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Deko im Büro – was ist erlaubt?

Lesezeit: 3 Minuten Pflanzen, Poster und Bilder machen ein Büro individueller und können sogar die Produktivität steigern. Doch wieviel Privates ist erlaubt? Und wer bestimmt das und nach welchen Kriterien? Auch das Radiohören am Arbeitsplatz steht im Fokus dieses Artikels. Dazu gebe ich Ihnen 5 grundsätzliche Aspekte an die Hand, anhand derer Sie Ihre persönliche Situation bewerten können.

3 min Lesezeit
Deko im Büro – was ist erlaubt?

Deko im Büro – was ist erlaubt?

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Kennen Sie das? Sie besuchen einen Geschäftskontakt. Während Ihr Gegenüber zwischendurch telefoniert, schauen Sie sich interessiert um. „Hübsches Strandposter“, denken Sie und bewundern auch die prächtigen Farne am Fenster. Als Sie das einer Kollegin erzählen, wundert die sich darüber. Denn das sei – ähnlich wie Radiohören – im Büro gar nicht erlaubt, meint sie.

Weisungsrecht konkurriert mit Persönlichkeitsrecht

Persönliche Gegenstände und eine schön gestaltete Umgebung im Büro führen nachweislich dazu, dass Menschen sich wohler fühlen. Doch was genau ist „schön“ und wieviel Persönlichkeit darf zu sehen sein? Darüber gibt es immer wieder Streit und Rechtsfälle. Denn das Weisungsrecht des Unternehmens und das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers prallen in einigen Fragen aufeinander.

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Orientieren Sie sich an diesen 5 Aspekten

Grundsätzlich richten sich Fragen nach dem „was“ und „wieviel“ an persönlichen Gegenständen am Arbeitsplatz vor allem an diesen Aspekten:

  1. Hausordnung eventuell ist Brandschutz etc. zu beachten
  2. Ordnungsgesichtspunkte und Sauberkeit
  3. Einheitlichkeit
  4. Einzel- oder Großraumbüro
  5. Kundenkontakt und/oder Repräsentation nach außen

Das bedeutet meist: Ihr Freiraum ist in einem Einzelbüro ohne Kundenkontakt wahrscheinlich am größten, wenn Ihr Chef generell persönliche Gegenstände erlaubt. Repräsentieren Sie Ihr Unternehmen, werden Sie mit Einschränkungen leben müssen, selbst wenn Sie ein Einzelbüro haben. Denn dann sind die Wirkung nach außen und ein einheitliches Erscheinungsbild wichtiger als ein persönliches „Wohnzimmer-Feeling“. Zum Einschätzen der „Dos und Don’ts“ stelle ich Ihnen hier einige Punkte unter allgemeinen Gesichtspunkten vor. Behalten Sie dabei die genannten Aspekte immer im Hinterkopf.

Pflanzen sind doch immer schön – oder?

Pflanzen verbessern das Raumklima und sehen gut aus. Können Sie Ihr Büro deshalb gleich in einen halben Dschungel verwandeln? Wahrscheinlich eher nicht. Wenn es ein einheitliches Pflanzenkonzept gibt, welches vom professionellen Service gepflegt wird, werden Sie mit Ihrem Wunsch nach einem Usambaraveilchen nicht weit kommen. Ebenso wenn es zwar kein Konzept gibt, Sie aber große Pflanzen aufstellen wollen. Das sollten Sie mit Vorgesetzten und KollegInnen auf jeden Fall vorher abstimmen.

Wenn Sie ziemlich viel Spielraum haben, dann aber vertrocknete und welke Pflanzen „pflegen“, kann dies unter Ordnungsgesichtspunkten angemahnt werden.

Poster und Bilder machen das Büro bunter

Generell sind Poster an der Wand und Fotorahmen auf dem Schreibtisch erlaubt. Allerdings kann Ihr Vorgesetzter dies auch reglementieren: Bei Motiven, die er generell als störend und zu privat empfindet. Dann allerdings gilt dies einheitlich für alle MitarbeiterInnen. Also ein „das Katzenposter kann bleiben, die Palme am Strand muss weg“ geht hier nicht.

Andererseits darf das Unternehmen diskriminierende und gewaltverherrlichende Bilder nicht dulden. Nacktbilder beispielsweise gelten als sexistisch und damit diskriminierend. Das Abhängen kann von KollegInnen auch eingefordert werden. Notfalls wäre dies sogar über Personalabteilung und Betriebsrat durchsetzbar.

Radio hören bei der Arbeit

Man lese und staune: Bereits 1986 wurde vom Bundesarbeitsgericht bestätigt, dass Radio nur mit Zustimmung des Betriebsrates unterbunden werden darf. Vorausgesetzt, der Arbeitnehmer verrichtet seine Arbeit konzentriert, zügig und fehlerfrei. Dann ist Radiohören während der Arbeit kein Problem und erlaubt.

Allerdings sollten Sie, wenn Sie Radio hören möchten, wieder die eingangs erwähnten Kriterien überprüfen. Und in diesem Fall sicher auch den Aspekt „Lautstärke“. Ebenfalls sind die Bedürfnisse von KollegInnen zu berücksichtigen. Sprechen Sie also Wünsche in dieser Richtung auf jeden Fall vorher ab.

Jetzt sind Sie dran – Knigge für Ihren Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz ist Ihr Dienstsitz. Und nicht Ihr Wohnzimmer. Deshalb hat Ihr Recht auf Ihr persönliches Wohlbefinden seine Grenzen. Das allerdings darf nicht personenbezogen sein. Und es muss nachvollziehbar sein.

Meine Empfehlungen sind daher: Wenn Sie sich etwas überlegen, orientieren Sie sich erst einmal an den Gepflogenheiten im Unternehmen. Nehmen Sie zudem zur Klärung die 5 Fakten, die ich Ihnen eingangs vorgestellt habe. Stimmen Sie sich dann mit betroffenen KollegInnen ab. Und sprechen Sie mit Ihren Vorgesetzten! Fragen Sie sich selbst aber auch, wieviel Persönliches Sie an Ihrem Arbeitsplatz zeigen wollen.

Bildnachweis: Photographee.eu / stock.adobe.com

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