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Das sagt Ihnen der Zeugniscode: Einfach zwischen den Zeilen lesen

Lesezeit: 2 Minuten Haben Sie sich das auch schon gefragt: Wie knacke ich den Zeugniscode? Die Bewerbungsmappe liegt vor Ihnen. Der Lebenslauf ist überzeugend, doch beim Zeugnis werden Sie irgendwie stutzig. Wie lautet der Zeugniscode? Wo sind Negativ-Bewertungen und Kritik hinter höflichen Formulierungen versteckt? Lesen Sie, wie Sie den Zeugniscode einfach knacken und verstehen können:

2 min Lesezeit
Das sagt Ihnen der Zeugniscode: Einfach zwischen den Zeilen lesen

Das sagt Ihnen der Zeugniscode: Einfach zwischen den Zeilen lesen

Lesezeit: 2 Minuten

Zeugniscode: Weniger ist schlecht!

Achten Sie darauf, dass das Zeugnis folgende Punkte erhält:

  • Beurteilung der Leistung
  • Einschätzung des Führungsverhaltens
  • Beendigungsformel („Frau Henn verlässt das Unternehmen auf  eigenen Wunsch“.)
  • Dankes- und Bedauerns-Formel (Wir danken Frau Henn für die  geleistete  Arbeit und bedauern ihr Ausscheiden“.)
  • Zukunftswünsche („Für die Zukunft wünschen wir ihr alles Gute“.)

Fehlen in einem qualifizierten Arbeitszeugnis eine oder mehrere dieser wesentlichen Komponenten, so ist dies ein deutliches Warnsignal für schlechte Leistung.

Zeugniscode: Auch das Weglassen einzelner Wörter ist vielsagend

Beispiel:
„Sie hat die ihr übertragenen Arbeiten zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt,“ (Beurteilung nach dem Zeugniscode: durchschnittliche Leistung.)

Auf den ersten Blick erscheint die Beurteilung positiv, doch es fehlt das Wort „stets“: „…zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt“ bedeutet in der Zeugnissprache „gut“; „…stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“, heißt „sehr gut“.

Die Führungsbeurteilung

Dabei wird das Verhältnis des Mitarbeiters zu Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden bewertet. Achten Sie auch hier auf Vollständigkeit. Fehlt eine Personengruppe, bedeutet das Kritik: „Sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Kunden war vorbildlich.“ Es fehlt der Vorgesetzte. Dass lässt den Schluss zu, dass das Verhalten gegenüber dem Vorgesetzten zu beanstanden war.

Achten Sie beim Lesen von Zeugnissen auf die Reihenfolge!

Stehen unwichtige vor wichtigen Aussagen oder werden Selbstverständlichkeiten hervorgehoben, ist Vorsicht geboten.

Lesen Sie die beliebtesten Formulierungen.

So knacken Sie den Zeugniscode:

Text Arbeitszeugnis Klartext
Nennung von Nebenaufgaben vor den Hauptaufgaben. Der Mitarbeiter konzentrierte sich auf Nebensächlichkeiten.
Aufgabenbeschreibung nach der Leistungsbeurteilung. Der Arbeitnehmer ist mit seinen Aufgaben nicht zurechtgekommen.
Führungsbeurteilung vor Leistungsbeurteilung und fällt positiv aus. Ein netter Arbeitnehmer mit guten Umgangsformen, der aber nicht viel geleistet hat.
Nennung von Kunden oder Kollegen vor dem Vorgesetzten. Probleme mit Vorgesetzten
„Sie hat alle Arbeiten ordnungsgemäß/pflichtbewusst/ ordentlich erledigt.“ Fehlende Eigeninitiative
„Sie hat ihre Arbeiten mit besonderer Genauigkeit und Sorgfalt erledigt.“ Langsame Arbeitsweise
„Wir bestätigen Frau Henn Ordentlichkeit und Pünktlichkeit.“ Abwertung als Führungskraft
„Sie setzte sich für die Interessen der Firma ein. Sie hat alle Arbeiten ordnungsgemäß erledigt.“ Schlechte Leistung als Führungskraft
„Er legte großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres und einen gepflegten Dienstwagen“ Der Arbeiter achtet mehr auf Äußerlichkeiten. Über seine Leistung gibt es nichts positives zu sagen.
„Er ist ein anspruchsvoller und kritischer Mitarbeiter.“ Er ist ein Nörgler, der an die Arbeit seiner Kollegen hohe Ansprüche stellt, aber nicht an seine eigene.
„Er nutzte jede Gelegenheit zur externen Weiterbildung.“ Flucht vor der Arbeit
„Er trug durch seine Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.“ Deutlicher Hinweis darauf, dass der Arbeitnehmer während der Arbeit trank.

Und welche Note ist das jetzt?

Viele Arbeitgeber nutzen den Zeugniscode, um die „wahre“ Bewertung ihres Arbeitnehmers in der Schlussformel auszudrücken.

 Note    Typische Formulierung

1

„Wir wünschen diesem vorbildlichen Mitarbeiter beruflich und             persönlich alles Gute, viel Glück und Erfolg.“

2

„Wir wünschen ihm beruflich und persönlich alles Gute.“

3

„Wir wünschen ihm für seine weiter Tätigkeit alles Gute.“

4

„…und wünschen ihm alles Gute.“

5

„…unsere besten Wünsche begleiten ihn.“

Bildnachweis: Wayhome Studio / stock.adobe.com

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