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Bürokommunikation: So bremsen Sie den Dauerredner

Lesezeit: 3 Minuten Er redet endlos, weiß alles besser und lässt andere nicht zu Wort kommen – der Dauerredner. Oft ist ihm das nicht einmal bewusst. Oft kommt er nicht raus aus seinem Muster. Vor allem dann, wenn man nicht "richtig" mit ihm umgeht. Lesen Sie handfeste Tipps zum Ausprobieren, damit Gespräche mit dem Dauerredner ein Win-win werden.

3 min Lesezeit
Bürokommunikation: So bremsen Sie den Dauerredner

Bürokommunikation: So bremsen Sie den Dauerredner

Lesezeit: 3 Minuten

Kennen Sie das? Sie wollen kurz mit einem Kollegen den Projektstand abgleichen und sind innerhalb kurzer Zeit richtig abgenervt. Ausschweifend und wichtigtuerisch führt der Kollege einen Punkt nach dem anderen an. Ohne Punkt und Komma. „Wann atmet der eigentlich?“, denken Sie still und etwas gehässig für sich. Ja, der Dauerredner oder Geschwätzige kann schon mal die schlimmsten Seiten in einem wachrufen. Denn er schweift oft vom Thema ab und weiß alles besser. Doch wie kommen Sie zu Ihrem Redeanteil? Wie erreichen Sie ein Gespräch, in dem beide gewinnen?

Techniken des Dauerredners

Den Dauerredner erkennt man leicht. Egal ob als KollegIn, KundIn, ChefIn oder im Privaten: Der Typ Dauerredner lässt andere kaum zu Wort kommen, ist oft hektisch, ausschweifend und unterbricht. Zudem braucht er viel Selbstbestätigung. Natürliche Gesprächs- und Atempausen, in denen die Gesprächsanteile wechseln, tauchen beim Dauerredner meist nicht auf.

Er hat meist unbewusst gelernt, mitten in seinem Satz zu atmen. Also zwischen Satzende und Satzanfang des nächsten Satzes entsteht kein Luftholen, in dem der andere einen Einwurf machen könnte. Eine gute (unbewusste!) Taktik, denn die meisten Menschen empfinden es als unhöflich, ihr Gegenüber mitten in dessen Satz zu unterbrechen. Aber die Lücke dazwischen gibt es de facto nicht.

Das sollten Sie lassen

Warten Sie nicht höflich auf eine natürliche Gesprächspause, in der Sie sprechen können. Es gibt sie in der Regel nicht. Stellen Sie allgemeine Bestätigungen wie Nicken, aha, okay, verstehe, ahäm und dergleichen ein. Denn dies ist eine Gesprächsaufforderung. Und genau das wollen Sie vermeiden. Stellen Sie keine allgemeinen Zusatz- und Anschlussfragen. Wetteifern Sie nicht aggressiv um Redeanteile.

Besser sind folgende Strategien:

  • Erst einmal reden lassen und zuhören.
  • Loben, beispielsweise: „Gut, dass du darauf auch geachtet hast.“
  • Beim Luftholen fest und bestimmt ins Wort fallen. Einfach weitersprechen. Dabei die Stimme nicht erheben und nicht druckvoll werden lassen. Ganz unbeirrt weiterreden.
  • Trickreich ist es, wenn Sie dabei dem, was Sie sagen wollen, einfach Worte wie gut, prima, okay etc. voranstellen. Beispiel: „Gut, dazu passt, dass ich gestern mit Herrn Schmidt gesprochen habe …“ Anmerkung: Das, was Sie sagen, muss überhaupt nicht zu dem passen, was der Dauerredner erzählt hat!
  • Weisen Sie auf die Zeitbegrenzung hin. Wichtig ist dabei, dass Sie dann das Gespräch auch beenden. Sonst machen Sie sich unglaubwürdig. Sagen Sie, dass Sie jetzt wie angekündigt keine Zeit mehr haben und gehen Sie. Sprechen Sie einen Termin für die restlichen Gesprächsinhalte ab. Selbst wenn Sie sich dazu in einer halben Stunde erneut treffen. Seien Sie konsequent.
  • Stellen Sie nur gezielte sogenannte W-Fragen. „Wann genau soll …“, „Welches ist die größte Schwierigkeit?“ Beim Abschweifen des Dauerredners führen Sie ihn mit exakt der gleichen Frage zum Thema zurück.
  • Markieren Sie das Gesprächsende mit einem Schlusssatz: „Eine letzte Bemerkung noch…“

Paraphrasieren Sie – klingt kompliziert, ist einfach

Am wichtigsten ist beim Dauerredner, dass Sie die Gesprächsführung übernehmen. Wie machen Sie das? Fassen Sie das Gehörte nach einigen Sätzen des Dauerredners mit Ihren eigenen Worten zusammen. Verwenden Sie dazu Einstiegsformulierungen wie

  • „Wenn ich dich richtig verstanden habe …“
  • „Du bist also der Meinung …“
  • „Du meinst also …“

Das legitimiert Ihren Einwand in den Redefluss des anderen. Zudem werden Missverständnisse sofort geklärt. Denn oft redet der Dauerredner so endlos viel, weil er nicht das Gefühl hat, vom Gegenüber richtig verstanden worden zu sein. Mit diesem Paraphrasieren, dem Wiedergeben des Gehörten in der Kurzform, beweisen Sie, dass Sie zugehört und verstanden haben.

Mein letzter Tipp für Sie: Paraphrasieren plus Fragetechnik. Ein Beispiel: „Du meinst also, wir sollten noch kurzfristig das Team im Back-Office verstärken. An wen hast du dabei gedacht und in welchem Umfang?“

Jetzt sind Sie dran – gute Gespräche mit dem Typ Dauerredner

Nur Lesen hilft nix! Suchen Sie sich ein oder zwei Punkte heraus, mit denen Sie anfangen zu üben. Suchen Sie sich dazu eine Person heraus, mit der Sie dies gut üben können. Fangen Sie dabei leicht an. Vielleicht auch erst einmal mit einer Person aus Ihrem Bekanntenkreis. Dann mit einer Person, die die Tendenz Dauerredner hat. Und dann erst an die „professionellen“ Dauerredner.

Im Übrigen gewinnen fast alle Gespräche, wenn Sie paraphrasieren. Aber übertreiben Sie es damit nicht. Dann wirkt und ist es aufgesetzt. Ab und zu eingesetzt, wird es Ihnen sicher schnell zur Gewohnheit.

Gutes Gelingen! Ihre Wera Nägler, Expertin für Büroorganisation

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Bildnachweis: jackfrog / stock.adobe.com

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