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Der Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Lesezeit: 2 Minuten Lesen Sie hier, was mit dem gelben Schein bewiesen werden kann.

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Der Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Der Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

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Grundsätzlich sind Arbeitnehmer beweispflichtig, d.h. sie müssen anzeigen, dass sie tatsächlich arbeitsunfähig erkrankt sind. Das wird stets dann von Interesse, wenn der Arbeitgeber ihnen die Erkrankung nicht glaubt. Diesen Beweis können sie mit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung führen. Deshalb darf und muss sich der Arbeitgeber auf die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ebenso verlassen können, wie der Arbeitnehmer.

In der Vergangenheit ist es jedoch auch schon häufiger vorgekommen, dass Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu Unrecht ausgestellt worden sind. Nach den Arbeitsgerichten kommt einer in Deutschland ausgestellten ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein hoher Beweiswert zu. Grundsätzlich nehmen Arbeitsrichter im Falle eines Prozesses also an, dass die Bescheinigung richtig ist. Der Arbeitgeber kann allerdings diese tatsächliche Vermutung erschüttern. Kann der Arbeitgeber ernsthafte Zweifel an der sachlichen Richtigkeit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vortragen, kann der Arbeitnehmer allerdings noch immer durch andere Beweismittel seine Arbeitsunfähigkeit nachweisen. Hier kommt beispielsweise die Vernehmung des Arztes als Zeuge in Betracht.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer ist wegen physischer Probleme am Arbeitsplatz krankgeschrieben. Es ist ihm allerdings sehr wohl möglich, in seinem Nebenjob Gartenarbeiten durchzuführen. Nun erfährt der Arbeitgeber von den Nebentätigkeiten und stellt die Entgeltfortzahlung ein und kündigt das Arbeitsverhältnis fristlos. Der Arbeitnehmer klagt gegen die Kündigung vor Gericht und möchte natürlich auch seine Entgeltfortzahlung erhalten. Es wird in diesem Fall wohl nicht mehr ausreichend sein, nur die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Er kann aber seinen Arzt als Zeugen benennen. Damit wird er dann den Prozess gewinnen.

Ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung können beispielsweise in folgenden Fällen vorliegen:

  1. Ein Arbeitnehmer kündigt sein Fernbleiben an.
  2. Er kündigt an, dass er, wenn er keinen Urlaub bekommt, zum Arzt gehe.
  3. Ein Arbeitnehmer wird regelmäßig am Ende eines Urlaubs krank.
  4. Ein Arbeitnehmer wird bei einem Verhalten beobachtet, das einer Arbeitsunfähigkeit klar widerspricht, zum Beispiel einer Nebentätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber.
  5. Es liegt eine Vielzahl von Kurzerkrankungen vor.

Aber auch außergerichtlich kann der Arbeitgeber hier tätig werden. Bei Zweifeln an einer Arbeitsunfähigkeit kann eine gutachterliche Stellungnahme des medizinischen Dienstes der Krankenkasse eingeholt werden. Häufig verweigern Arbeitgeber in diesem Fall auch die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Fakt ist und bleibt aber, dass grundsätzlich der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein hoher Beweiswert zukommt und die Richtigkeit vermutet wird.

Bildnachweis: Bernd Leitner/ stock.adobe.com

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