehen meine Familie, Freunde und Bekannte hinter mir und unterstützen mich bei meinem Vorhaben?

Sie sollten diese Vorüberlegungen nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn das heutige Wirtschaftsleben stellt eine enorm hohe Anforderung an Unternehmer. Wer sich einmal in die Selbstständigkeit begeben hat, der kann nicht einfach so ohne weiteres wieder in ein Angestelltenverhältnis zurückschwenken.

Steht hinter einer dieser Fragen ein klares NEIN, so sollten Sie
sich gut überlegen ob Sie das Wagnis Selbstständigkeit eingehen sollten, denn
ohne diese "Grundstützen" ist das Risiko zu Scheitern von vorneherein sehr hoch
angesiedelt. Wenn Sie dies vermeiden wollen, sollten Sie sich überlegen was Sie
selbst dagegen unternehmen können, um dieses NEIN auszuschließen oder wer ihnen dabei behilflich sein kann. Wer in der heutigen Zeit im Wirtschaftsleben Erfolg haben will, muss über eine Reihe an Fähigkeiten und Talenten verfügen wie:

  • Ein Gespür für das Geschäft
  • Können und Wissen
  • Entscheidungskraft
  • Risiko- und Einsatzbereitschaft
  • Verkaufstalent und Verhandlungsgeschick

Ein weiterer wichtiger Punkt ist: Die Selbstständigkeit muss sich rechnen. Den Traum vom Luxusleben ohne finanzielle Sorgen, Berühmtheit zu erlangen und die Sonnenseite des Lebens zu genießen, wer hat noch nicht davon geträumt? Nicht jeder der sich selbstständig macht wird oder will gar dieses Lebensziel vieler Menschen tatsächlich erreichen, aber trotz allem muss sich die Selbstständigkeit schon rechnen.

Wer sich in die Selbstständigkeit begibt, hat selbstverständlich vor Augen, was ihm am Ende eines Monats überbleibt, denn damit bewerkstelligt er sein Leben und gönnt sich den ein oder anderen Luxus, den er sich als Angestellter vielleicht nicht erfüllen konnte, doch ACHTUNG hier verbirgt sich eine große Gefahr.

Es ist menschlich nur verständlich, dass wenn man lange Jahre in
Enthaltsamkeit lebt, mit dem erstverdienten Einkommen als Selbstständiger sich
Träume erfüllt die man sich zuvor nicht erfüllen konnte. Doch dabei vergessen
viele, dass das was man eingenommen hat, nicht zeitgleich auch das ist, was
einem zur Verfügung steht, denn Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Und genau
diesen Grundsatz kennen viele nicht oder lassen ihn in Unwissenheit schnell
außer Acht. So ist es nicht verwunderlich dass auch heute immer noch "Umsatzmillionäre" in die Pleite rutschen obwohl die Umsatzzahlen im schwarzen Bereich sind.

Doch wie im Leben üblich, hat alles auch seinen Preis. Der Preis der Selbstständigkeit, und das schreckt viele zunächst davor ab, sich selbstständig zu machen, ist, dass Selbstständige ständig wirtschaftliche Risiken zu spüren bekommen und hautnah miterleben. Sie tragen hier für sich und ihre Mitarbeiter das volle Risiko und müssen auf wirtschaftliche Schwankungen und Veränderungen frühstmöglich reagieren.

Erwirtschaftete Gewinne oder auch Verluste wirken sich unmittelbar auf das Vermögen und damit oftmals auch auf den vorhandenen Handlungsspielraum des Selbstständigen aus, denn wenn er Gewinne erzielt steigt sein Einkommen und sind Investitionen leichter möglich als wenn er Verluste erwirtschaftet. Auch bezahlen Selbstständige den Preis der "Freiheit" damit, dass sie jeden Monat selbst dafür sorgen müssen, Gewinne in dem Umfang erwirtschaften zu müssen, um die laufenden Kosten zu decken, da sie im Gegensatz zum Angestellten keinen Festlohn erhalten.

Für einen Selbstständigen gilt ständig: "Er kann sehr schnell sehr hoch steigen, aber genauso schnell auch sehr tief fallen." Wer sich dazu entschlossen hat, sich Selbstständig zu machen und als Unternehmer auf dem Markt zu präsentieren, muss sich im klaren darüber sein, dass er seine Risiken weitestgehend kennt und einschätzen kann, sie analysiert und entsprechende Strategien entwickelt, um vorhandenen und auftretenden Risiken entgegenwirken zu können. Kann er dies nicht, so wird die Firmengründung schnell zu einer Odyssee, an deren Ende die Pleite stehen kann.

Es mag unbestritten sein, dass zu einer erfolgreichen Unternehmung auch ein Quäntchen Glück gehört, doch mit einer sorgfältigen und gut durchdachten Vorbereitung kann das eigene Risiko kalkulierbar gemacht und gemindert werden. Bei allem darf der Existenzgründer eines nie vergessen: Er selbst entscheidet mit seinem Einsatz, seinem Engagement und seiner Leistung, was am Ende der Unternehmungsgründung stehen wird.

Die erste und wichtigste Frage in der Existenzgründung schlechthin ist die Frage: 

  •  "Bin ich ein UnternehmerTyp?"

Piloten eines Airline checken grundsätzlich vor dem Start die Maschine. Stehen alle Zeiger auf der Position wo sie stehen sollen, weist die Maschine irgendwelche offensichtlichen Beschädigungen auf, leckt irgendeine Leitung oder lassen sich sonstige Unregelmäßigkeiten erkennen? Ist dies nicht der Fall, so kann der Flug beginnen. Ohne einen gründlichen Check wird kein Flugzeug seine Parkposition verlassen und in die Luft gehen. Und damit Sie als Existenzgründer keine Bruchlandung erleiden, sollten auch Sie sich eines solchen, gründlichen Checks vor Beginn der Selbständigkeit unterziehen. Existenzgründungsberater und Profis sprechen hier vom sogenannten "Start-Up Check".

Diese Fähigkeiten und Talente zeichnen einen guten Unternehmer aus. Wie Elementar wichtig diese Eigenschaften sind, soll folgendes Beispiel verdeutlichen: Im Jahr 1988 entwickelte eher durch Zufall, der Apotheker "John S. Pemberton" eine Rezeptur für ein Erfrischungsgetränkt, nichtahnend, welch revolutionäre Erfolg damit verbunden sein würde. Er bot die Ware seiner Kundschaft an, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Er verkaufte gerademal 15 Gläser von diesem Erfrischungsgetränk am Tag, zu wenig um damit Erfolg zu haben.  

Nach einer Zeit gab er resigniert auf und verkaufte sein Rezept für die für damalige Verhältnisse stolze Summe von 2.300 US- Dollar an einem Geschäftsmann Namens "Candler". Candler erwarb die alleinigen Nutzungsrechte an dieser Rezeptur und verfügte über den Weitblick und über das unternehmerische Instinkt das man als Unternehmer braucht um langfristig erfolgreich zu sein. 

Er erkannte das Potential welches sich in diesem Erfrischungsgetränk befand und baute in nur wenigen Jahren ein Vertriebsnetz auf, zunächst in den USA,
später auch in Kanada und Mexico. Während des II. Weltkriegs gelangte dieses
Erfrischungsgetränk auch nach Europa und wenig später in die ganze Welt. Es entwickelte sich in nur kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Produkte überhaupt und erfreut sich auch heute noch größter Beliebtheit. Zu Recht ist dieses Erfrischungsgetränk dass Nr. 1 Erfrischungsgetränk überhaupt und hat Mr. Candler zum Multimilliardär gemacht.

Coca-Cola wurde mit der richtigen Marketingstrategie zum Welterfolg. Dieses Beispiel, von dem es eine ganze Reihe gibt, zeigt, dass es nicht nur reicht, eine gute Idee zu haben, sondern maßgeblich entscheidend ist, wie man diese Idee auf dem Markt präsentiert und wie man sie verkauft.

Fehlende grundlegende Buchhaltungskenntnisse führen schnell dazu das der
Unternehmer eingenommen Gelder falsch verteilt und ausgibt, ohne dabei zu
berücksichtigen dass nach dem Umsatz den man erwirtschaftet hat, noch eine ganze Reihe an Zahlungsverpflichtungen stehen die getilgt werden müssen oder in gewisser Zeit auf einem zukommen werden.

Um dies anschaulich zu verdeutlichen ein Beispiel:
Peter und Sabine kennen sich aus ihrer Schulzeit. Während Peter
nach der   Berufsausbildung als Angestellter einer Firma ein monatliches Brutto von 3.500€ erwirtschaftet, wovon ihm Netto ca. 2.120,€ zur Verfügung bleiben, strebte Sabine nach Höherem. Sie möchte ihr eigener "Chef" sein und sich selbstständig machen. Da sie eine Faible für Schmuck hat, möchte sie eine Modeschmuckfiliale eröffnen und mit dieser finanziell gleichgestellt sein wie Peter. Um dies zu erreichen muss sie monatlich mindestens einen Gewinn von 4.670,– € erwirtschaften. Hochgerechnet auf ein Jahr wäre das ein Jahresgewinn von 56.040,– €.

Ist dies aber tatsächlich mit dieser Geschäftsidee zu erwirtschaften?
Die Antwort auf diese Frage hängt entscheidend davon ab, wie
hoch der Umsatz, den Sabine tatsächlich erwirtschaften kann, sein muss, um auf
diesen Gewinn zu kommen. Hilfe bieten einem hier Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung.  

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