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Bringt die Abschaffung des 500-Euro-Scheins die Abschaffung des Bargelds?

Lesezeit: 2 Minuten Der 500-Euro-Schein wird abgeschafft. Das hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Mai 2016 beschlossen. Für Privatpersonen wird sich zunächst wenig ändern, denn mit dem Schein kann weiterhin gezahlt werden. Erst ab 2018 werden keine neuen 500-Euro-Scheine mehr ausgegeben und die im Umlauf befindlichen Banknoten werden sukzessive eingezogen, bleiben aber weiter gesetzliches Zahlungsmittel.

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Bringt die Abschaffung des 500-Euro-Scheins die Abschaffung des Bargelds?

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Warum also die Aufregung? Zumal, wenn den 500-Euro-Schein kaum jemand vermissen wird?

Abschaffung des 500-Euro-Scheins wegen Beliebtheit bei Kriminellen

Das gilt zumindest für Privatpersonen, die den Schein häufig noch nie gesehen haben. Und wenn, mindestens ebenso häufig damit konfrontiert sind, dass Geschäfte das Geld gar nicht annehmen wollen. Als Grund für die Abschaffung des 500-Euro-Scheins wird von Seiten von EZB und Politik angeführt, dass er besonders bei der Finanzierung von Terroranschlägen, der Geldwäsche und im Drogenhandel beliebt ist, weil man keine großen Koffer oder anderen Behältnisse benötigt, um auch größere Geldmengen zu transportieren. Eine Million in 500 Euro Scheinen wiegt rund 2,2 Kilo, eine Million in 50 Euro Scheinen hingegen bringen es schon auf deutlich mehr als 20 Kilo. Experten schätzen, dass sich bis zu 90 Prozent der 500-Euro-Scheine in den Händen von Kriminellen befinden.

Bedeutet die Abschaffung des 500-Euro-Scheins die Abschaffung des Bargelds?

Kritiker führen zum einen an, dass es für Kriminelle nur wenig schwieriger werde, größere Summen zu transportieren; schließlich gebe es noch 200-Euro-Scheine und die alten 500er bleiben weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel. Außerdem gibt es im Internet die Währung "Bitcoin", deren Herkunft man gar nicht nachverfolgen kann. Nicht zuletzt gibt es Tarnfirmen und Strohmänner. Zudem sind Verbrecher auch nicht zwingend auf große Scheine angewiesen, um illegale Geschäfte zu tätigen. In den USA beispielsweise ist die 100-Dollar-Note der größte Schein. Zum anderen fürchten die Kritiker, dass man mit der Abschaffung des 500-Euro-Scheins beginnt, das Bargeld sukzessive abzuschaffen, was natürlich von EZB und Politik vehement bestritten wird.

Fakt ist, dass es einen immer stärker werdenden Trend zur Beschränkung des Bargeldverkehrs gibt. Bereits jetzt dürfen größere Beträge in vielen Ländern nur noch überwiesen werden, in einigen Ländern gilt das schon für Beträge ab 1.000 Euro. In Deutschland ist eine Grenze von 5.000 Euro geplant. In einigen Ländern, z. B. in Dänemark, können Kleinunternehmer die Annahme von Bargeld schon heute ganz verweigern. Wenn es in ein paar Jahren bei uns dazu kommen sollte, dass auch 200- und sogar 100-Euro-Scheine nicht mehr ausgegeben werden, ist der Weg bis zur vollkommenen Abschaffung des Bargelds nicht mehr weit.

Abschaffung des Bargelds würde zu völliger Transparenz der Kunden führen

Die Kritiker glauben, dass es noch weitere Gründe für die Abschaffung des Bargelds gibt: Die EZB hat es so leichter, die Negativzinsen auf Kontoguthaben zu erhöhen. Bei Bargeld unter dem Kopfkissen lassen sich diese Belastungen vermeiden. Zum anderen werden die Bürger durch die Abschaffung des Bargeldes noch gläserner als sie es ohnehin schon sind. Alle, wirklich alle, Geldbewegungen können lückenlos nachvollzogen werden und damit sind fundierte Rückschlüsse auf das Verhalten jedes Einzelnen und dessen Gewohnheiten möglich und der Staat kann seine Bürger ohne weiteres Zutun rund um die Uhr überwachen. Gewinner dieses Prozesses sind die Großunternehmen, die an noch bessere Informationen über das Kaufverhalten der Verbraucher gelangen. Und auch der Staat ist in der Lage, jederzeit zu sehen, was die Bürger zu welchem Zeitpunkt tun.

Daher ist es wichtig, dass man sich jetzt zur Wehr setzt, und beispielsweise die Petition gegen die Abschaffung des Bargelds unterstützt: www.volkspetition.org/petitionen/bargeldverbot-stoppen/

Aber was halten Sie davon? Finden Sie Bargeld sowieso überflüssig und benutzen Ihre Karte viel öfter? Oder möchten Sie das Bargeld behalten und haben Angst vor weiterer Überwachung des Staates? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

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