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Energielabel für Pkw – was ist wichtig für Sie?

Lesezeit: 3 Minuten Mit der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) wird das Energielabel für Kraftfahrzeuge eingeführt. Das ist eine ähnliche Klassifizierung, wie sie bei der weißen Ware (bei Kühlschränken und Waschmaschinen) schon länger im Einsatz ist, und die Geräte über eine Farbskala in Energiefresser oder -sparer eingestuft werden. Die Berechnung der Energieeffizienz(klasse) ist noch umstritten.

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Energielabel für Pkw – was ist wichtig für Sie?

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Energielabel ab 1.Dezember 2011 – was beinhaltet es?

Seit dem 1. Dezember 2011 gilt das neue Energielabel für Kraftfahrzeuge und damit das monströse Wort: Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV). Es ist die Verordnung, die das Ökolabel regelt.

Mit ihm sollen in Prospekt und Werbung wiedererkennbare Farben für erste schlagkräftige Argumente sorgen: Grün für umweltfreundlich, Gelb oder Orange für mittelmäßig, Rot für "Dreckschleudern". Diese Farben werden übrigens in allen Bereichen verwendet, wo es um Energieverbräuche geht. Beim Energieverbrauchslabel handelt es sich um eine ähnliche Klassifizierung, wie Sie bei weißer Ware, also bei Kühlschränken und Waschmaschinen, schon länger im Einsatz ist, und die Haushaltshelfer in Energiefresser oder Energiesparer eingestuft werden.

Energielabel nun auch für Kraftfahrzeuge – welche Skala gilt?

Analog zu den Haushaltsgeräten verfährt man bei den Kraftfahrzeugen, bei denen es ebenfalls ein farblich abgestuftes Energielabel gibt, das zwischen grünem und roten Pfeil und einigen Abstufungspfeilen dazwischen unterscheidet. Die Skala reicht insgesamt von A++ oder grünem Pfeil bis G oder rotem Pfeil.

  • "G" wäre das Maximum mit dem roten Pfeil (maximale Energieeffiziens).
  • "A" wäre das Minimum mit dem grünen Pfeil (minimale Energieeffiziens).

Das Label klassifiziert Kraftfahrzeuge danach, wie CO2-effizient sie im Verhalten zum Gewicht sind; das ist ein etwas anderer Ansatz, als bei der weißen Ware.

Werden Autos mit Energielabel nun teurer?

Das Auto wird damit nicht teurer, das Label stellt lediglich eine Zusatzinformation für den Kunden dar. Es handelt sich neben der Energieverbrauchsklassifizierung zwischen A++ bis hin zu G um folgende weitergehenden Informationen: Kfz-Steuer pro Jahr, Energieträgerkosten, Kraftstoffkosten. Im unteren Bereich des Labels wird deshalb zusätzlich aufgeführt:  

  • Jahressteuer für dieses Fahrzeug … Euro:
  • Energieträgerkosten bei einer Laufleistung von 20.000 km:
  • Kraftstoffkosten (…) bei einem Kraftstoffpreis von … Euro/Abrechnungseinheit … Euro

Wann wurde das Label beschlossen?

Ein entsprechender Gesetzentwurf, der am 1. Dezember 2011 mit Zustimmung des Bundeskabinetts in Kraft trat (laut Mitteilung des Wirtschaftministeriums), war bereits im Juni 2011 im Bundesrat gebilligt worden. Dies allerdings unter Kritik insbesondere der Umweltschutzverbände. Der Vorwurf: Die Methode der Berechnung der Energieeffiziensklasse würde die falschen Anreize setzen. Sie wird berechnet (momentan noch, aber alternative Berechnungsmethoden sollen nunmehr geprüft werden) aus dem Verhältnis von Kohlendioxidausstoß pro km zum Gewicht des Fahrzeugs.

Warum ist der Anreiz bei dieser Berechnungsart problematisch?

Weil er suggeriert, dass er genau jene Kraftfahrzeuge in die gute Bewertung bringt, die gerade die Klimasünder sind. Denn im Unterschied zur weißen Ware geht es hier um eine Verhältniszahl, eine Effiziensklasse. Und dort schneiden laut Berechnungskennziffer jene Spritschlucker in der Bewertung besonders gut ab, wenn sie nur schwer genug sind. Ein Audi Q7 mit Sechszylinder-Dieselmotor würde demnach besser bewertet als ein Kleinwagen.

Der kritische Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezeichnet deshalb die neue Regelung als "Mogelpackung", "weil durch den extremen Gewichtsbezug die großen und schweren Fahrzeuge deutscher Premiumhersteller krass bevorzugt und kleine, leichte Autos benachteiligt werden", so Gert Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD.

Die Kritik der Umweltschützer ist daher nicht von der Hand zu weisen und es wäre zu wünschen, dass die Regelung zeitnah eine Berechnungsalternative erfährt, um die Unsicherheiten für den Verbraucher zu beenden. Die Kritik ist auch aus EU-Sicht verständlich, weil Deutschland als einziges EU-Land neben dem Kohlendioxidausstoß das Gewicht des Fahrzeugs in die Berechnung der Effiziensklasse (als Einteilungsmaß für die Fahrzeuge) einfließen lässt.

Gibt es schon Alternativ-Vorschläge?

Solche Alternativ-Vorschläge gibt es bereits und zwar zweierlei Möglichkeiten: Das Ökolabel könnte man gerechter ausgestalten, wenn man die starke Gewichtung der Fahrzeugmasse durch eine flachere Kurve abschwächen oder sie gegen die Fahrzeugabmessungen austauschen würde.

Natürlich können sich daraus in Zukunft, wenn entsprechend nachgebessert wird, verschiedene Effekte ableiten: Es wird ohne Frage Einfluss auf die Kauffreudigkeit der Kunden nehmen, wie energiesparsam das Kraftfahrzeug ist oder nicht ist. Die Daten werden sicher auch Ihre potenzielle Kaufentscheidung mit beeinflussen, sodass sich auch die Händler und Leasingnehmer damit auseinandersetzen müssen.

Beeinflusst das Ökolabel die Kauffreudigkeit?

Die Händler und Leasinggeber wiederum erhalten ihre Informationen von den Herstellern. So wird von dort momentan beruhigt, dass das Label keinerlei Auswirkungen auf den Preis eines Autos habe und lediglich eine Zusatzinformation liefere (keine Preissteigerung).

Die Frage ist natürlich, wie sich das Portfolio der Hersteller in Zukunft gestaltet. Und es wird so sein, was auch im Sinne der Klimaforschung und der Umwelt ist, dass immer mehr energiefreundliche Fahrzeuge nachgefragt und somit auch produziert werden. Damit trägt das eingeführte Energielabel künftig auch tatsächlich zur Einsparung des Klimakillers CO2 bei und zur klimabewussteren Ausstattung von Autos, vorausgesetzt, es wird nachgebessert.  

Aber selbst dann, wenn das Label, wie im Moment noch, ein stückweit in die verkehrte Richtung weist, denn so einfach lassen sich die deutschen Autokäufer kein X für ein U vormachen, wird es dieses neue Denken über umweltfreundlichere Autos auslösen, was nicht mehr vom Tisch zu wischen sein wird.

Was heißt das für Sie als potenzieller Autokäufer?

Es müssen noch einige Ungereimtheiten ausgeräumt werden. Bis dahin sollten Sie genauer hinsehen, wie es sich mit Rot, Orange oder Grün verhält und was das Energielabel aussagt. Für Sie bedeutet das im Moment (vor der Nachbesserung der Regelung), dass Sie sehr skeptisch bleiben müssen:

  1. Bei der Einstufung Ihres Kraftwagens hinsichtlich der Einteilung in Energieeffizienzklassen
  2. Hinsichtlich der Frage: Ist mein Auto wirklich energieeffizient und tatsächlich im grünen Bereich?
  3. Schauen Sie selbst genau hin, ob die grobe Einteilung für Ihr potenziell neu erworbenes Fahrzeug stimmt. Prüfen Sie die Daten des Autos kritisch nach und stellen Sie Vergleiche an mit anderen Kraftfahrzeugklassen. Lassen Sie Ihren guten Menschenverstand ruhig laut werden.   

Über die Einteilung in Sparer und Verschwender können Sie sich auch im Internet weiter informieren.

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