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Die fristgemäße Kündigung

Lesezeit: 2 Minuten Am häufigsten werden Arbeitsverhältnisse durch eine ordentliche fristgemäße Kündigung beendet. Wichtig: der Arbeitgeber kann in der Regel jederzeit ohne Angabe von Gründen eine Kündigung aussprechen. Das gilt jedenfalls dann, wenn er keinen Kündigungsschutz beachten müssen.

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Die fristgemäße Kündigung

Die fristgemäße Kündigung

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Folgende Musterformulierung ist für eine fristgemäße Kündigung rechtmäßig:

Sehr geehrte/r…,

ich kündige das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis zum nächst zulässigen Zeitpunkt. Das ist meines Erachtens der …

Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass Sie sich binnen 3 Tagen bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend zu melden haben und auch eigene Bemühungen für eine anderweitige Arbeitsaufnahme unternehmen müssen.

Datum, eigenhändige Unterschrift

Die Kündigungsfristen

Im Falle einer ordentlichen Kündigung sind die Kündigungsfristen einzuhalten. Diese Fristen können sich aus dem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder dem Gesetz ergeben.

Prüfen Sie also vor der Kündigung die

arbeitsvertraglichen Fristen

->

tarifvertraglichen Fristen

->

gesetzlichen Fristen

Nur so können Sie die richtige Frist bestimmen!

Nun kann es vorkommen, dass Sie im Arbeitsvertrag andere Fristen vereinbart haben als im Tarifvertrag oder Gesetz stehen. Hier gilt auch für Arbeitnehmer das Günstigkeitsprinzip. Sie können sich also auf die für sie jeweils günstigste Kündigungsfrist berufen.

Sie finden die gesetzlichen Kündigungsfristen in § 622 BGB. Danach kann das Arbeitsverhältnis einem Arbeitnehmer grundsätzlich mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden. Diese Frist gilt sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.

Nur für den Arbeitgeber verlängert sich die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis 2 Jahre und länger besteht.

In § 622 Abs. 2 Satz 2 BGB finden Sie noch folgende Regelung: „Bei der Berechnung der Betriebszugehörigkeit brauchen Sie die Beschäftigungszeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahres Ihres Mitarbeiters liegen, nicht zu berücksichtigen.“ Diese Regelung ist altersdiskriminierend und darf nicht mehr angewandt werden (Europäischer Gerichtshof (EuGH), Urteil vom 19. Januar 2010, Az.: C-555/07; Bundesarbeitsgericht (BAG), Urteil vom 1. September 2010, Az.: 5 AZR 700/09).

Nach § 622 BGB gelten folgende Kündigungsfristen:

Das Arbeitsverhältnis besteht: Kündigung zum: mit einer Frist von: Zu beachten von:
unter 2 Jahre 15. oder Monatsende 4 Wochen Arbeitnehmer und Arbeitgeber
2 Jahre Monatsende 1 Monat Arbeitgeber
5 Jahre Monatsende 2 Monaten Arbeitgeber
8 Jahre Monatsende 3 Monaten Arbeitgeber
10 Jahre Monatsende 4 Monaten Arbeitgeber
12 Jahre Monatsende 5 Monaten Arbeitgeber
15 Jahre Monatsende 6 Monaten Arbeitgeber
20 Jahre Monatsende 7 Monaten Arbeitgeber

Denken Sie stets auch an abweichende Fristen in Tarifverträgen!

Der Tag, an dem Sie die Kündigung aussprechen, zählt bei der Berechnung nicht mit.

Beispiel:

Sie können am 31. März mit einer Monatsfrist zum 30. April kündigen. Haben Sie nur eine 4-Wochen-Frist zu beachten, übergeben Sie die Kündigung spätestens am 2. April.

Die Kündigung in der Probezeit

Während einer vereinbarten Probezeit können Sie das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.

Bildnachweis: Jeanette Dietl / stock.adobe.com

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