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Die neue Nachhaltigkeit

Lesezeit: 2 Minuten Multinationale Unternehmen engagieren sich verstärkt für Entwicklungsziele. Im Zentrum: ein erweiterter Begriff der Nachhaltigkeit, der auch die öffentliche Debatte um die Zukunft der Globalisierung beeinflussen wird.

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Die neue Nachhaltigkeit

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Der Krieg in Afghanistan hat uns bewusst gemacht, dass etwa 30 Länder auf der Erde in den letzten zehn Jahren von der Entwicklung des globalen Wohlstandes abgekoppelt worden sind – und dass wir diese Länder im Zeitalter des globalen Terrorismus nicht mehr ignorieren können. Wie aber könnte eine neue, globale Entwicklungspolitik aussehen? Eines ist sicher: Erfolg kann eine solche Politik nur haben, wenn alle wichtigen Kräfte daran teilhaben. Nur wenn es gelingt, die Energien von staatlichen, gesellschaftlichen sowie Business-Institutionen zu bündeln und zu vereinen, wird es zu einem “Globalisierung-Plus”-Effekt kommen können.

Im Zuge dieser neuen Debatte hat sich ein neues, erweitertes Dreieck der “Sustainability” gebildet. “Nachhaltigkeit” buchstabiert sich nun als nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften und Geschäften, als eine neue Symbiose von Geschäft und Politik. Als eine Art transnationales “Empowerment” von armen Gesellschaften. Oder aber, in der ersten Welt, als zündende Initiation von bürgerschaftlichem Engagement.
Ein Beispiel unter vielen: Die Deutsche Bank, deren öffentliches Renommee vor einigen Jahren unter dem berühmten “Peanuts”-Ausspruch ihres Vorsitzenden leiden musste, gehört heute zu den Global Playern in Sachen gesellschaftlichem Engagement. Ihr Nachhaltigkeitskonzept beschränkt sich nicht auf Umweltfragen, obwohl die Bank auch hier strenge Kriterien für ihr Engagement entwickelt hat. (So wurde zum Beispiel auf ein Milliardengeschäft beim Bau des 3-Flüsse-Dammes in China verzichtet – aus Umweltgründen.)

Die Bank entwickelt ein ständig wachsendes System gesellschaftlichen Engagements, ein Feld von Stiftungen und Kooperationen, das sich von der Kunstförderung über die Jugend-Pädagogik bis zum weltweiten Microbanking erstreckt. Bei letzterem geht der alte, große Riese eine öffentliche Kooperation mit der Grameen Bank von Mohammad Yunus ein – jener legendären Basisorganisation, die mit Kleinkrediten an Frauen in Bangladesh einen neuen Ansatz der Entwicklungsarbeit schuf.

Immer mehr große Unternehmen suchen sich derzeit Felder sozialen Engagements. Und ausgerechnet in den kapitalistischen USA erlebt dieser Sozialkapitalismus derzeit seine heftigste Blüte: Wofür steht dieses Unternehmen? Was sind seine Werte? Warum soll ich mich dort engagieren und nicht anderswo? Kein amerikanisches Unternehmen ohne hohe Kontingente an Freiwilligenarbeit für gute Zwecke und großzügige Stiftungskonstruktionen: Aids, Fair Trade, Naturschutz, Nachbarschaftshilfe, Unterstützung von Bildungsinitiativen für sozial schwache Jugendliche, all dies ist längst mit Marken wie McDonald’s, Walmart, Microsoft oder Exxon verbunden.

Eine gewaltige Explosion von Stiftungsgründungen geht mit dieser Welle einher, denn nun haben private Spender, die ihre Gelder nicht in die Hände staatlicher Institutionen oder passiver Verwalter legen wollen, eine Alternative: Die Wirtschaft wirft ihre Management-Kompetenzen in die Waagschalen der sozialen Frage.
Kofi Annan selbst, der oberste UN-Botschafter, hat sich dieses neue Kooperationsmodell zu Eigen gemacht. In der Initiative “The Global Compact” wird umgesetzt, was sich in den Konflikten auf Internationalen Konferenzen schon andeutete: die Integration der NGOs in den weltweiten politischen Prozess. Es gilt, die Mächte der Wirtschaft, der Gegenöffentlichkeit und der Weltorganisationen schlagkräftig zu verbinden – ein vor Jahren noch völlig undenkbares Unterfangen, schließlich war jeder damit beschäftigt, die Feindbilder der anderen zu pflegen.

Der Dow Jones Sustainability Group Index, in dem die Unternehmen zusammengefasst sind, die sich konsequenten ethischen Programmen verschrieben haben, hat über Jahre hinweg bessere Börsenkurse erzielt als der Dow Jones.

Zunehmend reagieren globale Unternehmen nicht mehr mit Anwälten, sondern mit Engagement auf die Reich-Arm-Problematik. Die Pharmazie-Firma Pfitzer Inc. kündigte an, Tausende von Afrikanern kostenlos mit Diflucan zu versorgen – einem teuren Wirkstoff gegen Pilzinfektionen, das bei Aids-Patienten zum Einsatz kommt. Monsanto wird die genetische Struktur der Reispflanze im Zusammenhang mit dem “Golden Rice” kostenlos an “die Menschheit” veröffentlichen.

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