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Grün-Rote Bildungspolitik: Ist das erfolgreiche Schulsystem in Baden-Württemberg gefährdet?

Lesezeit: 2 Minuten Auf die guten Leistungen ihrer Schüler waren die Menschen in Baden-Württemberg immer besonders stolz. Nicht zuletzt die Pisa-Studie zeigte: Das Schulsystem funktioniert und führt zu Spitzenleistungen. Doch jetzt soll unter Grün-Rot in der Bildungspolitik alles anders werden.

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Grün-Rote Bildungspolitik: Ist das erfolgreiche Schulsystem in Baden-Württemberg gefährdet?

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Bildungspolitik in Baden-Württemberg: Die verbindliche Grundschulempfehlung soll abgeschafft werden
Das Aus für die Grundschulempfehlung soll einer der ersten bildungspolitischen Schritte der künftigen Regierung werden. Bei Koalitionsgesprächen wurden sich die beiden Parteien einig, dass die Eltern in Baden-Württemberg künftig frei wählen können, welche weiterführende Schule ihr Kind besucht.

Nach Angaben des SPD-Bildungsexperten Frank Mentrup ist geplant, dass die neue Regelung ab dem Schuljahr 2012/13 gilt. "Es soll dann nur noch eine Beratung geben, in der der Lehrer eine weiterführende Schule empfiehlt", sagte er.

Kritik an der Bildungspolitik gab es vom politischen Gegner und den Bildungsverbänden. "Das ist der erste klare Schritt zur Abschaffung unseres erfolgreichen Schulsystems", sagte CDU-Fraktionschef Peter Hauk. Wer an der Grundschulempfehlung zweifle, stelle die Kompetenz der Lehrer infrage.

Der Philologenverband und der Realschullehrer-Verband bezeichneten das Vorhaben als "absurd". "Denn die Urteilskraft von Eltern bezüglich ihrer Kinder ist oftmals äußerst subjektiv, jedenfalls bedeutend subjektiver als die der Grundschullehrkraft", heißt es in einer Pressemitteilung. Gerade Eltern mit höheren Bildungsabschlüssen würden dazu tendieren, ihre Kinder zu überschätzen.

Umgekehrt hätten es Schüler aus bildungsfernen Schichten, vor allem Mädchen, der Lehrerempfehlung zu verdanken, dass sie entgegen der seitens ihrer Eltern zugedachten Rolle auf Realschule oder Gymnasium wechseln konnten.

Haushaltssanierung steht im Vordergrund
Für Aufregung sorgt auch die Willensbekundung der neuen Regierung, bei den Lehrern sparen zu wollen. Der künftige Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte zwar, dass man zunächst freiwerdende Stellen für eine Verbesserung des Unterrichts nutzen wolle.

SPD-Landeschef Nils Schmid machte jedoch die "klare und harte Ansage", dass später freiwerdende Lehrerstellen abgebaut würden. Damit soll noch in dieser Legislaturperiode zur Sanierung des Landeshaushalts beigetragen werden. Gerhard Brand, Landesvorsitzender vom Verband Bildung und Erziehung sagte, er könne kein Verständnis dafür aufbringen, dass man "jetzt bereits in der Schulpolitik die Ampeln von Grün auf Rot" schalte.

Bildungspolitik in Baden-Württemberg: Machen bald alle Abitur?
Der Start der Gemeinschaftsschule ist für das Schuljahr 2012/13 geplant. Dank längeren gemeinsamen Lernens soll es mit dieser neuen Einrichtung gelingen, trotz rückläufiger Schülerzahlen wohnortnahe Schulen auch im ländlichen Bereich zu bewahren. SPD-Bildungsexperte Mentrup warnte allerdings vor "Schnellschüssen".

Eine gesetzliche Verankerung der neuen Einrichtung mit gründlicher Definition und Festsetzung der Ziele sei nicht vor Herbst zu erwarten. Er zeigte sich dabei auch für Gemeinschaftsschulen offen, die nur Haupt- und Realschulen umfassen – im Gegensatz zur GEW. Doro Moritz, Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, plädierte dafür, dass die neue Einrichtung zum Abitur führen müsse, und betonte: "Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule lehnen wir ab."

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