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Gibt es ein Wundermittel, um schlecht gelaufene Gespräche zu heilen?

Lesezeit: 3 Minuten Wie oft geht es uns so: wir haben ein wichtiges Gespräch geführt - mit unserem Chef, mit einem Kunden, mit unserem Partner. Und es ist "in die Hose gegangen". Und dabei war einem das Thema und das angestrebte Ergebnis doch so wichtig. Und noch dazu ist das Verhältnis zum Gesprächspartner dauerhaft getrübt. Kann man das heilen?

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Gibt es ein Wundermittel, um schlecht gelaufene Gespräche zu heilen?

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Das angestrebte Ergebnis wäre wichtig gewesen

Nun ist die "Gehaltserhöhung" den Bach runter gegangen. Oder das Verhältnis zum geliebten ist Partner dauerhaft getrübt. Man schweigt sich manchmal tagelang an. Kann man das heilen? Wieso ist es so schwer erneut auf den anderen zuzugehen? Was, wenn das mit einem bestimmten Gesprächspartner ständig passiert?

Na klar kann man das heilen

Aber Achtung, die Zeit läuft gegen Sie! Man müsste ja einfach nur auf den Gesprächspartner zugehen und darum bitten, das Gespräch noch einmal in Ruhe, mit weniger Emotion zu führen. Oft wäre auch eine Entschuldigung hilfreich. Aber meist tun wir uns sehr schwer. "Warum soll denn gerade ich auf den anderen zugehen? Der hat sich doch wie die Axt im Wald benommen, mich vielleicht ungerechtfertigt eines Fehlverhaltens bezichtigt, dann ist er auch einfach gegangen und hat die Tür geknallt. Dieser Idiot! Nein, ich mache nicht den ersten Schritt…"

Halt, halt, halt! Es ist so einfach, sich mit Selbstgesprächen immer weiter selbst in Rage zu reden. Das sollten Sie lieber lassen. Denn Sie sind wahrscheinlich im Unrecht. Und es bringt Sie nicht weiter. Beantworten Sie sich diese Frage: "Was will ich wirklich?" Entscheiden Sie sich bewusst zwischen Ihrer "Partnerschaft" und "Ihrem verletzten Stolz".

Es ist Zeit für das Wundermittel!

Eine Übung zwischendurch

Ich bitte Sie jetzt um eine kleine Unterbrechung beim Lesen dieses Textes. Machen Sie stattdessen folgende Übung: Teilen Sie ein Blatt Papier in zwei Spalten. Schreiben Sie in die linke Spalte den Dialog, der Ihnen aus dem Ruder gelaufen ist, genauso, wie er sich zugetragen hat. Nun schreiben Sie in die rechte Spalte zu jeder Szene, was Sie parallel dazu gedacht, aber nicht ausgesprochen haben. Tun Sie das jetzt!

Fertig? Nun stellen Sie sich folgende magische Frage: "Was war mein Anteil am Misslingen dieses Gesprächs?" Können Sie sich vorstellen, dass sich Ihre geheimen Gedanken ("Das ist völlig unfair", "der spinnt ja total", "so ein Aaaaar…") vielleicht auf irgendeine Weise einen Weg in das Gespräch gebahnt haben. Über Ihre Mimik, irgendwelche Gesten, Ihren Tonfall? Ist vielleicht Ihr Gesprächspartner doch nicht allein an allem schuld?

Mit dieser Erkenntnis ist es wesentlich leichter, das Gespräch noch einmal aufzurollen. Vielleicht sogar, indem Sie mit einer Entschuldigung beginnen. "Ich war emotional so aufgewühlt, da sind mir meine Worte durchgegangen. Entschuldigung! Das war nicht in Ordnung von mir. Können wir es nochmal probieren?" Oft kontert unser Gesprächspartner dann sogar mit einer eigenen Entschuldigung. Falls nicht, braucht er vielleicht noch etwas Zeit. Die chemischen Botenstoffe, die unser Körper in heißen Diskussionen absondert, brauchen manchmal etwas Zeit, bis sie wieder abgebaut wurden.

Sie kennen die ganze Prozedur schon?

Weil Ihnen das mit ein und demselben Gesprächspartner immer wieder passiert? Es ist immer derselbe Mitarbeiter, der zu spät zur Arbeit kommt. Es ist immer dasselbe Thema, um das Sie sich mit Ihrem Lebensgefährten streiten? Klären Sie Probleme mit anderen so schnell wie möglich. Je länger Sie warten, desto schwieriger und "teurer" wird die Problemlösung. Die psychologischen „Kosten“ werden mit der Zeit immer größer.

Sie sollten an dieser Stelle dringend überlegen, ob Sie über das richtige Thema reden? Wie lange schwelt Ihr Thema schon? Streit-Themen und Probleme mit anderen Menschen reifen nämlich und verändern sich dabei. Anfangs ging es um eine konkrete Sache ("Inhalt"). Denken Sie einmal an die berühmte nicht verschlossene Zahnpasta-Tube im gemeinsamen Bad. Ganz gleich ob das Thema geklärt wurde und sich nun wiederholt, oder ob es wegen eines gescheiterten Gesprächs ungelöst blieb: mit der Zeit reift es zu einem "Muster".

Ein Muster ist ein Tatbestand, ein Problem, das sich ständig widerholt. "Ständig lässt du die Zahnpasta-Tube offen." Und noch eine Zeitlang später entwickelt sich aus dem Muster ein echtes Beziehungsproblem. Es sollen schon Ehen wegen einer offenen gelassenen Zahnpasta-Tube geschieden worden sein. Entscheiden Sie, ob es bei Ihrem Problem um den Inhalt, schon um ein Muster oder sogar bereits um Ihre Beziehung geht.

Fatalerweise lassen wir uns in diesen Fällen immer wieder in Diskussionen über die Sache, also den Inhalt ziehen. Und lösen so das tatsächliche Problem nicht. Der Mitarbeiter, der schon 20 Mal zu spät kam, will sich erneut mit "Bus verpasst" herausreden. Lassen Sie sich nicht vom tatsächlichen Problem abbringen. Denn tatsächlich geht es doch bereits um ein Muster.

"Was heute passiert ist, ist nicht entscheidend. Warum wiederholt sich das Problem immer wieder?" Oder geht es gar schon um die Beziehung? Hatten Sie bereits die Wiederholung thematisiert. Dann geht es letztlich darum, ob Sie Ihrem Mitarbeiter und seinen Zusagen noch vertrauen können. Ist Ihre Beziehung zueinander noch tragfähig? Sprechen Sie also über das tatsächliche Problem.

Je länger ein Thema ungelöst zwischen Ihnen in der Schwebe ist, desto schwieriger wird es zu besprechen und zu lösen sein. Die psychologischen Kosten einer Diskussion über die Beziehung sind wesentlich höher. Und ein Beziehungsproblem ist schwieriger zu lösen, als eine offen gelassene Zahnpasta-Tube. Je eher Sie Ihr schwieriges Gespräch richtig führen, umso leichter lassen sich Ihre Probleme lösen und umso geringer sind die Kosten. Was wollen Sie wirklich? Was müssen Sie dafür tun? Und was ist Ihr eigener Anteil am Problem?

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