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Boreout: Krank, weil Mitarbeiter unterfordert sind?

Lesezeit: 2 Minuten Stress bei der Arbeit. Das kennt jeder. Je größer der Stress, desto wichtiger die Person, mag man manchmal meinen. So ist Stressprävention und die Burnout-Thematik in aller Munde. Doch wer mag schon vor Langeweile, Unterforderung und vom Nichtstun krank werden?

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Boreout: Krank, weil Mitarbeiter unterfordert sind?

Boreout: Krank, weil Mitarbeiter unterfordert sind?

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Boreout kann entstehen, wenn Mitarbeiter durch eine zu geringe Arbeitsmenge oder durch die Einfachheit der Arbeit unterfordert sind. Sie wären in der Lage, aufgrund ihrer Fähigkeiten quantitativ und qualitativ mehr zu leisten, dürfen aber nicht. Oder haben nicht die Gelegenheit dazu.

Das mag kurzfristig gesehen angenehm sein, weil mehr Zeit zum Schwatzen, Kaffee trinken oder Surfen im Internet bleibt. Mitarbeitern mit hohen Erwartungen und Ansprüchen an ihre Arbeit, die motiviert und leistungsbereit sind, bereitet dieses Phänomen jedoch massive Schwierigkeiten.

Zu wenig Arbeit führt zu Boreout

Boreout kann einerseits auf eine quantitative Unterforderung zurückgehen. Es gibt mengenmäßig zu wenig Arbeit. Oder die Arbeit ist falsch verteilt. Es gibt Untersuchungen die zeigen, dass fast ein Drittel der befragten Mitarbeiter mehr als zwei Stunden am Tag Leerlauf hat. Einfach deshalb, weil die Arbeit fehlt. Oder weil man viel zu schnell mit der vorhandenen Arbeit fertig ist.

Boreout wenn die Arbeit zu einfach ist

Boreout hat aber auch mit qualitativer Unterforderung zu tun. In der heutigen Zeit fallen immer mehr Berufe weg, die früher hochqualifizierte Fachkräfte erforderten. Für handwerkliche Berufe z. B. brauchte man früher andere Fähigkeiten als heute, wo viele Arbeitsschritte von Maschinen übernommen werden.

Der Mitarbeiter kann also nicht mehr seine – ehemals einzigartigen – Fähigkeiten einsetzen, sondern er muss „nur“ der Maschine zuschauen, damit es keine Fehler gibt. Interessante Aufgabenbereiche fallen weg. Das ist wenig herausfordernd und auf die Dauer ermüdend.

Boreout in leistungsfeindlichen Organisationen

Boreout kann aber auch entstehen, wenn Mitarbeiter nicht mehr leisten dürfen. Fähige, engagierte und innovative Mitarbeiter sind nicht in allen Organisationen willkommen. Sie bringen Unruhe. Oft zeigen sie Kritikpunkte auf – die die Führungskraft gar nicht sehen will, weil „es doch immer schon gut gegangen ist!“. Engagierte Mitarbeiter fragen kritisch nach oder benennen (notwendige) Veränderungsmöglichkeiten.

Kurz: Solche „Störenfriede“ muss man ruhig stellen. Am besten, indem die Führungskraft ihnen niedrig qualifizierte Aufgaben gibt, sie mit monotonen Routinearbeiten zudeckt und ihnen jegliche Verantwortung, Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeit nimmt. Diese Mitarbeiter würden ihre Fähigkeiten gerne einsetzen, dürfen es aber nicht. Wer keine Erfolge seiner Arbeit verspürt, wird auf Dauer unzufrieden werden.

Boreout bei sinnentleerten Aufgaben

Dort, wo Mitarbeiter den Sinn ihrer Arbeit nicht erkennen können, entsteht Frust und Demotivation. Das Desinteresse an der Arbeit und – als weitere negative Konsequenz – auch am Unternehmen breitet sich aus. Wer an seiner Organisation nicht (mehr) interessiert ist, identifiziert sich auch nicht (mehr) mit ihr.

Das ist das eigentlich Tragische am Boreout: Nicht, dass Mitarbeiter für Surfen und Schwatzen bezahlt werden! Soziale Kontakte der Mitarbeiter untereinander müssen in Unternehmen sein und dazu gehört auch, miteinander (in Maßen) über Nicht-Dienstliches zu reden.

Das eigentlich Tragische ist, dass Führungskräfte und Organisationen ihre Mitarbeiter in Langeweile und Demotivation „hineinzwingen“. Wertvolle Ressourcen und Potentiale der Mitarbeiter werden lahmgelegt. Im Endeffekt flüchten sich viele dieser Mitarbeiter in innere Kündigung oder Krankheit. Oder sie wechseln das Unternehmen und nehmen ihre Fähigkeiten und ihr Wissen mit.

Bildnachweis: Kzenon / stock.adobe.com

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