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Fördergelder: Welche neuen Leistungen der Bundesagentur für Arbeit Sie in Anspruch nehmen können

Lesezeit: 3 Minuten Der Gesetzgeber hat zum 1. 1. 2004 die staatlichen Förderleistungen und Lohnkostenzuschüsse grundsätzlich umgestaltet, um Ihnen so die Neueinstellung von (arbeitslosen) Mitarbeitern weiter zu erleichtern. Wir stellen Ihnen im Folgenden die entsprechenden Eckdaten vor:

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Fördergelder: Welche neuen Leistungen der Bundesagentur für Arbeit Sie in Anspruch nehmen können

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Eingliederungszuschuss und Einstellungszuschuss für Neugründer
Sowohl beim Eingliederungszuschuss (EZG) als auch beim Einstellungszuschuss für Neugründer (EZN) erhalten Sie von der Agentur für Arbeit einen Teil des Arbeitslohns erstattet.

1. EZG (§§ 217 – 224 Sozialgesetzbuch (SGB) III)
Stellen Sie schwer vermittelbare Arbeitslose ein, können Sie den EZG beantragen. Die Förderungshöhe geht bis zu 50 % des tarif- bzw. tätigkeitsüblichen Arbeitsentgelts, bei schwerbehinderten Mitarbeitern sogar bis zu 70 %. Die Förderungsdauer beträgt höchstens 12 Monate, bei Arbeitnehmern über 50 bis zu 36 Monate.

Wichtig: Um den EZG zu erhalten, müssen Sie bei der Agentur für Arbeit am Ort Ihres Betriebs einen Antrag stellen. Vordrucke sind dort erhältlich.

2. EZN (§§ 225 – 228 SGB III)
Wenn Sie sich

  • vor nicht mehr als 2 Jahren selbstständig gemacht haben,
  • nicht mehr als 5 Arbeitnehmer beschäftigen und
  • nun einen Arbeitslosen anstellen wollen,

können Sie den EZN erhalten.
Dieser beträgt 50 % des gezahlten Arbeitsentgelts und wird für höchstens 2 Mitarbeiter und maximal 12 Monate gewährt. Der Unterschied zum EZG liegt darin, dass Sie Existenzgründer sein müssen.

Außerdem muss der Arbeitslose

  • vor der Anstellung für mindestens 3 Monate Leistungen der Agentur für Arbeit bezogen haben und
  • in einer Arbeitsbeschaffungs- oder Strukturanpassungsmaßnahme beschäftigt gewesen sein oder die Vorraussetzungen für Entgeltersatzleistungen bei beruflicher Weiterbildung bzw. Eingliederung Behinderter erfüllen.

Sie sehen, die Anstellung von schwer Vermittelbaren kann sich finanziell lohnen: Ihnen stehen recht schnell neue Arbeitskräfte zur Verfügung, die Sie wenig kosten. Und es ist ja nicht immer gesagt, dass ein Langzeitarbeitsloser nichts kann. Viele werden hoch motiviert wieder an die Arbeit gehen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass uns wiederholt Arbeitgeber berichten, mit den so geförderten Arbeitnehmern sehr gute Erfahrungen gemacht zu haben. Wenn Sie dennoch skeptisch sind, ist die folgende Maßnahme vielleicht als Einstieg für Sie geeignet:

Maßnahmen zur Eignungsfeststellung/Trainingsmaßnahmen
Sind Sie sich bei einem Bewerber nicht ganz sicher, ist die Kombination von Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahme (§§ 48 – 50 SGB III) das Richtige für Sie. Bei der Eignungsfeststellung arbeitet der Arbeitslose zunächst für eine Zeit von bis zu 4 Wochen für Sie. In dieser Zeit soll er in seinen möglichen Arbeitsalltag reinschnuppern. Sie können sich im Gegenzug von seinen Fähigkeiten ein praxisnahes Bild machen.

An die Eignungsfeststellung kann sich eine Trainingsmaßnahme von bis zu 8 weiteren Wochen anschließen. Der Arbeitslose arbeitet in dieser Zeit weiter bei Ihnen, nur dass Sie ihm jetzt die ihm fehlenden Kenntnisse vermitteln sollen.

Die Kombination aus beiden Maßnahmen ist sehr interessant für Sie: Denn sie kostet Sie keinen Cent, weil der Mitarbeiter in dieser Zeit weiterhin sein Arbeitslosengeld bekommt. Sie haben also für bis zu 12 Wochen eine kostenlose Arbeitskraft! Beide Maßnahmen können Sie natürlich auch isoliert in Anspruch nehmen.

Ganz wichtig: Auf Förderleistungen können Sie nur zugreifen, wenn die Maßnahmen vor Arbeitsantritt von der zuständigen Agentur für Arbeit genehmigt werden. Programm "Kapital für Arbeit"
Wenn Sie als Betreiber eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens Arbeitslose einstellen, können Sie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau ein Finanzierungspaket erhalten. Dieses umfasst eine Kreditvergabe von bis zu 100.000 € pro Arbeitslosen. Das Darlehen hat dabei eine Laufzeit von bis zu 10 Jahren. Der Kredit wird in 2 "Portionen" vergeben.

Vorteile für Sie: Sie brauchen keine Angst vor einer "Schuldenfalle" zu haben, denn Sie werden durch den Bund von der Haftung freigestellt. Zudem bewegt sich die Zinshöhe am unteren Rand des Marktüblichen.

Ansprechpartner für diese Fördermaßnahme ist übrigens nicht die Agentur für Arbeit, sondern Ihre Hausbank.

Arbeitnehmer über 55
Auch die Anstellung eines arbeitslosen Bewerbers, der das 55. Lebensjahr schon vollendet hat, kann interessant sein: Hat er zuvor noch nicht bei Ihnen gearbeitet, sind Sie von der Beitragszahlung an die Bundesagentur für Arbeit befreit; Sie müssen also keine Arbeitslosenversicherung zahlen (vgl. § 421k SGB III).

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM)
Als Träger von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen können Sie Fördergelder erhalten, wenn die Ihnen zugewiesenen Arbeitslosen zu ihrer laufenden Tätigkeit zusätzliche Aufgaben übernehmen, die im öffentlichen Interesse liegen, etwa Reinigungsarbeiten (§§ 260 – 271 SGB III).

Die Fördergelder werden in Form von Zuschüssen zu den Lohnkosten ausgezahlt. Die Höhe ist je nach Arbeit und Ausbildungsgrad gestaffelt (900 bis 1.300 €). Die Förderungsdauer beträgt 12 Monate. Sie kann im Einzelfall auf 24 bzw. 36 Monate verlängert werden. Das ist etwa der Fall, wenn Sie sich verpflichten, den Arbeitnehmer in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen oder bei Arbeitnehmern über 55 Jahren.

Wichtig: Auch ABM-Kräfte unterliegen nicht mehr der Versicherungspflicht der Bundesagentur für Arbeit.

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