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Der Urlaubsanspruch von Teilzeitkräften

Lesezeit: 2 Minuten Vor der Festlegung des Urlaubs müssen Sie den Urlaubsanspruch jeder einzelnen Teilzeitkraft berechnen. Teilzeitkräften steht grundsätzlich der gleiche Urlaubsanspruch wie den in Vollzeit beschäftigten Mitarbeitern zu, aber natürlich lediglich anteilig. Auch Aushilfen haben einen Urlaubsanspruch! Denn letztendlich sind Minijobber und Aushilfen auch "nur" Teilzeitkräfte.

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Der Urlaubsanspruch von Teilzeitkräften

Der Urlaubsanspruch von Teilzeitkräften

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Daher ist es zunächst wichtig den Urlaubsanspruch zu ermitteln, den eine entsprechende Vollzeitkraft hätte.

Prüfen Sie also, was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde und ob Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen den Urlaubsanspruch regeln.

Nach dem BUrlG beträgt der Mindesturlaub 24 Werktage im Kalenderjahr bei einer 6-Tage-Woche. Das sind bei einer 5-Tage-Woche 20 Arbeitstage, also 4 Wochen. Als Werktage gelten nämlich alle Kalendertage, die nicht Sonn – oder gesetzliche Feiertage sind, also auch die Samstage.

Nun ist Ihnen bekannt, welchen Urlaubsanspruch ein in Vollzeit beschäftigter Mitarbeiter hätte. Jetzt gilt es noch, diese Zahlen auf ein Teilzeitarbeitsverhältnis umzurechnen.

Dabei kommt es nicht auf die Stundenzahl pro Tag an, sondern Sie berechnen nur die gearbeiteten Tage. Das BUrlG spricht nämlich nur von Urlaubstagen.

Beispiel 1:

Die Teilzeitkraft Karin G. arbeitet 2 x pro Woche. Hinsichtlich des Urlaubs wurde nichts vereinbart und Tarifverträge finden keine Anwendung. Damit gilt das BUrlG.

Nach dem BUrlG stünden Karin G. in Vollzeit bei einer 6-Tage-Woche 24 Tage Urlaub zu. Damit ergibt sich folgende Berechnung: 24 Urlaubstage x 2 Arbeitstage : 6 Arbeitstage = 8 Urlaubstage.

Bei einer 2-Tage-Woche sind das also 4 Wochen Urlaub für Karin G.

Beispiel 2:

Mit dem Teilzeitbeschäftigten Helmut K. wurde der gesetzliche Urlaubsanspruch vereinbart. Er arbeitet regelmäßig in der 1. Woche an 4 Tagen, in der 2. Woche an 5 Tagen und in der 3. Woche an 6 Tagen. Danach beginnt wieder ein neuer Zyklus mit einer 4-Tage-Woche. Der Umrechnungszeitraum beträgt hier 3 Wochen. In dieser Zeit arbeitet er an 15 Tagen (4 + 5 + 6).

Nach dem BUrlG würden Helmut K. bei einer 6-Tage-Woche 24 Urlaubstage zustehen. Da Helmut K. aber in 3 Wochen 15 Tage arbeitet, ist dieser Zeitraum in Beziehung zu setzen zu den gesetzlichen 24 Urlaubstagen. Um den vollen Urlaubsanspruch nach dem BUrlG zu erhalten müsste Helmut K. in den 3 Wochen 18 Tage arbeiten.

Bei einem Jahresurlaubsanspruch von 24 Werktagen ergibt sich folgende Berechnung: 24 Werktage x 15 Arbeitstage : 18 Werktage = 20 Arbeitstage Freistellungsanspruch.

Nimmt der Helmut K. seinen Urlaub immer nur in einer kurzen Woche, so kommt er auf mehr Urlaubswochen, da er in einer kurzen Woche nur 4 Urlaubstage verbraucht. Nimmt er den Urlaub nur in langen Wochen, ergeben sich nur wenige Urlaubswochen.

Tipp: Bruchteile von Arbeitstagen runden Sie hierbei nicht auf oder ab. Es handelt sich nicht um die Berechnung eines Teilurlaubsanspruchs!

Bruchteile von Urlaubstagen: Häufig gelangen Sie bei der Berechnung auf Bruchteile von Urlaubstagen. Tage, die mindestens einen halben Tag ergeben, runden Sie auf volle Urlaubstage auf.

Beispiel: Eine noch nicht so lange beschäftigte Teilzeitkraft hat rechnerisch während der Wartezeit einen Anspruch auf 8,4 Tage Urlaub: der tatsächliche Urlaub beträgt 8 Tage. Haben Sie einen Urlaub von 8,5 Tagen errechnet, gibt es 9 Urlaubstage.

Bildnachweis: YakobchukOlena / stock.adobe.com

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