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Firmenpolitik: Was tun, wenn sich das Gewissen sträubt

Lesezeit: 2 Minuten In der letzten Zeit fragten Sie sich häufiger, ob Sie die derzeitige Firmenpolitik noch gutheißen können. Sei es, weil sich das Unternehmen im Geschäftsfeldern bewegt, die Sie für moralisch bedenklich halten, sei es, weil Ihnen die Geschäftspolitik als zu gewinnorientiert erscheint, sei es, weil Ihnen der Auftritt des Unternehmens im Markt vielleicht zu unseriös vorkommt. Was tun?

2 min Lesezeit
Firmenpolitik: Was tun, wenn sich das Gewissen sträubt

Firmenpolitik: Was tun, wenn sich das Gewissen sträubt

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Aktuelle Beispiele für Anlässe zum Zweifeln könnten sein: Produkte und Dienstleistungen im Bereich Rüstungsgüter, Gentechnik oder Biotechnik. Im nichtmateriellen Bereich könnte es sich auch um zwielichtige Finanzgeschäfte handeln oder Bereiche, die Juristen dem Bereich Betrug zuordnen.

Einige Fragen, die Sie sich stellen sollten:

1. Sind Sie der Einzige, der diese Bedenken äußert?

Wenn keiner Ihrer Kollegen Ihre Bedenken teilt, dann sollten Sie sich fragen, ob Ihre Befürchtungen tatsächlich berechtigt sind oder ob Sie die Messlatte nicht vielleicht an der falschen Stelle anlegen. Wenn Sie Gleichgesinnte in der Beurteilung der Situation finden, dann ist es hilfreich, in einer offenen Diskussion die Punkte anzusprechen. Sprechen Sie auch mit Ihrem Vorgesetzten über Ihre Bedenken.

2. Was sind Ihre genauen Befürchtungen?

Notieren Sie Ihre Befürchtungen einmal aus Ihrer Sicht und einmal aus der möglichen Sicht des Unternehmens heraus. Die Beurteilung von zwei verschiedenen Standpunkten aus zwingt dazu, auch andere Sichtweisen in Betracht zu ziehen.

3. Welche Auswirkungen haben Ihre Bedenken auf Ihre tägliche Arbeit?

Machen Sie sich die Auswirkungen auf Ihre tägliche Arbeit klar. Werden Sie durch Ihre Befürchtungen demotiviert? Leidet Ihre Leistungsbereitschaft oder gar die Qualität Ihrer Arbeit unter Ihren Befürchtungen? Oder noch schlimmer – leidet die Leistung Ihrer Mitarbeiter darunter? Vorsicht! Dann sind Sie in der Gefahr, sich zu isolieren.

4. Welche Auswirkungen haben Ihre Bedenken auf Ihr Privatleben?

Die Bedenken, die Sie am Arbeitsplatz haben, nehmen Sie auch mit in Ihr Privatleben hinüber. Leidet Ihre Stimmung zu Hause darunter? Sprechen Sie das Thema auch in Ihrem engeren Bekanntenkreis an. Sind Sie der Einzige, der die Situation in diesem Licht sieht?

5. Wie äußert sich das Topmanagement zu solchen Bedenken?

Versuchen Sie auch den Standpunkt der Geschäftsleitung zu verstehen. Wägen Sie die unterschiedlichen Argumente gegeneinander ab. Welche Auswirkungen auf das Unternehmen und die Arbeitsplätze könnten sich aus einer anderen Firmenpolitik ergeben?

6. In welche Konflikte könnten Sie geraten?

Wenn es sich „nur“ um eine Frage Ihres persönlichen Standards, Ihrer persönlichen Beurteilung handelt, dann versuchen Sie, einen neuen Blickwinkel einzunehmen. Wenn Sie aber mit der derzeitigen Konstellation nicht leben können, dann ziehen Sie die Konsequenz aus der Situation: dann bleibt nur der Wechsel in ein neues Aufgabengebiet.

Schwieriger wird die Entscheidung, wenn Sie durch die Firmenpolitik zu Handlungen veranlasst werden, die strafrechtlich relevant sind. Beispiel: Verstoß gegen Embargobestimmungen. Da Sie im Zweifelsfall immer für Ihre eigenen Handlungen haftbar sind, ist die Einschaltung eines juristischen Beraters in solchen Fällen ebenso wie die Dokumentation aller Vorgänge dringend angeraten.

Versuchen Sie das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Prüfen Sie kritisch Ihre eigene Messlatte. Entscheiden Sie konsequent nach Abwägung aller Vor- und Nachteile. Treffen Sie rechtzeitig die Entscheidungen, die Sie zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin treffen würden, vielleicht erst nach einigen Krankheitssymptomen oder auf ärztlichen Rat.

Checkliste

  • Was genau sind Ihre Bedenken?
  • Welche Beweise haben Sie für Ihre Befürchtungen?
  • Welche Chancen könnten sich für Sie aus der Firmenpolitik ergeben?
  • Welchen Einfluss könnte die Entwicklung auf Ihre persönliche Entwicklung haben?

Bildnachweis: Antonioguillem / stock.adobe.com

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