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Das sind diskriminierende Bewerbungsverfahren

Lesezeit: 1 Minute In der Praxis wirkt sich das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) auf den gesamten Einstellungsprozess aus. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie dabei achten sollten.

1 min Lesezeit
Das sind diskriminierende Bewerbungsverfahren

Das sind diskriminierende Bewerbungsverfahren

Lesezeit: 1 Minute

In der Praxis wirkt sich das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) auf den gesamten Einstellungsprozess aus. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie dabei achten sollten.

Nach § 11 AGG dürfen Arbeitgeber Arbeitsplätze nicht diskriminierend ausschreiben. Das heißt, dass die Stellenausschreibungen nur sachbezogen auf die Tätigkeit zu veröffentlichen sind.

Unzulässig sind unter anderem

  1. Einseitige Angaben hinsichtlich des Geschlechts: „Sekretärin gesucht“
  2. Altersangaben: „Gärtner ab 50 Jahre“
  3. Doppeldeutige Angaben: „Erfahrener alter Hase gesucht“
  4. Angaben, die für die beworbene Stelle nicht notwendig sind: Verlangen nach „perfektem Deutsch“ bei einer unqualifizierten Tätigkeit.
  5. Beschreibungen, die bestimmte Assoziationen wecken: „Dynamisch und lernbereit“ wird Jüngeren und „Erfahren und zuverlässig“ eher Älteren zugeordnet.

Auch an dieser Stelle gilt natürlich, dass Arbeitgeber bei dem Vorliegen von Sachgründen von den vorstehenden Regelungen abweichen dürfen.

Agentur für Arbeit einschalten

Nach § 81 SGB IX sind Arbeitgeber verpflichtet zu prüfen, ob freie Arbeitsplätze

  • mit schwerbehinderten Menschen,
  • insbesondere mit bei der Agentur für Arbeit arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldeten schwerbehinderten Menschen,

besetzt werden können.

Nun gibt es immer wieder Arbeitgeber, die gegen diese Pflicht verstoßen. Das kann unter Diskriminierungsgesichtspunkten ausgesprochen nachteilhaft sein. Denn verletzen sie diese Pflicht, stellt dies ein Indiz dafür dar, dass ein abgelehnter schwerbehinderter Bewerber wegen seiner Behinderung benachteiligt wurde.

So war es auch in einem Urteil des BAG vom 13.10.2011 – 8 AZR 608/10: Ein schwerbehinderter Betriebswirt hatte die Ausbildung zum gehobenen Verwaltungsdienst absolviert und bewarb sich bei einer Gemeinde. Diese stellte aber letztendlich einen anderen Bewerber ein. Die Arbeitsagentur wurde zuvor nicht eingeschaltet. Daraufhin klagte der schwerbehinderte Bewerber auf eine Entschädigung nach dem AGG. Und das zu Recht, wie das BAG entschied. Alle Arbeitgeber haben zunächst zu prüfen, ob schwerbehinderte Menschen Berücksichtigung finden können. Wird bezüglich dieser Frage die Arbeitsagentur nicht eingeschaltet, liegt ein Indiz für eine Diskriminierung vor. Und die Entkräftung ist für den Arbeitgeber dann ausgesprochen schwierig.

Bildnachweis: dusanpetkovic1 / stock.adobe.com

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