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Das passiert, wenn Sie trotz hoher Investitionen umsatzsteuerlich Kleinunternehmer bleiben

Nach dem Umsatzsteuergesetz sind Sie Kleinunternehmer, wenn Ihr Vorjahresumsatz nicht höher als 17.500 Euro war und Ihr Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigt. (Paragraph 19 UStG). Im Gründungsjahr gibt es für Kleinunternehmer keinen Vorjahresumsatz. Dann sind Sie Kleinunternehmer, wenn der voraussichtliche Gesamtumsatz unter 17.500 Euro liegt.

Das passiert, wenn Sie trotz hoher Investitionen umsatzsteuerlich Kleinunternehmer bleiben

Kleinunternehmer werden wie Privatpersonen behandelt
Kleinunternehmer dürfen in keiner Rechnung Umsatzsteuer ausweisen und haben keinen Vorsteuerabzug.

Positive Folgen für Kleinunternehmer:
1. Sie müssen sich mit den komplizierten Umsatzsteuer-Regelungen nicht auseinander setzen.
2. Sie müssen keine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben und keine Umsatzsteuer-Jahreserklärung anfertigen.

Kleinunternehmer müssen auf Vorsteuerabzug verzichten
Aber Vorsicht: Je nach Ihrer persönlichen Situation kommt Sie dieser gesparte Aufwand teuer zu stehen! Die Umsatzsteuer, die Sie im Rahmen Ihrer betrieblichen Anschaffungen zahlen (=Vorsteuer), bekommen Sie nämlich nicht vom Finanzamt zurück.

Was die Kleinunternehmer-Regelung kosten kann:

Richard Winter arbeitet als Grafiker ausschließlich für Unternehmen. Diesen ist es egal, ob er ihnen für seine Leistung 1.000 € berechnet (= kein Aufschlag von MwSt. wegen der Kleinunternehmer-Regelung) oder 1.160 € (= zzgl. 16 % MwSt., die Winter an das Finanzamt abführen muss). Denn die Unternehmen erhalten ihrerseits die gezahlte Mehrwertsteuer vom Finanzamt erstattet.Für alles was Richard Winter betrieblich einkauft (Büromaterial, Büromöbel, Software, PC etc.), zahlt er den Brutto-Preis. Ist er Kleinunternehmer, erhält er die Mehrwertsteuer nicht vom Finanzamt zurück.Hat er z.B. in einem Jahr für sein Unternehmen 10.000 € zzgl. 1.600 € MwSt. ausgegeben, kostet ihn das die Erstattung des Mehrwertsteuer-Anteils, also 1.600 €.

Ausweg: Je höher die mit Vorsteuer belasteten Betriebsausgaben für Sie sind, umso eher sollten Sie darüber nachdenken, freiwillig auf die Kleinunternehmer-Regelung zu verzichten und umsatzsteuerpflichtig zu werden.

Auf Kleinunternehmer-Regelung verzichten
Das gilt insbesondere, wenn Sie zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit hohe Investitionen haben. Verschenken Sie die Rückerstattung der gezahlten Umsatzsteuer durch das Finanzamt dann nicht. Nehmen Sie in Kauf, sich in die Regelungen zur Umsatzsteuer einzuarbeiten.

Beauftragen Sie einen Steuerberater, wenn Sie die Anmeldugen und Erklärungen nicht selber machen wollen. Der kostet in der Regel weniger, als Sie an Vorsteuer-Erstattung erhalten – und verschafft Ihnen darüber hinaus manche weitere Steuerersparnis.

Aber Vorsicht: Sind Ihre Kunden Privatleute, verteuert die Umsatzsteuerpflicht Ihren Endpreis, da ein Privatkunde die Umsatzsteuer nicht vom Finanzamt zurückbekommt. Ein Verzicht auf die Kleinunternehmer-Regelung macht nur dann Sinn, wenn der Kunde die Preiserhöhung mitmacht.

An die freiwillige Umsatzsteuerpflicht sind Sie mindestens 5 Jahre gebunden.

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