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Brexit: Diese Probleme werden auf uns zukommen

Lesezeit: 3 Minuten Die Briten haben in einer landesweiten Volksabstimmung ein eindeutiges Urteil gefällt: England wird die Europäische Union verlassen und sich damit als Inselstaat vom Rest Europas abschotten. Das hat nicht nur für die Engländer folgenschwere Auswirkungen, sondern auch für Deutschland und weitere Mitglieder der EU.

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Brexit: Diese Probleme werden auf uns zukommen

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Das Brexit-Referendum vom 23. Juni 2016 erzielte eine Wahlbeteiligung von mehr als 70 Prozent, rund 52 Prozent der Wähler stimmten für den Austritt aus der EU. Als Folge zog Premier David Cameron erste Schlüsse und verkündete seinen Rücktritt. Zugleich stürzten die Aktienmärkte ab, das gehandelte Pfund befindet sich gar auf einem 30-Jahres-Tief. Zeitgleich werden in anderen EU-Ländern Stimmen nach einer eigenen Volksabstimmung zum Verbleib in der EU laut.

Die Europäische Union vor ihrem bisher schwierigsten Test

In den folgenden Monaten nach dem Brexit wird es zu den Austrittsverhandlungen zwischen England und der Europäischen Union kommen. Noch unklar ist, ob die Schotten und Nordiren folgen werden oder ob es zu einer Spaltung des Vereinigten Königreichs kommt. Beide haben bisher verlauten lassen, dass sie ihre Zukunft in der EU sehen. Der Brexit könnte zudem eine ungewollte Kettenreaktion anderer europäischer Länder zur Folge haben. Kurz nach der Verkündung des Ergebnisses, wurden bereits Rufe aus den Niederlanden und Frankreich laut, wo Rechtspopulisten ebenfalls eine Volksabstimmung einfordern. Sollte es zu einer Kettenreaktion kommen, könnte das zum Zerfall der europäischen Einheit führen.

Unmittelbare Folgen für Deutschland und andere EU-Länder

Auch Deutschland ist vom Brexit-Beben nicht befreit, ganz im Gegenteil, denn Experten gehen schon jetzt von einem Einbruch der Wirtschaft um zwei bis vier Prozent aus. Betroffen ist vor allem das deutsche Geschäft im Binnenmarkt. Wird der Zugang hier verloren, brechen ganze Handelsrouten weg oder müssen kostspielig neu strukturiert werden.

Der Aufwand von Export und Import wird steigen, ebenso wie die Kosten der teilhabenden Unternehmen. Dieser Umstand wiederum wird seine direkte Wirkung gegenüber deutschen Verbrauchern zeigen, die fortan mit teureren Preisen bei Importgütern oder solchen, die aus teilweise importierten Gütern zusammengesetzt werden, rechnen müssen.

Der Brexit ist zudem ein unmittelbares Alarmsignal für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Rund 400.000 Deutsche sind in Großbritannien in deutschen Niederlassungen beschäftigt. Ob diese von Unternehmen nach dem Austritt weiterhin unterhalten werden, bleibt bestenfalls fraglich. Im schlimmsten Fall droht ein Job-Rückgang von knapp einer halben Million Fachkräften, die sich fortan in Deutschland oder anderen EU-Ländern nach einer Zukunft umsehen müssen – was wiederum zu einer Überlastung des deutschen Arbeitsmarktes führen könnte.

Für deutsche Unternehmen könnte der Brexit zudem unmittelbar mit einem Umsatzrückgang einhergehen. Zwar betonen große Automobilhersteller wie BMW bisher ihre eigene Besonnenheit, langfristig sind Exportverluste nach Großbritannien aber durchaus denkbar – die verlorenen Produktionen könnten zum Stellenabbau in deutschen Unternehmen führen. Rechtlich sind es zudem britische Tochtergesellschaften, die nun auf eine Entscheidung aus der EU warten müssen, wie diese fortan weiter existieren können.

Das Vereinigte Königreich als bisher drittgrößter Handelspartner

In der Rangliste der Handelsbeziehungen zu Deutschland trägt Großbritannien bisher stolz den dritten Platz. Ob das in Zukunft so bleibt, ist jedoch fraglich. Nach dem Brexit würden die Briten ihre Autonomie zurückerlangen und könnten somit den Warenverkehr eigenständig regeln. Für Unternehmen und Verbraucher kommt es unter Umständen zu Zollgebühren und rechtlichen Vorschriften, die einen Handel mit dem Vereinigten Königreich unattraktiv machen würden.

Weil zudem die britische Wirtschaft leiden wird – Experten gehen von einem Verlust von rund 1 Million Arbeitsplätzen aus – reduziert sich selbstredend auch die Kaufkraft auf der Insel für aus Deutschland importierte Güter.

Die Europäische Union selbst wird ebenfalls wirtschaftliche Folgen zu spüren bekommen. Erst im vergangenen Jahr zahlte das Vereinigte Königreich 5 Milliarden mehr in deren Kassen ein, als an sie überwiesen wurde. Dieser Betrag würde fortan wegfallen. Sollten aktuell in Großbritannien wohnhafte Europäer/Deutsche nun eine "Flucht" in Erwägung ziehen, drohen Leerstände in Englands Großstädten, dafür aber ein Überlaufen des deutschen Immobilienmarktes – vor allem an attraktiven Standorten wie Berlin, Hamburg oder Köln.

Was sagen Sie zum Brexit? Waren Sie geschockt, dass die Briten sich gegen die EU entschieden haben? Denken Sie, dass das ein Fehler war? Welche Befürchtungen haben Sie? Oder denken Sie, dass der Brexit eine Chance für Europa ist? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

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