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Fördertechnik in der Industrie 4.0 – Anspruch und Wirklichkeit

Lesezeit: 3 Minuten Digitalisierung, Vernetzung und Prozessoptimierung in der industriellen Arbeitswelt stehen stellvertretend für die Industrie 4.0. Ein elementar wichtiger Bereich in der Intralogistik ist die Fördertechnik. Sie steht im Zentrum sämtlicher automatisierten Logistikprozesse.

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Fördertechnik in der Industrie 4.0 – Anspruch und Wirklichkeit

Fördertechnik in der Industrie 4.0 – Anspruch und Wirklichkeit

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Autonome Transportsysteme und digitalisierte, intelligente Fördertechniken sind die Zukunft, aber auch bereits die Gegenwart. Doch wie ausgereift ist die Technologie und wird die menschliche Arbeitskraft überhaupt noch gebraucht?

Industrie 4.0 – Vorteile und Veränderungen

Die vierte industrielle Revolution wird durch die Digitalisierung, die fortlaufende Vernetzung und zahlreiche Prozessveränderungen in den einzelnen Arbeitsbereichen stetig vorangetrieben. Sie ist für die Unternehmen Chance und Herausforderung zugleich. Denn wer den Fortschritt verpasst und einmal hinten dran ist, hat es schwer, auf dem globalisierten und vernetzten Markt mitzuhalten. Doch hat die Industrie 4.0 bereits vollständig Einzug gehalten oder ist sie noch in der Entwicklungsphase? Und wird sie den Markt revolutionieren oder nur etwas verändern?

Die Stärke des bisherigen Einzugs der Digitalisierung und Vernetzung in die Industrie ist nicht ganzheitlich zu beantworten, da sie zwischen den einzelnen Branchen differiert. In Bezug auf die marktrelevanten Auswirkungen gibt es allerdings eine eindeutige Antwort, wie auch Professor Kai Furmans, Leiter des Instituts für Fördertechnik und Logistiksysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), weiß:

„Industrie 4.0 ist zwar ein geniales Marketing, hat aber einen sehr realen Hintergrund und deshalb ist es wichtig, dass sowohl die Maschinen- und Anlagenbauer als auch die Anwender sich mit dem Thema auseinandersetzen. Es zeigt sich, dass durch die Digitalisierung und daraus resultierenden Fähigkeiten neue Geschäftsmodelle und Möglichkeiten entstehen – und das wird bleiben.“

Flexibilität in der Produktion und automatisierte Logistikprozesse bilden im Hinblick auf die Industrie 4.0 eine besondere Position. Dies steht gleichbedeutend mit einer optimierten Intralogistik durch eine hochentwickelte Fördertechnik, um auf den sich schnell und stetig verändernden Markt und die gestiegenen Anpassungsanforderungen unmittelbar reagieren zu können. Das bringt verschiedene Vorteile mit sich.

Die Vorteile von Industrie 4.0 in der Fördertechnik:

  • Abhängigkeit von entsprechendem Personal wird reduziert
  • Personalkosten sinken
  • Betriebszeiten können ausgeweitet werden
  • Lieferkette wird transparenter und Fehler vermieden
  • Sicherheit wird erhöht
  • Wartungskosten werden reduziert

Video: Der „Erlebnispark Fördertechnik“ in Sinsheim

Fördertechnik in der Intralogistik

Die hochtechnologische Fördertechnik in der Intralogistik besitzt eine enorme Bedeutung. Autonome Transportsysteme, Plug-&-play-Technologien, digitalisierte Vernetzung und die zunehmende Interaktion von Mensch und Maschine sind nur einige Schlagworte in der Fördertechnik, auf die es in der wachsenden Industrie 4.0 ankommt.

„Das Thema Industrie 4.0 und damit auch die Fördertechnik 4.0 sehen wir als einen ständigen Prozess, der in der Vergangenheit zu Veränderungen geführt hat und dies auch in der Zukunft tun wird. Unsere Produkte entwickeln wir dahingehend ständig weiter“, kommentierte Andreas Koch, Head of Product Management bei den Intralogistikexperten von SSI Schäfer, die Bedeutung der Fördertechnik.

Autonome Transportsysteme gelten in der Entwicklung der Fördertechnik für die Intralogistik, laut Andreas Koch, als entscheidendes Lösungselement. „Durch die Kombination aus diskretem und kontinuierlichem Transport werden skalierbare, flexible und adaptierbare Lösungen für unsere Kunden entwickelt“, sagte Koch. Heißt im Klartext: Durch flexible und moderne Fördertechniken lassen sich Kundenanforderungen effizienter bearbeiten und der Materialfluss innerhalb der Intralogistik zeit- und kostentechnisch optimieren.

Video: Fördertechnik in der Intralogistik – die Branche 2014 in Zahlen

Autonomie im Lager – schon heute?

Autonome Transportsysteme sind bereits heute in der Industrie angekommen. Eine vollständige Ersetzung der menschlichen Arbeitskraft können sie aber noch nicht darstellen. Vielmehr kann das Leistungsvermögen der Mitarbeiter durch autonome Transportsysteme ergänzt und optimiert werden. Das kann beispielsweise durch Flurförderzeuge geschehen.

Diese erhalten durch zahlreiche Sensoren und eine digitale Vernetzung ausreichend Informationen über ihre unmittelbare Arbeitsumgebung sowie drohende Kollisionen, sodass sie sich in naher Zukunft vollständig autonom bewegen können. Die Technologie befindet sich in einer rasanten Entwicklungsstufe und wird künftig für effizientere, innerbetriebliche Abläufe sorgen.

„In den meisten Bereichen werden autonome Systeme einfache Aufgaben übernehmen können. Es wird allerdings auch in Zukunft noch viele Bereiche mit komplexer Umwelt geben, in denen selbst leistungsfähige Systeme zur autonomen Navigation überfordert sein könnten und deshalb aus Gründen der Sicherheit oder Wirtschaftlichkeit immer noch manuell gesteuerte Fahrzeuge eingesetzt werden“, sagte Frederik Brantner, Mitgründer und CEO vom Münchener Unternehmen Magazino, welches autonome Kommissionier-Roboter entwickelt.

Die Technologie von autonomen Transportsystemen entwickelt sich rasant und wird in zukünftig nicht nur in der Industrie Anwendung finden. Einen vollständigen Ersatz für ausgebildete Facharbeiter in der Fördertechnik kann sie aber aufgrund der komplexen Navigation und der hohen Software-Ansprüche noch nicht darstellen. Doch wird die menschliche Arbeitskraft in der Industrie 4.0 im Bereich Intralogistik bei steigender Entwicklungskraft in Zukunft überflüssig?

Wie wichtig bleibt die menschliche Arbeitskraft?

Andreas Koch von SSI Schäfer hat zu der Entwicklung der Fördertechnik eine klare Position: „Das ist auf sich verändernde Anforderungen zurückzuführen, die auch vom demografischen Wandel beeinflusst werden. Immer mehr Unternehmen suchen nach einem Einstieg in das automatische Fördern oder grundsätzlich in die Automatisierung. Nicht um Arbeitskräfte einzusparen, sondern um ihre Mitarbeiter zu entlasten: Es müssen Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die es ihnen ermöglichen, auch im fortgeschrittenen Alter für sie tätig zu sein.“

Die Maschinen und die moderne Fördertechnik seien für die Unterstützung der menschlichen Arbeitskraft da, um erschwerte Arbeitsbedingungen zu vereinfachen und zu optimieren. Die geregelte Interaktion zwischen Mensch und Maschine und moderne Fördertechniken können die Durchlaufzeiten senken und die Produktivität deutlich steigern. Zudem können potenzielle Kunden jederzeit durch die digitale Vernetzung wichtige Informationen über den technischen und logistischen Zustand ihres georderten Produkts bekommen.

Der Mensch behält also seine Berechtigung in der Intralogistik der Industrie 4.0. Prozesse können automatisiert und Fördertechniken digitalisiert und optimiert werden, doch gewisse Einsatzfelder werden auch zukünftig das besondere menschliche Geschick benötigen. Digitale Lösungen und Assistenzsysteme werden die menschliche Arbeitskraft im täglichen Arbeitsablauf aber künftig noch stärker unterstützen.

Bildnachweis: asharkyu / Shutterstock.com

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